Zum zweiten Mal besuchten Schüler des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums das östliche Nachbarland Polen. 25 Schüler der Klassenstufe 10 fuhren nach Krakau. Dort trafen sie auf eine polnische Gruppe gleichaltriger Jugendlicher aus der Stadt Klobuck. Gemeinsam verbrachten sie sechs Tage in einer zentrumsnahen Jugendherberge in Krakau. Die Begegnung stand unter dem Motto „Wege zur Erinnerung“. Neben den Sehenswürdigkeiten der wunderschönen und lebendigen Stadt Krakau wurden unter anderem das Krakauer Ghetto und das jüdische Stadtviertel Kazimierz mit seiner Synagoge und seinem Friedhof besichtigt.

In Auschwitz, dem „Ort des Grauens“ fanden gemeinsame Workshops deutsch-polnischer Jugendlicher statt. Der Besuch des Vernichtungslagers hinterließ bei den Jugendlichen einen nachhaltigen Eindruck.

Eine Schülerin schrieb in ihr Tagebuch: „Es war eine wichtige Erfahrung für alle, und man ist dankbar, dass man die Möglichkeit bekommen hat, die Gedenkstätte zu sehen. Durch die Besichtigung der Gedenkstätte wurde allen die Geschichte des Zweiten Weltkriegs näher gebracht, und man konnte einen besseren Einblick in die Lebensbedingungen der Menschen bekommen. Alle waren entsetzt, dass die Menschen damals das Töten zu ihrem Beruf gemacht haben und Millionen von unschuldigen Menschen sterben mussten. Das Verhalten der Nazis kann keiner nachvollziehen, aber dennoch muss man zu der Geschichte stehen und aus den Fehlern lernen, damit sich so etwas nicht wiederholt.“

Auch Breslau (Wroclaw), die Geburtsstadt des Namensgebers des Gymnasiums, Dietrich Bonhoeffers, wurde besucht. Sein Denkmal befindet sich in der Nähe des malerischen Marktplatzes, direkt neben der evangelischen Elisabethkirche, seine Büste im Rathaus steht vis à vis der Büste Edith Steins, ebenfalls in Breslau geboren und von den Nationalsozialisten umgebracht. Breslau beeindruckte aber auch mit seiner modernen Konzerthalle, seinen vielen wunderschönen Kirchen, der Universität, mit einem 3D-Rundgemälde (Panorama von Raclawice) und mit einer Liebesbrücke, deren Schlösser so schwer wiegen, dass sie aus Angst vor Einsturz bald renoviert werden muss.

Die Metzinger freuen sich bereits auf den Gegenbesuch und auf die weiteren gemeinsamen Anstrengungen, die Vergangenheit mit der gemeinsamen europäischen Zukunft zu verbinden.