Metzingen Erzählkunst nach Noten

Metzingen / MARA SANDER 31.03.2014
Musikalische Frühlingspracht in voller Blüte und viel Spielfreude - das hat die Stadtkapelle Metzingen dem Publikum beim Jahreskonzert geboten. Es gab perfekte Wechsel zwischen lauten und zarten Tönen.

Die Wechsel zwischen zarten Tönen und "gewaltigem Hammer", wie Moderator Gerhard Laib den "Fluch der Karibik" in der Umsetzung der Stadtkapelle beschrieb, war an allen Stellen perfekt: Die Stadtkapelle hat einmal mehr gezeigt - oder besser hören und erleben lassen - dass Musik nicht nur bedeutet, zu singen oder Instrumente zu spielen. Sondern mehr ist: Erzählkunst nach Noten.

Die Musiker beherrschen ihr Handwerk perfekt, vergessen dabei aber nicht, mit Gefühl und Ausdrucksstärke Noten Leben zu verleihen, eben musikalisch die jeweilige Geschichte zu interpretieren.

Daran erinnert die Musiker bei den Proben immer wieder ihr "Kapellmeister", wie Laib gerne den Stadt- und Landesmusikdirektor Bruno Seitz vorstellt. Selbst die höchsten Erwartungen erfüllten die Musiker unter seiner Leitung und übertrafen sich wieder einmal selbst. Sie wissen, dass sie gut spielen und nehmen das als Grundlage, sich an schwierigste Stücke zu wagen und diese perfekt erklingen zu lassen.

"Phänomenal wie der Dirigent das macht", lobte der Kreisvorsitzende des Blasmusikverbands Neckar Alb, Helmut Vöhringer. Sowohl Jugendorchester als auch die Stammkapelle böten "phänomenale Leistungen", so Vöhringer. Die erreichen sie außer mit optimaler Handhabung der Instrumente mit "Musikverständnis, Klarheit und Durchdringlichkeit", wie Vöhringer das Spiel der Orchester beschrieb. "Ich bin tief beeindruckt" so Metzingens Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler nicht ohne Stolz, dass es in Metzingen zwei "supergute Blasmusikkapellen" gibt. Hatte er doch schon vor zwei Wochen bei den Hofbühlmusikanten große Leistungen erlebt.

Sein Lob ("gigantisch") bezog sich insbesondere auf das Stück "Maccu Picchu - City in the Sky" des japanischen Komponisten Satoshi Yagisawa. Es war doppeldeutig gemeint: Die Musiker haben mit ihren Instrumenten erleben lassen, dass das größte Heiligtum der Inkas, die Stadt Macchu Picchu, von der Zerstörung durch die Spanier verschont blieb, wie der Moderator die drei Klangbilder erklärte.

Bleibenden Eindruck vermittelten auch die Stücke wie "Ritt der Walküre" von Richard Wagner oder Mozarts Ouvertüre "Hochzeit des Figaro". Seitz kommentierte: "Toll, prima Sound", was bedeutet, er ist höchst zufrieden. "Ich konnte mich richtig in die Musik fallen lassen" - das ist wohl das schönste Kompliment, das er seinen Musikern machen konnte.

Zuvor hatte schon das Jugendorchester ebenfalls unter der Leitung von Bruno Seitz mit der "Grand Canyon Ouvertüre" zur Eröffnung des Abends klargemacht, dass die Stadtkapelle keine Nachwuchssorgen haben muss. So gern sie auch Hits von "Lady Gaga" spielen, so perfekt und überzeugend lieferten die Jungmusiker auch "eine Hommage der Jugend an Ernst Mosch" ab, wie Laib die "Lieblingspolka" ankündigte.

Das Vorstufenorchester unter Leitung von Adrian Bernardi brachte dann zum Ausdruck, dass das Jugendorchester demnächst neue Talente bekommt, die alle in die "große" Kapelle hinein wachsen können.