Bad Urach Gartenschau: „Da ist das Ding“

Bad Urachs Bürgermeister Elmar Rebmann war gestern, wie seine Mitarbeiter und Gemeinderäte, in Feierlaune.
Bad Urachs Bürgermeister Elmar Rebmann war gestern, wie seine Mitarbeiter und Gemeinderäte, in Feierlaune. © Foto: Privat
Von Simon Wagner 04.07.2018

Feierstimmung kurz nach 13 Uhr im Bad Uracher Rathaus: Soeben hat baden-württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) im Rahmen der Landes-Pressekonferenz in Stuttgart die Veranstaltungsorte der Gartenschauen der Jahre 2026 bis 2030 bekanntgegeben.

Nach Entscheid des Ministerrats und auf Empfehlung einer Fachkomission erhält die ehemalige Residenzstadt am Fuße der Alb den Zuschlag für die (kleine) Gartenschau im Jahr 2027. Sie hatte sich unter dem Titel „Bad Urach verbindet“ Ende Dezember unter anderem mit einer Machbarkeitsstudie beworben.

Hauk positiv überrascht

„Ich war positiv überrascht über die überwiegend qualitativ hochwertigen Konzeptionen der Städte. Es wurde deutlich: Grüne Infrastruktur ist zwischenzeitlich für viele Städte essentiell, um den klimatischen Veränderungen und anderen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen“, sagte Minister Hauk in Stuttgart. Auch von Seiten der Fachkommission kam viel Lob. Viele Städte hätten umfangreiche Bürgerbeteiligungsprozesse losgetreten, um Ideen zu sammeln und frühzeitig eine hohe Akzeptanz des Projektes in der Bürgerschaft zu erreichen.

Bis zu zwei Millionen Euro

Entschieden worden ist am Dienstag  auch, dass Vaihingen Enz zwei Jahre später zum Zuge kommt. Die Landesgartenschauen hingegen finden im Jahr 2026 in Ellwangen, 2028 in Rottweil und 2030 in Ulm statt. Die kleineren Gartenschauen, die früher „Grünprojekte“ hießen, und in den ungeraden Jahren stattfinden, werden mit bis zu zwei Millionen Euro gefördert.

Überraschend war der Zeitpunkt der Bekanntgabe: Gerechnet wurde mit einem Entscheid zwar noch vor der Sommerpause, allerdings erst in den kommenden Wochen. Umso euphorischer nahm Bad Urachs Bürgermeister Elmar Rebmann die frohe Kunde aus der Landeshauptstadt entgegen. „Wir freuen uns mächtig“, so Rebmann in einer ersten Reaktion. „Für uns ist das eine Bestätigung für all die Mühen der letzten Monate“, sagte er. Für die Stadt, aber auch für die Region, inklusive des Biosphärengebiets, bedeute die Berücksichtigung eine „irre Chance“. Eine Chance, sich zu präsentieren, aber auch die städtische und räumliche Entwicklung voranzubringen. Weiter erklärte er: „Wir wussten zwar, dass wir eine sehr gute Bewerbung abgegeben haben, aber sicher sein konnte man natürlich nicht, denn wir hatten starke Mitbewerber.“

Nun, da die mit Spannung erwartete Entscheidung im positiven Sinne gefallen ist, komme ihm der Zuschlag wie eine Befreiung vor – „wenngleich wir wissen, dass nun richtig, richtig viel Arbeit auf uns zukommt“, so Rebmann mit Blick auch auf die städtischen Verwaltungsmitarbeiter, die nun mit ihm vor einem „Riesen-Projekt“ stünden. Über die kommende Sommerpause sollen nun weitere Schritte, wie etwa die Auslobung von Architektur-Wettbewerben, vorbereitet werden. Auch will Rebmann, so betonte er, die Bad Uracher Bürger weiterhin in die anstehenden Findungsprozesse einbinden: „Wir brauchen jede Hand“, unterstrich er.

Landrat Reumann gratuliert

Glückwünsche erhielt er am Dienstag auch von Landrat Thomas Reumann: „Ich freue mich sehr über die Entscheidung des Ministerrats, die Gartenschau an Bad Urach zu vergeben. Gartenschau in Bad Urach, das ist eine Chance und außergewöhnliche Möglichkeit für Bad Urach selbst, aber auch für den Landkreis Reutlingen, das Biosphärengebiet Schwäbische Alb und das Land Baden-Württemberg“, so Reumann. Unter dem Slogan „Bad Urach verbindet“ werde die besondere naturräumliche Lage im Biosphärengebiet hervorgehoben und die enge Partnerschaft zwischen Kommune, Landkreis und Biosphärengebiet verdeutlicht. „Besonders freue ich mich“, so Reumann weiter,  „dass die drei Säulen der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie, Soziales) im Blickpunkt stehen.“

 Der gestrige Tag in Bad Urach indes war zunächst ganz dem Feiern vorbehalten. Am Nachmittag waren städtische Mitarbeiter und Gemeinderäte zu einer spontanen Zusammenkunft ins Rathaus eingeladen. Rebmann, ganz in Feierlaune, prostete den Versammelten zu: „Da ist das Ding!“

14 Bewerbungen für Gartenschauen im Südwesten

Baden-Württemberg unterscheidet zwischen großen Landesgartenschauen in allen geraden Jahren und kleineren Schauen in den Jahren dazwischen. 

Anlässlich der aktuellen Ausschreibungsrunde für die Jahre 2026 bis 2030 hatten sich insgesamt 14 Städte und Gemeinden für fünf Startplätze beworben.

Bad Urach hatte seinen Hut Ende letzten Jahres in den Ring geworfen – nach dem einstimmigen Votum des Gemeinderats. Eine Fachkomission besuchte die Stadt im April. Neben Bad Urach hatten sich noch sechs weitere Kommunen um die Ausrichtung einer kleinen Gartenschau beworben.

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