Kirche Gemeinsames Gemeindefest im Zeichen der Ökumene

Pfarrer Fritz Braun dankte Heinz Illi zusammen mit Susanne Wurz und Pfarrer Hermann Weiß (von links).
Pfarrer Fritz Braun dankte Heinz Illi zusammen mit Susanne Wurz und Pfarrer Hermann Weiß (von links). © Foto: Stefan Heide
Riederich / Stefan Heide 03.07.2018

Der evangelische Pfarrer Fritz Braun predigte im Gottesdienst über Psalm 23, den er auch in einer modernen Ausführung von Roland Breitenbach vortrug. Darin wird Gott mit einem Trainer verglichen, der den Sportler nicht im Stich lässt und ihn wieder aufrichtet. Gott ist Pfarrer Braun zufolge nicht nur Gastgeber, sondern auch Beschützer etwa bei Armut, Einsamkeit, Krankheit und Tod oder dann, wenn die Zeit zur Erholung und zum Abschalten fehlt. Dieser Psalm drücke eine tiefe, enge und sogar intime Beziehung zu Gott aus.

Pfarrer Braun ehrte und verabschiedete Heinz Illi, der 50 Jahre lang den Beerdigungschor dirigiert hatte. Der Chor singt sowohl in der evangelischen als auch in der katholischen Kirche und auf dem dazwischen liegenden Friedhof. Im Lauf der Jahrzehnte hat Illi manche älteren Lieder aussortiert und neue dazu genommen, so Braun. Die Sänger hätten Illi angemerkt, dass er gern singt und diesen Chor leitet.

Kirchenmusikdirektor David Dehn vom Württembergischen Verband für Kirchenmusik würdigte den wichtigen Dienst, den Illi als Chorleiter geleistet habe. Er habe viele Menschen getröstet, die von einem nahen Angehörigen Abschied nehmen mussten und sie auf diesem schweren Weg begleitet. Auch der katholische Pfarrer Hermann Weiß und die Vorsitzende des evangelischen Kirchengemeinderats, Sibylle Klädtke, dankten Illi für seine langjährige ehrenamtliche Arbeit. Der übergab symbolisch eine große Stimmgabel an Susanne Wurz: Sie dirigiert seit vielen Jahren den evangelischen Kirchenchor und ist nun auch die neue Leiterin des Beerdigungschors.

Neben Herbert Schwägerle an der Orgel gestalteten Kirchenchorsänger aus beiden Kirchengemeinden den Gottesdienst musikalisch. Nach dem Gottesdienst sangen die vereinigten Kirchenchöre vor der St. Johanneskirche noch einige Lieder. Danach unterhielt der Riedericher Musikverein die Festbesucher bis etwa 14 Uhr. Die zahlreichen Besucher brachten derweil auch einen guten Hunger mit: Sie aßen 150 Portionen Fleisch und 30 Kilogramm Kartoffelsalat und von den 200 eingekauften roten Würsten blieben nur wenige übrig. Für die Kinder war viel geboten: Sie spielten Volleyball oder Indiaka, liefen auf Stelzen, bewegten sich auf Pedalos fort, kegelten, warfen mit einem großen Schwungtuch einen Ball in die Luft und spritzten sich nass. Sechs Mitarbeiter beider Kirchen waren für das Kinderprogramm zuständig.

Rund 30 Mitarbeiter beim Auf- und Abbau, am Grill, dem Getränkestand, bei der Essensausgabe, am Kuchenstand, an der Kasse oder als Bedienung machten das Fest möglich. Sie waren mit dem Fest zufrieden und einige stießen hinterher auf die gute Ökumene in Riederich an.

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