Nachruf Für Neues immer aufgeschlossen

swp 01.08.2017

Das Interesse am Weinbau war ihm sicher nicht in die Wiege gelegt worden, denn nach dem Krieg lernte der junge Mann rund um Leipzig und Halle den Beruf eines Landwirts. Durch seine Zugehörigkeit zur Deutschen Bauern-Partei war es ihm nach einigen Jahren im Beruf möglich, in Halle/Saale Landwirtschaft zu studieren. 1950 zog es ihn in den Westen, wo er 1952 in Göttingen sein Diplom ablegte, mit Hauptfach Agrartechnik und Nebenfach Pflanzenschutz und 1954 promovierte. So kam Dr. Ostarhild auch zur Firma Holder in Metzingen, wo er 2012 im stolzen Alter von 84 Jahren und nach fast 40 Jahren bei Holder feierlich aus dem „aktiven Dienst“ verabschiedet wurde.

 Da der Pflanzenschutz und die damit verbundenen Spritzen in Metzingen natürlich auch mit dem Weinbau zusammenhängen, ist es kein Wunder, dass Heinrich Ostarhild bereits 1977 Interesse an einem Förderkreis für den Weinbau und einem Weinbaumuseum zeigte und aktiv an deren Vorankommen mitarbeitete. 1978 wurde der Förderkreis Metzinger Keltern (FMK) gegründet, Ostarhild war Gründungs-Mitglied. 1987 wurde er als Nachfolger von Eva-Maria Weiblen Erster Vorsitzender, von 1992 bis 2001 zweiter Vorsitzender und Museumsleiter; er erhielt 2003 die Landes-Ehrennadel für seine Verdienste im Ehrenamt und ist seit 2010 Ehrenmitglied des Förderkreises.

 Heinrich Ostarhild machte Museumsführungen, führte Weinproben „unter dem Kelternbaum“ ein, leitete viele der FMK-Ausflüge und überzeugte im vergangenen Herbst beim Weinkulturtag im „Grünen Häusle“, als er mit seiner Begeisterung über die diversen Spritzenausführungen seiner ehemaligen Firma die Besucher ansteckte und sie mit seinem überzeugenden Wissen in Bann zog. Heinrich Ostarhild war nicht nur ein „Holder-Mann“ mit Leib und Seele, er war auch Ansprechpartner für alles rund um den Förderkreis und hat sowohl das alte auch das neugestaltete Museum mitaufgebaut.

Neuem war er ebenso aufgeschlossen, wie er sich bei älteren Dingen auskannte – so war er auch Mitglied beim Förderverein Obstbaumuseum Glems und stand nicht nur mit Rat, sondern wie es seine Art war, auch mit Tat zur Seite. Probleme erkennen und lösen gehörte zu ihm wie sein freundliches Wesen und seine Hilfsbereitschaft.

Dr. Ostarhild hinterlässt seine Frau und drei Söhne mit Familien; die Beerdigung fand im engsten Familienkreis statt.