Die Nachwuchsgewinnung nahm bei der Abteilung Sirchingen der Freiwilligen Feuerwehr Bad Urach im vergangenen Jahr einen großen Raum ein – und das mit Erfolg. „Aus persönlichen Gründen ist Fabian Failenschmid im Sommer vergangenen Jahres aus der Abteilung ausgetreten“, blickt Abteilungskommandant Thorsten Epple zurück. Die Zahl der Aktiven sank damit auf 18. „Schnell war klar, dass wir in Sachen Mitgliederwerbung aktiv werden müssen“, so Epple weiter. Gesagt, getan: Die Sirchinger Wehrleute überlegten gemeinsam und kamen auf 40 Personen im Ort, die sich für den Feuerwehrdienst eignen würden. Infoschreiben und Flyer wurden vorbereitet, Hausbesuche bei den potenziellen Kandidaten folgten, ebenso wie eine Informationsveranstaltung im Feuerwehrhaus. „Der Aufwand hat sich gelohnt – an diesem Abend konnten wir zwei neue Mitglieder für die Abteilung Sirchingen gewinnen“, freut sich Epple.

Zwei Neuzugänge

Nico Reichenecker und Luca Heinlin wurden nun auf der Abteilungsversammlung per Handschlag offiziell in den Feuerwehrdienst aufgenommen. „Wir werden uns jetzt aber nicht zurücklehnen und ausruhen“, kündigt Epple weitere Maßnahmen an, um die personelle Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr in Sirchingen zu sichern. Hierfür soll in diesem Jahr die Öffentlichkeitsarbeit verbessert werden, eine eigene Facebook-Seite präsentiert die Sirchinger Feuerwehr in den sozialen Medien.

Dachstuhlbrand in Bad Urach

Viel zu tun hatte die Abteilung aber auch bei Einsätzen, wie der stellvertretende Abteilungskommandant Hans Christian Schmid in seinem Bericht ausführte. Zwar sank die Zahl der Einsätze im Vergleich zum Vorjahr von zehn auf sechs, doch erwiesen sich diese als langwieriger. So wurde die Wehr im Mai aufgrund eines Dachstuhlbrandes zur Wachbesetzung nach Bad Urach alarmiert, ehe im Juni eine Ölspur auf der Ortsdurchfahrt und der Sirchinger Steige viel Aufwand erforderte: Hatte sich das Öl doch auf einem halben Kilometer verteilt. Eine Nottüröffnung folgte, bei der ein Senior aus einem Malheur befreit werden konnte: er hatte sich in seiner Wohnung mit seinem Rollator festgefahren. Ein aufwändiger Einsatz folgte im August, als es bei der Firma Sika zu einem Chemikalienaustritt kam und die Kohlendioxid-Löschanlage auslöste. Die Sirchinger Wehrleute richteten in Zusammenarbeit mit der Abteilung Kernstadt und der Werkfeuerwehr einen Dekontaminationsplatz ein. „Dies war eine Aufgabe, welche die Abteilung Sirchingen noch nie zu erfüllen hatte“, so Schmid. „Trotz dessen gab es großes Lob aus den Reihen der Stadtmitte sowie der Werkfeuerwehr.“

Ende Oktober folgte eine erneute Alarmierung nach Bad Urach, als es in einem dortigen Mehrfamilienhaus zu einem Gausaustritt gekommen war. Der letzte Einsatz folgte beim Jahreswechsel, als eine Feuerwerksbatterie Sträucher und Büsche in Brand gesetzt hatte.

Absicherung beim Uracher Schäferlauf

Bei diesen Einsätzen und bei der Absicherung des Schäferlaufes leisteten die Sirchinger Wehrleute insgesamt 277 ehrenamtliche Einsatzstunden. Hinzu kamen zwei Sicherheitswachen bei den Sonnwendfeiern. Auch im Bereich der Ausbildung waren die Sirchinger Feuerwehrleute engagiert, was sich in den Beförderungen zeigte: So wurde Niklas Herrmann nach abgeschlossener Grundausbildung zum Feuerwehrmann befördert. Matthias Katz und Michael Reichenecker wurden jeweils zum Hauptfeuerwehrmann befördert. Robin Emmer erlangte in einer Gruppe mit der Abteilung Hengen das Leistungsabzeichen in Bronze. „Insgesamt wurden im letzten Jahr 1425 Stunden bei Übungen, Einsätzen, Fortbildungen, Arbeitsdiensten und Lehrgängen geleistet“, bilanziert Abteilungskommandant Epple.

Lob vom Schultes

Bürgermeister Elmar Rebmann lobte die hohe Ausbildungsbereitschaft der Sirchinger und deren Engagament in der Mitgliederwerbung. Zudem leiste die Abteilung einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Tagesverfügbarkeit der Kernstadtwehr, da drei Angehörige der Abteilung Sirchingen in der Kernstadt arbeiten und dort bei Einsätzen auch die Abteilung Stadtmitte unterstützen. Gesamtkommandant Wolfgang Dörner lobte unter anderem den hohen Teamgeist in Sirchingen und beförderte Thorsten Epple zum Oberlöschmeister. Ortsvorsteherin Dorothea Koch lobt die Wehr: „Das ehrenamtliche Engagement in der Feuerwehr als auch der Einsatz für die Gemeinde ist mit großem persönlichen Einsatz verbunden und verdienen großen Respekt.“