Hülben / GUDRUN SCHMIED Kein Weg ist zu weit, keine Herausforderung zu groß, als dass Joey Kelly sie nicht bewältigen würde. Jeder zieht aus sportlichen Leistungen persönliche Vorteile, erklärte der Extremsportler seinen Zuhörern.

Zunächst hieß es warten, für die rund 300 Zuhörer, die gekommen waren, Joey Kelly mit seinem Vortrag "No Limits - Wie schaffe ich mein Ziel, zu erleben". Der Verkehr am Vorabend des langen Wochenendes hatte den Extremsportler ausgebremst.

Ganz schnell hatte der Sportler seine Zuhörer dann gepackt und fegte in einem rasanten Parcours durch sein bewegtes Leben. Selbstverständlich durfte dabei ein Rückblick auf die Familiengeschichte der Kelly Family nicht fehlen. Mit einiger Selbstironie schilderte er das Leben der zwölfköpfigen Musikerfamilie in den 80er und 90er Jahren. Auch wenn damals das Geld manchmal knapp war, haben die Kellys doch ein freies Leben ohne Angst geführt. Man habe den Glaube an den Erfolg, der sich schließlich auch einstellte, nie verloren, betonte Kelly. "Nur wer kämpft erreicht sein Glück." Am Ende standen 20 Millionen verkaufter Platten.

Vielleicht war dieses nicht immer leichte Leben und die Disziplin, die der Vater von seinen Kindern einforderte, eine Ursache für die Härte gegen sich selbst, die Joey Kelly bei seinen Extremläufen aufbringen muss.

Im Hauptteil des Abends berichtete Kelly von seinen beeindruckenden sportlichen Leistungen. Was als Wette mit seiner Schwester und der Teilnahme an seinem ersten Triathlon begann, wurde bald zum wichtigen Teil seines Lebens. Auch während der Konzertengagements der Kelly Family trainierte der Sportler regelmäßig, meistens nachts nach den Konzerten und nahm an Wettkämpfen teil. Der Ausdauersport sei der ideale Ausgleich für die Belastungen in Beruf und im Privaten. Bald waren dem Sportler "normale" Triathlons nicht mehr genug, er nahm längere Rennen auf sich. Krank und mit Füßen voller Blasen absolvierte er einen Wüstenlauf über 280 Kilometer in sechs Tagen oder einen Ultramarathon durch Schnee und Eis in Alaska.

Relativ viel Raum räumte Kelly den Raab-Events ein, bei denen die Belastung sicher nicht bis an die körperlichen Grenzen ging.

Mit der erfolgreichen Teilnahme an acht Ironman-Triathlons innerhalb eines Jahres hält Kelly den Weltrekord und wurde damit sogar zum Gegenstand einer Frage bei Günther Jauchs "Wer wird Millionär".

Die ultimative Herausforderung war für den Extremsportler das Rennen zum Südpol 2011 als Mitglied der deutschen Mannschaft. Gewonnen hatten zwar die Österreicher, angeführt vom Skiass Hermann Maier, doch nur die deutsche Mannschaft unter Markus Lanz kam mit allen Mitgliedern nach knapp elf Tagen ins Ziel. Entscheidend für den Erfolg sei, beim Sport wie im Beruf und privat, vor allem der Respekt untereinander, eine gute Stimmung und nur als ein weiterer Faktor die erbrachte Leistung. Wer körperlich aktiv sei, erlange eine viel größere Lebensqualität. "Es ist nie zu spät, anzufangen", feuerte Kelly die Zuhörer an.

Jüngstes Projekt des Läufers war der "Deutschlandlauf", zu Fuß, ohne Geld und Proviant 900 Kilometer von der Nordsee bis auf die Zugspitze. Dies war eines seiner größten Abenteuer, das er 2015 auf einer anderen Route, entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, und einer Gruppe Gleichgesinnter wiederholen will.

Für die Zuhörer, die an Kelly im Anschluss an seinen Vortrag noch viele Fragen hatten, blieb die Erkenntnis, dass "das ganze Leben ein Marathon ist und es sich zu kämpfen lohnt."

Die Gemeinde Hülben hatte die Veranstaltung in der Rietenlauhalle organisiert. Einmal jährlich will man "ein Highlight" anbieten, erklärte Bürgermeister Siegmund Ganser.

Passend zum Motto "Gesunde Gemeinde" hatte man sich an Joey Kelly gewandt. Unkompliziert und mit kaum einem halben Jahr Vorlauf, war die Veranstaltung dann zu Stande gekommen.