Nürnberg/Hülben Gegen das Netz

Verena Benner mit dem neuen Bauernhof, den die Firma Christof Beck präsentiert.
Verena Benner mit dem neuen Bauernhof, den die Firma Christof Beck präsentiert.
Nürnberg/Hülben / HARTMUT HOLDER 02.02.2013
Auf die Kunden aus Japan ist bei Christof Beck verlass. Gleich zu Beginn der Spielwarenmesse kamen sie an den Stand des Holzspielwaren-Herstellers.

Bei Christof Beck in Hülben produziert man nicht nur für den Export. Auch in Deutschland möchte man gerne mehr Spielsachen aus Holz verkaufen. Im eigenen Land ist das aber gar nicht so einfach, weil viele junge Mütter den Weg ins Spielzeugfachgeschäft meiden und sich stattdessen an den Computer setzen. Im Internet gibt es aber keine Beratung und auch keine Garantie für Qualität, wie Geschäftsführerin Doris Kächele festgestellt hat.

So hat eine Studie gezeigt, dass das Umsatzvolumen für Spielzeug im Versandhandel in den vergangenen zwei Jahren von 271 auf 356 Millionen Euro gestiegen ist. Mit einer Zunahme von 31 Prozent haben somit Spielwaren den höchsten Umsatzanstieg im Distanzhandel zu verzeichnen. Trotz dieser Entwicklung gehören Spielwaren eher zum hinteren Mittelfeld bei Käufen im Internet- und Versandhandel.

Um dem Internet Paroli zu bieten, gehören zur Messe Jahr für Jahr Neuheiten, auf die die Kunden mit Spannung warten. Doch woher kommen die Ideen? "Aus dem direkten Umfeld", erzählt Verkaufsleiterin Verena Benner und lächelt. Die junge Mutter hatte für den eigenen Sohn eine Scheune für den Bauernhof gesucht. Holz musste es sein, das versteht sich von selbst. Doch die Suche verlief negativ. "Die Teile waren groß und unhandlich." Wie gut, dass man einen Betrieb in der Hinterhand hat.

Kurzerhand wurde ein Stall mit Leiter und allem Drum und Dran selbst entwickelt, gesägt, geschliffen und mit Farben experimentiert. Das Resultat können die Einkäufer aus der ganzen Welt jetzt in Nürnberg bewundern und ordern. Dabei ist es immer spannend, wie Neuheiten von den Kindern angenommen werden. "Wir hatten schon tolle Ideen, die vom Markt nicht akzeptiert worden sind", erklärt Geschäftsführerin Doris Kächele. Dagegen gebe es auch Spiele, die über Jahre hinweg regelrechte Selbstläufer seien.

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