Die stellvertretende Bürgermeisterin Ingrid Eißler-Bimek brachte die Gedanken des Gemeinderates in der Sitzung am Mittwoch auf den Punkt: „Dass wir uns von einigen Bauten trennen sollten, ist uns allen hier bewusst.“ Allerdings: Über den Weg, wie die Gemeinde ihren Gebäudebestand durch Verkäufe reduzieren soll, herrschte deutlich weniger Einigkeit im Gremium.

Auch das Rathaus auf der Liste

Um eine Diskussionsgrundlage zu schaffen, hatte die Verwaltung eine Liste aller kommunalen Gebäude zusammengestellt. Die wiederum fand Claus Dollinger „wenig hilfreich“, schließlich wolle niemand das Rathaus oder das Feuerwehrhaus verkaufen. Swen Schober dagegen verteidigte die Liste: „Eine komplette Liste macht Sinn, jeder kann selbst selektiv entscheiden welche Gebäude für einen Verkauf in Frage kommen. Und wenn die Liste nicht vollständig wäre, würde gleich jemand anderes genau das kritisieren.“

Schober jedenfalls sah Potenzial vor allem im Ensemble Karlstraße 2, 4 und 4/1. „Zusammen sind das ungefähr 2300 Quadratmeter, da könnte man Bauplatzmäßig schon etwas machen“, meinte Schober, der auch auf die schlechte Bausubstanz des Lagerhauses in der Karlstraße 2 hinwies, das derzeit vermietet ist, in Kürze aber frei wird. Das Gebäude Karlstraße 4 wird derzeit als Lager für den Bauhof, aber auch für Vereine genutzt, im anschließenden Wohngebäude wird derzeit nur eine Wohnung durch Asylbewerber genutzt.

Solche Gebäude, die zum Teil als Lager genutzt werden oder auch nur zum Teil vermietet sind, brachten Günther Hammer auf den Plan. Eventuell müsse man Lagerräume für Vereine zentralisieren und durch Umverteilung der Mieter manche Wohngebäude effektiver nutzen, um andere Gebäude frei zu bekommen und zu verkaufen. Die Karlstraße sei dafür ein gutes Beispiel: „Da könnte man etwas schönes daraus machen.“

Gedanken, die ein umfangreicheres Konzept erfordern. Die Diskussion im Gemeinderat drehte sich daher bald um alle denkbaren Gebäude in den St. Johanner Ortsteilen, stets verbunden mit dem Hinweis, dass man nun keine Fakten schaffen wolle, sondern nur eine Diskussionsgrundlage über diejenigen Bauten, die „in die engere Auswahl“ genommen werden sollten – vorbehaltlich der Entscheidung in den Ortschaftsräten, die ebenfalls befragt werden sollen.

Mehrheit gegen Verkauf

So gab Michael Früh, Ortsvorsteher in Ohnastetten, gleich Kontra, als Begehrlichkeiten im Hinblick auf das Rathaus in der Holzelfinger Straße aufkamen: „Die Mehrheit der Bevölkerung wollte das Rathaus erhalten.“ Andere Gemeinderäte verwiesen auf den laufenden Leitbild-Prozess, der sich auch um die Ortsentwicklung kümmern würde. Die Ergebnisse der Arbeitskreise sollten zunächst abgewartet werden, ehe Verkäufe in Angriff genommen werden. Die Diskussion im Rat blieb letztlich ohne Ergebnis, sieht man von der Liste der für einen Verkauf priorisierten Gebäude ab – die aber wohl selbst noch für weitere Diskussionen sorgen wird.

Viele Gebäude könnten verkauft werden


Im Rahmen der Gemeinderatssitzung wurden viele Objekte angesprochen, deren Verkauf die Gemeinde langfristig prüfen soll. Dazu gehören die Gebäude Karlstraße 2, 4 und 4/1 und Schulstraße 16 in Würtingen, sowie der Forstbetriebshof, das Rathaus und der Farrenstall in Bleichstetten. In Gächingen wurden die Wohngebäude Hauptstraße 15, Holzweg 9 und Sankt-Georg-Straße 5 genannt. In Lonsingen könnte der Farrenstall und die Alte Molke in der Albstraße verkauft werden,  in Ohnastetten wurden neben dem Rathaus auch das Backhaus und das Waaghäusle in die Diskussion eingebracht. In Upfingen die Gebäude Kirchgasse 6, 8 und 11 sowie der Farrenstall.