Metzingen Gemeinsam das Kaufhaus Innenstadt gestalten

Achim Gebhardt und OB Dr. Ulrich Fiedler machten sich mit den Zuhörern Gedanken zur Innenstadt. Foto: W. Lehmann
Achim Gebhardt und OB Dr. Ulrich Fiedler machten sich mit den Zuhörern Gedanken zur Innenstadt. Foto: W. Lehmann
Metzingen / WIELAND LEHMANN 27.09.2012
Die CIMA Beratung und Management GmbH ist ein etabliertes Unternehmen in Sachen Innenstadtentwicklung. Projektleiter Achim Gebhardt gab in einem Vortrag Anregungen, was sich in Metzingen tun kann.

Ein Wort bestimmte den Tenor des Abends: gemeinsam. Die Metzinger Marketing und Tourismus GmbH (MMT) hatte Geschäftsleute und Gewerbetreibende zu einem Vortrag mit einem kompetenten Partner eingeladen. Achim Gebhardt kann auf viele Erfahrungen verweisen, wie Attraktivität, Lebensqualität und florierender Handel in Städten erreicht werden können. Sein Thema "Leben findet Innenstadt - Standortentwicklung Hand in Hand" traf den Nerv, der seit Jahren sowohl der Verwaltung, den Geschäftsleuten und den Bürgern keine Ruhe lässt. Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler nahm gleich vorweg, worauf es ankommt: Ziele formulieren, Strategie festlegen und die gemeinsam umsetzen. Man müsse fragen, was gut laufe, was nicht so gut und dazu Ideen und Erfahrungen abfragen. Joachim Krohmer, Geschäftsführer der MMT, machte auf die Besonderheit der Stadt aufmerksam. Man habe sich vor über zehn Jahren für ein "Kaufhaus Innenstadt" entschieden, was in seiner Vorbildlichkeit bestätigt worden sei. Er machte aber auch auf Probleme wie den Strukturwandel aufmerksam.

Achim Gebhardt bezog sich dann auch gleich auf den Einkaufstourismus von Metzingen, bemerkte aber: "Man muss auch wohnen können." An den Schwerpunkten Positionierung, Inszenierung, Komfort und Qualifizierung führte er bildlich vor, was sich in Städten wie Forchheim, Bamberg oder Wolfsburg durch kluges Management und gemeinsames Wirken getan hat. Er verwies auf die Profilierung unterschiedlicher Stadtlagen und -quartiere, sprach darüber, wie man vorhandene Qualitäten richtig in Szene setzen könne. Städte brauchten auch eine neue Eventkultur, wobei er das Liebevolle, Detailreiche, Hochwertige, die Dichte sowie die Nähe betonte. Es gehe um einen bequemen Aufenthalt, eine schnelle Orientierung und Erreichbarkeit der Innenstädte. So stellte er in Bezug auf Leitsysteme und Parkplätze die Frage: "Wenn ich dort parke, was erwartet mich?" Bequem, mit Ruhezonen, generationengerecht und mit ansprechendem Service müsse die Innenstadt einladen.

Gebhardt verwies auf die Qualifizierung, machte auf "Todsünden" aufmerksam, sprach über Ladengestaltung und Warenpräsentation, ging auf Möglichkeiten der Gestaltungsnutzung von leer stehenden Geschäften in Übergangsphasen ein. Einer Zieldefinition müsse strategische Arbeit in Kooperation folgen. Dabei sollten auch die unterschiedlichen Fördermöglichkeiten bekannt sein und genutzt werden.

Er habe durch den Vortrag viele Anregungen erhalten, bekannte der Oberbürgermeister. Bei der Besonderheit von Metzingen müsse die Outletcity mit den anderen Straßen zu einem "gemeinsamen Kaufhaus" entwickelt werden. "Wir machen gemeinsam viel, doch wir haben auch einen langen Weg vor uns", resümierte er.

Rund 20 Teilnehmer waren an diesem Abend gekommen. Die Diskussion machte deutlich, woran es in Metzingen vor allem hapert. Es seien immer dieselben, die sich den Herausforderungen stellten, wurde angemerkt. Es geht also darum, die zu erreichen, die noch abseits stehen. Das Gespräch mit dem Nachbarn, ihn anzuregen, ihn auch einfach mal mitzunehmen, wurde vorgeschlagen. Man vermisse, dass Metzingen als Marke gemeinsam auftritt, so sei der Einkaufsführer nur für das Outlet gedacht. Man müsse die Orte benennen, die gemeinsam gestaltet werden können, wurde vorgeschlagen. Auch eine Kulturmeile sei denkbar. "Kommen Sie zu uns, wenn sie Fragen und Anregungen haben", forderte Joachim Krohmer auf.

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