Metzingen Feier zum zehnjährigen Bestehen des Hauses Matizzo

Freuen sich über das Jubiläum: Dekan Harald Klingler, OB Ulrich Fiedler und Pfarrer Timmo Hertneck. Foto: Norbert Leister
Freuen sich über das Jubiläum: Dekan Harald Klingler, OB Ulrich Fiedler und Pfarrer Timmo Hertneck. Foto: Norbert Leister
Metzingen / NORBERT LEISTER 24.09.2012
"Zehn Jahre ist kein großes Jubiläum", sagte Pfarrer Hermann Weiß. "Aber das Haus Matizzo hat sich zu einer kräftigen Pflanze entwickelt."

Hinter diesen zehn Jahren Haus Matizzo versteckt sich nach den Worten des katholischen Pfarrers "viel mehr Geschichte", als das auf den ersten Blick zu erwarten wäre. Dieses ganz besondere Gebäude in der Christophstraße habe sich entwickelt. Und zwar zu einem ganz besonderen Haus, wie sich alle Grußredner, Gäste, Mitarbeiter, Helfer und Hilfeempfänger, Freunde und Unterstützer einig sind. Metzingens Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler verwies zudem darauf, dass solch ein Gebäude der sozialen Dienste in Baden-Württemberg seinesgleichen suche. Und somit ziemlich weit und breit ziemlich einzigartig sei.

Bevor jedoch im Saal der Bonifatiuskirche zum Stehempfang und einer Feierstunde geladen war, wurde zuvor einen Stock höher in dem Kirchenraum in einem Gottesdienst Dank gesagt. Dank für das Haus Matizzo. Und Dank für all die Menschen, die sich dort haupt- und ehrenamtlich engagieren. "Wir wollen an der Solidarität dran bleiben, an den Menschen und an dem, was sie in Not gebracht hat", betonte Pfarrer Weiß. Manuela Seynstahl, die Geschäftsführerin des Hauses Matizzo, zitierte die passende Stelle aus der Bibel: "Habt untereinander beständige Liebe und dient einander."

Pfarrerin Petra Frey interpretierte diese Worte: "Liebe soll die Überschrift in diesem Bibelzitat sein und auch über dem Haus Matizzo." Dass das so ist, dafür sorgen all die Gruppen, die sich in diesem besonderen Gebäude treffen - dort wird geholfen und beigestanden, mitgefühlt, mitgelitten und ausgehalten, dort sind Menschen für Menschen da. "Und das ist gelebte Solidarität", so Metzingens OB. Siegfried Laib erinnerte in seiner Ansprache im Bonifatiussaal noch einmal an die Entstehung des Matizzo-Hauses: Es ging in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts um Mitgliederschwund im Krankenpflegeverein, um den Seelsorge- und Beratungsdienst, der 1996 gegründet wurde und um Raumnot. "Zumal 2001 die Hospizgruppe ihren Dienst aufnahm", so der Vorsitzende des Diakonischen Fördervereins, dem Nachfolger des Krankenpflegevereins. Die Idee, ein "Haus für Beratung, Seelsorge und Hospiz" einzurichten, kam von dem damaligen Metzinger Pfarrer Timmo Hertneck - der am Samstagabend sehr zur Freude vieler Gäste ebenfalls anwesend war. "Es ist wunderbar, heute Abend hier zu sein", sagte aber auch Hertneck.

Als dann um die Jahrtausendwende herum das Haus in der Christophstraße 20 zu einem regelrechten Schleuderpreis dem Krankenpflegeverein angeboten wurde, stand laut Frieder Handel als stellvertretendem Vorsitzenden des heutigen Diakonischen Fördervereins immer noch die Frage im Raum: "Kann unser Verein die Kosten für Erwerb und Umbau des Gebäudes schultern?" Der Mut, diesen Schritt zu vollziehen, hat sich offensichtlich gelohnt: 50 000 Euro kamen von der Stadt und viele, viele Spenden führten zu dem heutigen Ergebnis. Und zwar zu einem Ergebnis, "das weit über Metzingen hinaus strahlt", so Fiedler. Die Konzentration solch einer unglaublichen Vielfalt an sozialer, seelsorgerlicher und ganz einfach helfender Arbeit in einem Haus, mit solch einem enorm Netzwerk, das darum geknüpft wurde - "das sucht seinesgleichen, das ist in ganz Baden-Württemberg einzigartig", sagte Metzingens Oberbürgermeister Fiedler.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel