Hülben Gemeinde investiert kräftig Gremium verabschiedet Haushalt - 892 000 Euro für Ortskernsanierung

 
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ANNE LEIPOLD 17.12.2015
Die Sanierung des Alten Schulhauses, die Ortskernsanierung, der Kauf eines Grundstücks - im kommenden Jahr investiert die Gemeinde weiter. Der Schuldenstand konnte inzwischen dennoch halbiert werden.

Immerhin, acht der zwölf Räte kamen zur Sitzung, um den Haushalt für das Jahr 2016 ohne Diskussion einstimmig zu beschließen. Nur ein Mal sei der Rat in diesem Jahr vollständig gewesen, bemerkte Bürgermeister Sigmund Ganser und wünschte sich zugleich, dass es kommendes Jahr wieder mehr besetzte Stühle am Ratstisch seien.

Im kommenden Jahr nämlich gibt es viel zu entscheiden, besonders für die Ortskernsanierung, mit den kalkulierten 892 000 Euro dem größten finanziellen Brocken, sind noch einige Beschlüsse nötig, sagte Kämmerer Arthur Kazmaier. Der Kauf eines Grundstücks (300 000 Euro), um in einer Unterkunft Flüchtlinge unterzubringen, der Heidengraben (175 000 Euro), die Schulmensa (170 000 Euro) und das Jugenprojekt "Bulli" (110 000 Euro), der Kauf eines Kleintraktors für den Bauhof sowie die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED führen unter anderem seine Investitionsliste fort. Das bedeutet auch wieder viele Ausgaben. Mit 200 000 Euro Kredit rechnet Kazmaier vorsorglich, ist aber zuversichtlich, mit den Rücklagen auszukommen. Und auch dann hätte die Gemeinde noch eine Million Euro auf der hohen Kante.

Obwohl Ganser in diesem Jahr nicht so viel investieren wollte, kam es doch anders, das aber konsequent und geradlinig, auch hinsichtlich des Fahrzeugs für die Feuerwehr, des Unimogs und Pistenbullys. Auch im neuen Haushalt werden gut 2,2 Millionen Euro investiert. Und dennoch konnte der Schuldenstand abgebaut werden, inzwischen ist er halbiert, und soll weiter reduziert werden. "In den vergangegen zehn Jahren haben wir vieles auf den Weg gebracht, die Schulden verringern können, ohne Aufgaben zu vernachlässigen." Ob jedes Jahr ohne Schulden gelingt, Ganser stellt es in Frage. Bislang kamen sie wegen höherer Steuereinnahmen und Grundstückserlösen ohne Kredite aus. Ganser resümiert: "Ich bin mit dem Haushalt nicht unzufrieden." Schließlich sei dieser besonnen und zurückhaltend kalkuliert, wie er und Kazmaier mehrmals sagten. Ein konkretes Ziel beider gab Ganser noch aus, seinen Kämmerer in einigen Jahren mit nur noch einer halben Million Euro Schulden in den Ruhestand zu schicken.

Noch ein Blick auf den Wirtschaftsplan der "Wasserversorgung Hülben". Hier fuchst den Kämmerer der hohe Wasserverlust. Um die 18 Prozent dürften es sein, denn in diesem Jahr gab es einige Wasserrohrbrüche, unlängst etwa in der Friedrichstraße. Die Wasserleitungen gehören also weiter saniert. Geplant ist das nach einer einjährigen "Verschnaufspause" dann wieder für den Haushalt im Jahr 2017. Somit rechnet Kazmaier mit einem Gewinn von 33 444 Euro für 2016. Unumgänglich sei die Erhöhung der Wassergebühren - seit 2010 sind sie gleichbleibend - ab dem Jahr 2017, spätestens 2018, gerade wegen den umfangreichen Sanierungen. Das solle aber nicht über die Maßen geschehen, warf Ganser ein.

Zur letzten Sitzung des Jahres gehört dann schließlich auch ein kurzer Rückblick aufs fast vergangene Jahr. Das wollte Ganser eigentlich mit weniger Investitionen angehen, ist aber dennoch zufrieden, schließlich sei das Jahr erfolgreich gewesen. "Wir machen schon brutal viel in Hülben, wir haben auch viele Sonderprojekte", sagte Ganser. Sein Lob ging auch an den Gemeinderat, der immer sachlich, kritisch, nie laut und nie unfair diskutiert habe.

Inzwischen empfindet auch Gemeinderat Jochen Dümmel das Gremium als Einheit, die "Neuen" hätten sich gut integriert. Sie haben zusammengehalten, obwohl schwierige Themen zu beraten waren. Zwei Themen machten dieses Jahr für ihn aus. Zum einen der Heidengraben, der über den Alltag des Gremiums hinaus gehe. Zum anderen das Thema Asyl. "Das hat uns privat und im Gremium beschäftigt und wird es weiterhin", sagte Dümmel. Die ersten Familien sind am Montag in Hülben angekommen. "Wir haben monatelang darüber gesprochen, jetzt sind sie hier", sagte Dümmel. Denen, die Zweifel hegen oder sich in ihre Ängste zurückziehen, gab er den Rat, auf die Leute zuzugehen. Denn: "Es sind Menschen hier angekommen."