Vor 44 Jahren war der erste Schüleraustausch des Metzinger Dietrich Bonhoeffer-Gymnasiums mit Schülern aus Noyon. Daraus hat sich dann einige Jahre später die Städte-Partnerschaft entwickelt. Auch nach diesen vielen Jahren ist sie noch lebendig, momentan sind 34 französische Jugendliche und vier Betreuer in Metzingen.

Wie ein kleiner Urlaub

Am Dienstag stand die offizielle Begrüßung im Rathaus durch Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler auf der Tagesordnung. Der hieß die Schüler zweisprachig willkommen und erinnerte an die lange Tradition der Schüleraustausche. Diese seien für die Jugendlichen „wie ein kleiner Urlaub“, auf der anderen Seite ermöglichen sie ihnen, etwas dabei zu lernen. Zum einen natürlich die Sprache, zum anderen können sie hautnah erleben, wie die Menschen aus ihrem Nachbarland sind. Fiedler wünschte ihnen, dass sie ein „Bündel an schönen Erinnerungen mit nach Hause nehmen“, und dass sie Freunde finden.

Dies wird ihnen sicherlich gelingen, wie vielen Jugendlichen zuvor auch. Matthias Pröhl, Schulleiter des Dietrich Bonhoeffer-Gymnasiums betonte, dass in den vergangenen Jahrzehnten viele Freundschaften entstanden seien, die zum Teil bis heute Bestand haben. 1300 Schüler sind in Metzingen gewesen, seit es diese Austausche gibt und sie alle haben dazu beigetragen, dass Beziehungen über Landesgrenzen hinweg entstehen. Zwar gebe es Unterschiede, so Pröhl, aber wenn er so in die Runde schaue, könne er nur Europäer entdecken. Auch Ulrike Lamp-Schaich vom Partnerschaftsverein sagte, dass die europäische Idee existiere. Durch solche Begegnungen wird sie mit Leben gefüllt und das seit Beginn an. Die Grundidee dieser deutsch-französischen Partnerschaft war es nämlich, gegenseitiges Verständnis der Lebensweise, des Denkens und Handelns zu wecken.

Indem die Jugendlichen den Alltag in Metzingen miterleben, passiert dies quasi nebenbei. Viele Ausflüge, etwa nach Stuttgart, Tübingen und an den Bodensee, nach Unteruhldingen und Meersburg, werden zusätzlich dafür sorgen, dass den Schülern ihre Reise in guter Erinnerung bleibt. Einige seien bereits zum zweiten Mal da, berichtete eine Lehrerin aus Frankreich und manchmal sorge die Reise der Jugendlichen auch dafür, dass die Eltern ebenfalls ihr Nachbarland erkunden wollen und an einer Reise des Partnerschaftsvereins teilnehmen.

Dank gab es vor allem für die Lehrer, ohne deren Engagement dieser Schüleraustausch über diesen langen Zeitraum nicht zu stemmen wäre und die so dafür sorgen, dass der Traum von der europäischen Einheit jedes Jahr ein wenig mehr Wirklichkeit wird.