Glems Feine Variationen in Obst

Der landkreis, Gastronomen, Erzeuger und Vereine wollen die Vermarktung des heimischen Obstes voranbringen. Foto: Thomas Kiehl
Der landkreis, Gastronomen, Erzeuger und Vereine wollen die Vermarktung des heimischen Obstes voranbringen. Foto: Thomas Kiehl
Glems / PETER SWOBODA 28.09.2012
Von Ende September bis Mitte Oktober steigen im Landkreis Reutlingen zum zweiten Mal die "Fruchtigen Wochen". Haben sich im vergangenen Jahr noch fünf Gastronomen daran beteiligt, sind es diesmal neun.

In neun gastronomischen Betrieben im Landkreis Reutlingen können Genießer in den nächsten zwei Wochen probieren, was Köche aus heimischem Obst alles auf den Tisch bringen: Zum zweiten Mal gibt es die so genannten "Fruchtigen Wochen". Gestern wurde das Projekt im Obstbaumuseum in Glems vorgestellt. Es handelt sich dabei um ein Gemeinschaftsprojekt von Landkreis, Gastronomie und dem Arbeitskreis Obstbau und Baumwarte. Seit einiger Zeit sind die Streuobstwiesen im Landkreis ein großes Thema. Darauf hat der Erste Landesbeamte, Hans-Jürgen Stede, hingewiesen. "Im Landkreis Reutlingen", so Stede, "stehen auf 3800 Hektar rund 300 000 Streuobstbäume." Das Gebiet ist Teil einer der größten zusammenhängenden Streuobstlandschaften Europas, dem "Schwäbischen Streuobstparadies". Dabei geht es nicht nur um den landschaftlichen Reiz, sondern auch, um die Verarbeitung und die Vermarktung des heimischen Obstes. Und dazu sollen auch die "Fruchtigen Wochen" beitragen. "Wir wollen", so Stede weiter, "die Wertschätzung wie die Wertschöpfung erhöhen. Von dieser Aktion werden viele profitieren, nicht zuletzt die Streuobstwiesen."

Auch für Metzingens Ersten Bürgermeister Dietmar Bez, der auch Vorsitzender des Kreisobst- und Gartenbauverbands ist, sind die "Fruchtigen Wochen" eine wichtige Veranstaltung. Auch die Stadt Metzingen trägt laut Bez zur Vermarktung des heimischen Obstes bei, indem sie einen eigenen Obstbaubetrieb unterhält.

Rolf Schäfer vom Arbeitskreis Obstbau und Baumwarte verwies darauf, dass beispielsweise die Initiative "Ebbes Guads" rund 300 000 Liter Apfelsaft pro Jahr produziert. Abnehmer sind die Gastronomie, Getränkehändler und der Lebensmittelkonzern Edeka. Auch ihm ist es wichtig, dass "die Erzeuger am ende etwas in der Tasche haben". Aber es müsse letztlich ein Zusammenspiel von Erzeugern, Veredlern und Verbrauchern geben. "Dies", so Schäfer, " trägt dann ganz bestimmt zum Erhalt der Streuobstwiesen bei." Dieter Wetzel von Hotel-Restaurant "Schwanen" betonte, dass man bei den Menschen das Bewusstsein schaffen müsse, dass heimisches Obst einen Wert hat, und etwas besonderes ist.

In den "Fruchtigen Wochen" können die Verbraucher laut Hans-Jürgen Stede erleben, was die Köche alles mit dem heimischen Obst auf die Teller zaubern. Das reicht vom "Herbstlichen Strauß von Wildkräutern mit Birnen-Quitten-Dressing und Rehfilets aus dem Biosphärengebiet" über "Kaninchenrückenfilets an einer Birnen-Hagebuttensoße, Kartoffel-Apfel-Gratin" oder Schweinerückenscheiben mit Apfel-Tresterpanierung bis hin zu Apfelküchle mit Vanillesoße.

Nach den Worten von Hans-Jürgen Stede kann man demnach nicht nur sich selbst etwas Gutes tun, wenn man die vielen gesunden Leckereien genießt, sondern gleichzeitig zum Erhalt der einmaligen Streuobstwiesen im Landkreis beitragen. Gerhard Klose vom Glemser Stausee-Hotel bedauerte zwar, dass nicht mehr Gastronomen mitmachen. "Aber", so Klose, "es müssen immer einige voran gehen."

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