Metzingen Fast zwei Jahre gewerkelt

Der MAI-Gebrauchtwarenmarkt wurde nach der Renovierung mit einem Fest offiziell wieder eröffnet.
Der MAI-Gebrauchtwarenmarkt wurde nach der Renovierung mit einem Fest offiziell wieder eröffnet. © Foto: Larissa Abbenzeller
Metzingen / LARISSA ABBENZELLER 19.06.2015
Schöner als je zuvor erstrahlen die Räumlichkeiten des MAI-Gebrauchtwaren-Marktes in neuem Glanz. Nach langer Renovierungsphase gehört das Provisorium nun endlich der Vergangenheit an.

Statt in muffigem Flohmarktambiente, stöbern Freunde von Trödel, Nippes und Kuriositäten nun in modernisierten, hellen Räumlichkeiten. Der Markt der Metzinger Arbeits-Initiative (MAI) ist seit seiner Gründung schon ganz schön rumgekommen. "Anfangs waren wir in der alten Post. Dort hatten wir nur 200 Quadratmeter und kein WC. Dafür aber mehr Laufkundschaft", erinnert sich Jürgen Böcker, der die MAI seit der ersten Stunde begleitet. 1996 lud die Stadt Metzingen an den runden Tisch um gemeinsam zu überlegen "was können wir für die Arbeitslosen tun"? Jürgen Böcker, zu diesem Zeitpunkt selbst arbeitslos und als überqualifiziert schwer vermittelbar, meldete sich spontan, um die Initiative zu unterstützen. Eine Beratungsstelle für Arbeitslose wurde eingerichtet und betrieben und schnell folgte die Idee eines Gebrauchtwarenmarktes.

Zunächst wurden Herde und Waschmaschinen eingesammelt, die auch heute noch im Sortiment sind. Die Angebotspalette wurde aber ständig an die Bedürfnisse des Marktes und natürlich der Arbeitslosen angepasst. Wer gebrauchsfähige Artikel spenden möchte, meldet sich beim MAI-Markt-Team. Die Mitarbeiter schauen sich die guten Stücke an und holen die Ware auch gerne kostenlos ab, um sie im neuen Ambiente des Marktes zum Verkauf anzubieten. Hier warten Sofas, Lampen, antike Wanduhren, Elektrogeräte, Geschirr, nostalgische Kameras und sogar ein exklusiver französischer Gasherd auf neue Besitzer. Endlich sind sämtliche Planen, Baumaschinen und Farbeimer verschwunden und das Sammelsurium an Praktischem und Besonderem kommt wieder so richtig zur Geltung. Lange genug hat die Renovierungszeit gedauert, fast zwei Jahre wurde nach dem heftigen Hagelschaden 2013 in den Räumlichkeiten der Metzinger Straße 75 gewerkelt. "Das war zwar schon manchmal nervig, aber da haben wir schon Schlimmeres hinter uns", blieb Jürgen Böcker stets positiv.

In den verschiedenen Stationen des MAI-Marktes gab es schließlich schon die unterschiedlichsten Katastrophen wie Wasserrohrbruch und Stromausfälle zu überwinden. Aber immer wieder hat der MAI alles neu gemacht. Ein echter Grund zu feiern. Mit Gegrilltem, gekühlten Getränken und afrikanischen Rhythmen wurde der neue MAI-Markt am Mittwoch eröffnet. Wo die afrikanische Gruppe Samasesu mit ihren Trommeln auftritt, ist gute Laune und tolle Stimmung programmiert. So füllten sich auch am Mittwoch die Bierbänke an der Metzinger Straße stetig. Bis 22 Uhr konnte noch geschlemmt und gestöbert werden. Und manch einer nutzte die Gelegenheit, um einfach mal in den Markt reinzuspicken und war überrascht, welche Schätze es hier zu entdecken gibt.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel