Glems / Regine Lotterer

Glems hat in den vergangenen fünf Jahren erfolgreich an seiner Zukunft gebaut. Die Zahl der Einwohner ist gestiegen, der Ortskern wurde saniert, ein neues Wohngebiet entstand, zahlreiche Straßen sind modernisiert und ein Nahwärmenetz ging in Betrieb: Ortsvorsteher Andreas Seiz legte den Glemsern am Mittwochabend während einer Bürgerversammlung eine beeindruckende Bilanz vor. Dank gut gefüllter öffentlicher Kassen konnte vieles auf die Beine gestellt werden, betonte auch Metzingens Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler: „Glems hat sich hervorragend entwickelt.“ Das liege nicht zuletzt an der Arbeit eines tatkräftigen Ortschaftsrates und einer Bevölkerung, die sich mit ihrem Wohnort identifiziere. Der Stadtteil sei geprägt von einem herzlichen, bewussten Miteinander und einem intakten Gemeinwesen, für das sich viele Einwohner bereitwillig engagierten.

Besondere Verantwortung für die Dorfgemeinschaft haben in den vergangenen fünf Jahren die Ortschaftsräte getragen. Ihr Amt habe viele schöne Seiten, betonte Oberbürgermeister Fiedler, es gebe aber durchaus auch weniger spaßige Tage. Denn Lob sei eher spärlich zu hören, im Gegensatz zu kritischen Worten. Gerade deshalb, so Fiedler, sei er dankbar, dass es Männer und Frauen gebe, die bereit seien, sich auf diese Weise ins Gemeinwesen einzubringen. Sieben der insgesamt acht bisherigen Ortschaftsräte wollen dies auch in den kommenden fünf Jahren tun. Einzig Gotthilf Herr gab am Mittwoch bekannt, dass er am 26. Mai nicht mehr zur Wahl antritt. 35 Jahre lang gehörte er dem Ortschaftsrat an, dem Amt habe er sich immer mit viel Herzblut gewidmet, betonte der 71-Jährige. Er habe lange mit sich und dieser Entscheidung gerungen, die erst kurz vor der Bürgerversammlung gefallen sei. Mit seinem Verzicht wolle er nun einem jungen Bewerber die Chance eröffnen, in den Ortschaftsrat einzuziehen.

Die Kandidaten

Erich Gönninger, Bernd Herr, Sven Notheis, Otto Sailer, Christoph Schmauder, Andreas Seiz und Petra Ulrich baten die Glemser dagegen wieder um ihre Stimme bei der anstehenden Wahl. Während der Bürgerversammlung erklärte sich außerdem Matthias Glöckler bereit, sich um einen Sitz zu bewerben. Er kandiert bereits auf der CDU-Liste für den Gemeinderat. Damit gibt es aktuell acht Kandidaten für acht Sitze im Ortschaftsrat. Auf einem Stimmzettel werden die Namen indessen nicht auftauchen, sie sind lediglich auf einer so genannten Empfehlungsliste zu finden, der Stimmzettel ist leer. Die Bürger müssen die Kandidaten, die sie im Gremium sehen wollen, selbst eintragen. Bei der Wahl vor fünf Jahren notierten die Glemser immerhin 110 Namen.

Wer sich noch auf die Empfehlungsliste setzen lassen möchte, ist im Rathaus höchst willkommen, wie Andreas Seiz betonte. Kandieren dürfen Frauen und Männer, die mindestens das 18. Lebensjahr vollendet haben, die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen oder Bürger eines EU-Staates sind.

 Die Arbeit wird dem neu gewählten Gremium jedenfalls nicht ausgehen, wie Andreas Seiz in seinem Rechenschaftsbericht ausführte. In den kommenden fünf Jahren sollen beispielsweise die Ortseingänge an der Eninger und Neuhauser Straße neu und ansprechend gestaltet werden. Außerdem steht die Sanierung der Lechstraße, der Uhlandstraße und der Straße „Im Baumgarten“ auf der Agenda. Ebenso ist vorgesehen, die Glasbausteine im Rathaus zu modernisieren.

In gut einer Woche, am 13. April, erhält Glems einen so genannten Sortengarten, etwa 30 Hochstämme kommen an diesem Tag am Birnenweg in den Boden. Das Projekt kam auf Anfrage des Landkreises zustande, wie Andreas Seiz während der Bürgerversammlung erläuterte. Angepflanzt werden alte Streuobstsorten, die eigens in einer Baumschule herangezogen worden sind.

Auch das Glemser Wasser hat der Ortschaftsrat im Blick. Dieses ist extrem kalkhaltig, weswegen die Leitung zu den Brunnen vor den Gebäuden Eninger Straße 38 und 45 verstopft ist. Noch dieses Jahr soll Abhilfe her, die Tiefbauarbeiten sind bereits ausgeschrieben, die Kosten belaufen sich auf etwa 25 000 Euro. Schon 2015 sind die Brunnen in der St. Johanner Straße und vor dem Gasthaus Traube instand gesetzt worden.

Ortschaftsrat: Kandidaten und Projekte

Um einen Sitz im Ortschaftsrat Glems bewerben sich bislang: Matthias Glöckler, Erich Gönninger, Prof. Dr. Bernd Herr, Sven Notheis, Otto Sailer, Christoph Schmauder, Andreas Seiz, Petra Ulrich.

Der bisherige Ortschaftsrat amtierte seit 2014, die nächste Wahl ist am 26. Mai. In Metzingen werden der Gemeinderat und die Ortschaftsräte in Glems und Neuhausen neu gewählt. Außerdem findet die Europawahl statt. Namens des Ortschaftsrates gab Ortsvorsteher Andreas Seiz am Mittwoch einen Rechenschaftsbericht für die zu Ende gehende Amtszeit des Gremiums ab. Größtes Projekt war die Ortskernsanierung, die nach 15 Jahren abgeschlossen wurde. Der Förderrahmen betrug 2,7 Millionen Euro. 21 Privathäuser wurden saniert. An der Kirche entstand ein neuer Parkplatz, Glems erhielt ein modernes Dorfgemeinschaftshaus. Um dessen Standsicherheit zu gewährleisten, mussten rund 20 Bohrlöcher mit einem Durchmesser von einem halben Meter und einer Tiefe von bis zu acht Metern in den sandigen Boden des Glemsbachs getrieben werden. Letzte Maßnahme im Ortskernsanierungsprogramm war der Abbruch des Milchhäusles. Im Zuge der Arbeiten wurde das Ufer des Glemsbachs renaturiert. Mittelfristig soll noch der Platz vor der ehemaligen Mühle umgestaltet werden.

Die längste Baustelle der vergangenen fünf Jahre führte von März bis Dezember 2015 über 3,7 Kilometer von Braike-Wangen aus bis ans Glemser Rathaus. Verlegt wurden Erdgasleitungen. Auch Glasfaserkabel und eine neue Trinkwasserleitung kamen in den Boden. Die Kosten betrugen 520 000 Euro.

Anfang April 2014 wurde der neue Kunstrasenplatz an der Otto-Single-Halle eingeweiht. Die Halle erhielt eine moderne Küche, teilweise wurden die Fenster ersetzt, auf der Südseite gibt es nun Jalousien als Sonnenschutz.

Der Spielplatz des Kindergartens wurde ebenso modernisiert wie die beiden öffentlichen Spielplätze.