Nach heftigem Regen am Wochenende sind zwei Männer in der Falkensteiner Höhle vom Wasser überrascht und eingeschlossen worden. Doch was hat es mit dieser Höhle auf sich? Warum ist sie so beliebt - und was macht sie gefährlich?

Was ist die Falkensteiner Höhle?

Die Falkensteiner Höhle ist eine aktive Wasserhöhle. Sie wird auf ihrer gesamten Länge das ganze Jahr hindurch von der Elsach durchflossen. Das macht die Höhle für Besucher so faszinierend – und zugleich so gefährlich. Nach starken Regenfällen oder in der Zeit der Schneeschmelze kann das Wasser in der Höhle innerhalb kürzester Zeit so stark ansteigen, dass der Höhlenbach aus dem Eingang fließt und manchmal auch den zur Höhle führenden Weg teilweise zerstört. Während ein Begehen der Höhle bei gutem Wetter auf den ersten 20 Metern gefahrlos in Gummistiefeln möglich ist, verschließt sich bei Hochwasser der niedrige Eingangsbereich der Falkensteiner Höhle und steht dann auf über 20 Metern Länge vollständig unter Wasser – nur sechs bis acht Grad kalt.

Zutritt zur Falkensteiner Höhle nur mit Genehmigung

Die Gemeinde Grabenstetten, auf deren Gemarkung die Höhle liegt, hat im Jahr 2018 deshalb eine Verordnung erlassen, die den Zutritt zur Höhle reguliert. Er ist seither nur noch mit Genehmigung möglich.

Wo können Besucher eingeschlossen werden?

Kennt man die Falkensteiner Höhle, kommen im Wesentlichen zwei Bereiche in Frage, in denen die Gruppe festsitzen könnte: Hinter dem sogenannten „Demutsschluf“ unweit des Eingangsbereichs, einem Bereich, in dem sich die Höhlendecke so weit absenkt, dass er nur gebückt durchlaufen werden kann. Er verschließt sich bei Hochwasser auf einer Länge von über 20 Metern vollständig und kann dann nur mehr mit Tauchausrüstung durchquert werden.

Die zweite Stelle liegt etwa 500 Meter hinter dem Höhleneingang. Dort gibt es einen Siphon, einen Gang, in dem die Höhlendecke bei Hochwasser auf etwa drei Metern Länge unter der Wasseroberfläche verschwindet. Bei guter Witterung bleibt ein wenige Zentimeter schmaler Spalt zwischen Wasseroberfläche und Höhlendecke, sodass der Bereich von erfahrenen (!) Höhlenbesuchern ohne Taucherausrüstung passiert werden kann. Das Problem: Hat man die Witterungsbedingungen nicht im Blick, kann man auf dem Rückweg vom Hochwasser überrascht werden – und eingeschlossen sein.

Wenige Meter hinter dem Siphon liegt die „Reutlinger Halle“, ein mächtiger Versturz, in dem sich Felsen einige Meter hoch auftürmen. Hier können eingeschlossene Höhlenbesucher normalerweise in Sicherheit ausharren, bis Rettung kommt. Allerdings kann für sie Unterkühlung durchaus zum Problem werden – denn in der Falkensteiner Höhle ist nicht nur das Wasser kalt, sondern auch die Umgebungsluft mit zehn bis 12 Grad.

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