Trainerentlassungen sind im Sport nichts Ungewöhnliches. Bestes Beispiel in jüngster Vergangenheit ist da der Rauswurf von Markus Anfang beim 1. FC Köln und das als Tabellenführer der 2. Fußball-Bundesliga – als Begründung wurde damals angeführt, dass man den Eindruck hatte, dass Anfang das Team nicht mehr erreicht und den direkten Wiederaufstieg in Gefahr sah. Somit wurden nach außen sportliche Gründe für die Entlassung kommuniziert. Bei der gestern verkündeten Vertragsauflösung zwischen den Bundesliga-Handballerinnen der TuS Metzingen und ihrem Cheftrainer André Fuhr, der eigentlich noch bis Juni 2021 Vertrag hatte, tut sich allerdings eine besondere Frage auf. Wieso werden die Gründe für die Vertragsauflösung nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht?
Sportlicher Natur können sie kaum sein, da man als neutraler Beobachter in dieser Saison ganz klar anerkennen musste, dass die TusSies absolut im Rahmen ihrer Möglichkeiten spielten und auf nationaler Ebene einfach ein gutes Stück hinter den Topteams aus Bietigheim und Thüringen herhinken.  Bleibt also nur die persönliche Schiene. War hier Trainer Fuhr mit Personalentscheidungen seines Managers Ferenc Rott nicht einverstanden oder war das Verhältnis zwischen dem EHF-Mastercoach und der Mannschaft auf irgendeine Art und Weise gestört? Am Ende bleibt nur die Möglichkeit zu spekulieren, da beide Parteien über die Gründe der Vertragsauflösung Stillschweigen vereinbart haben. Dies muss man, insbesondere als Sympathisant der Pink-Ladies, nicht vollständig nachvollziehen, sollte es aber akzeptieren. An der momentanen Situation kann man eh nichts mehr ändern, und so sollte man sich schnellstmöglich mit der neuen Saison befassen, da der Trainermarkt mit geeigneten Kandidaten nicht üppig gefüllt ist. Man darf daher gespannt sein, wen Ferenc Rott aus dem Hut zaubert. Und wer weiß, vielleicht wird er ja auch im eigenen Haus fündig.