Neckartenzlingen Ganz nah an der Job-Praxis

CHRISTINA HÖLZ 02.03.2012
Es ist eine Symbiose gegen mancherlei Schwierigkeiten: Die Realschule Neckartenzlingen und die Hirschmann-Car-Communication gehen eine Bildungspartnerschaft ein. Für die Schule ists die vierte.

Beide suchen, und so liegts nahe, dass sie sich jetzt gefunden haben: Die Hirschmann-Car-Communication, Hersteller von individuell angepassten Antennensystemen, braucht gute Lehrlinge. Und die Neckartenzlinger Realschüler, die gleich nach der zehnten Klasse in den Beruf streben, sind scharf auf gute Ausbildungsplätze, noch dazu in der Region.

Eine Bildungspartnerschaft zwischen der Schule und dem Automobilzulieferer soll jetzt den Nahverkehr in Sachen Jobs beschleunigen. Aber nicht nur das. Auch wenn es darum geht, die Schüler auf das Berufsleben vorzubereiten, seien solche Partnerschaften ein wichtiges Standbein, sagt Achim Sippel, der Rektor der Neckartenzlinger Realschule.

Gemeinsam mit Ludwig Geis, Geschäftsführer bei Hirschmann-Car, hat er die Zusammenarbeit zwischen Schule und Betrieb jetzt offiziell besiegelt. Den Vertrag füllen die Kooperationspartner nun mit Leben: Firmenbesuche der Schüler, Praktika im Betrieb während der Themenwochen, aber auch Stippvisiten von Lehrmeistern im Unterricht gehören zum Programm, erklärt Ulrich Schwarz, der gemeinsam mit seinen Kollegen Michael Henkel und Simone Kienel für die Berufsorientierung an der Realschule verantwortlich ist.

Dort wird vom Kompetenztraining bis zum Assessement-Center (ein in großen Betrieben übliches Personalauswahlverfahren unter Bewerbern) so ziemlich alles angeboten. Bildungspartnerschaften unterhält die Realschule außerdem mit drei weiteren Betrieben, sodass die Jungen und Mädchen Einblick in verschiedene Branchen erhalten.

Der Weg nach der Schule führt allerdings nicht mehr klassisch von der Mittleren Reife ins Berufsleben: "Ein Drittel unserer Absolventen besucht weiterführende Schulen", sagt Rektor Achim Sippel. Die, die eine Lehre anstreben, sind jedoch froh über Kontakte zur Industrie.

Und andersherum: Auf eine frühe Spezialisierung baut auch Hirschmann-Chef Ludwig Geis. Er selbst hat mit 14 Jahren eine Lehre gemacht: Es sei wichtig, den richtigen Beruf von der Pike auf zu lernen, so Geis.