Wirtschaft Erweiterung um 4000 Quadratmeter

Seit vier Generationen ist die Paul Dümmel Werkzeugfabrik familiengeführt (von links): Karl-Heinz Dümmel, Enkel des Gründers Paul, Eveline Dümmel, Linda Schur-Dümmel, Nathalie Dümmel und der heutige Geschäftsführer Jochen Dümmel.
Seit vier Generationen ist die Paul Dümmel Werkzeugfabrik familiengeführt (von links): Karl-Heinz Dümmel, Enkel des Gründers Paul, Eveline Dümmel, Linda Schur-Dümmel, Nathalie Dümmel und der heutige Geschäftsführer Jochen Dümmel. © Foto: Kirsten Oechsner
Hülben / Kirsten Oechsner 02.07.2018

Gleich doppelten Grund zu feiern hat das Traditionsunternehmen Paul Dümmel Werkzeugfabrik: Vor 90 Jahren legte Paul Dümmel in einem umgebauten Bauernhaus in der Hülbener Ortsmitte den Grundstein für den heutigen Erfolg. Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten wurde am Samstag zudem der 4000 Quadratmeter große Erweiterungsbau des Werks 2 in der Daimlerstraße eingeweiht. Rund 750 Gäste feierten mit der Familie Dümmel und den Mitarbeitern, schauten sich im Betrieb um und nahmen sich Zeit für Gespräche beim gemütlichen Hock auf dem Firmengelände.

Als der Urgroßvater des heutigen Geschäftsführers Jochen Dümmel 1928 seine mechanische Werkstätte gründete, dachte noch keiner an den heutigen Erfolg: „Es handelte sich um einen technischen Gemischtwarenladen“, blickt Jochen Dümmel auf die Firmengeschichte zurück. Bei Paul Dümmel konnten die Hülbener tanken, Fahrräder und Motorräder kaufen und sie reparieren lassen. Neun Jahrzehnte später belegt das familiengeführte Unternehmen auf dem rasch wachsenden Industriesegment der Mini-Bohrungsbearbeitung einen eindeutigen Spitzenplatz unter den Hartmetall-Werkzeugherstellern. „Im Kleinen die Größten“, heißt denn auch die Devise der Paul Dümmel Werkzeugfabrik mit einem weltweiten Vertriebssystem: Der Hülbener Mittelständler hat 80 Vertretungen in über 40 Ländern.

Und dennoch zeichnet das Unternehmen eines aus: Die Verbundenheit zur Region und zum Standort. Wachstum ja, aber in Hülben selbst: 1958 ging es raus aus dem Bauernhaus in den Neubau in der Lerchenstraße, 1972 übernahm Gründersohn Heinz die Geschäfte und baute das Unternehmen aus. 1992 folgte dann dessen Sohn Karl-Heinz Dümmel in der Geschäftsführung, das Stammhaus wurde im Lauf der Jahre stets erweitert. Doch eine weitere Expansion war im Werk in der Lerchenstraße, das sich inzwischen mitten in einem Wohngebiet befand, nicht mehr möglich – in der Daimlerstraße wurde 2012 neu gebaut, im Gebäude befindet sich die Produktion und Schulungsräume. Nach anderthalbjähriger Bauzeit wurde nun ein dringend notwendiger 4000 Quadratmeter großer Anbau fertig gestellt.

Das Werk 2 wirkt indes nicht wie ein typischer Industriebau – innen wie außen. „Wir haben versucht, das Gebäude durch die Jurasteine der Landschaft anzupassen“, so Jochen Dümmel, der den Betrieb nun in vierter Generation leitet. Einerseits befindet sich das Gebäude auf dem neusten Stand der Energietechnik – mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach kann trotz des hohen Energiebedarfs in der Produktion der Strom für drei Monate selbst erzeugt werden. Andererseits wurden auch Aspekte des Natur- und Landschaftsschutzes berücksichtigt: In den Mauern des Industriegebäudes wurde Platz geschaffen für 50 Nistkästen für Mauersegler. „Wir haben auch eine Streuobstweise angelegt, dort können unsere Mitarbeiter Pause machen und Obst ernten“, so Jochen Dümmel. 70 Frauen und Männer arbeiten insgesamt in Hülben, viele unter ihnen sind dem Unternehmen seit Jahrzehnten treu. „Ihr großer Erfahrungsschatz garantiert Qualität“, erklärt der Geschäftsführer. Die Mitarbeiter sollen sich wohlfühlen, so die Firmenphilosophie: Im neuen Pausenraum herrscht ein edles Ambiente mit Kronleuchtern, hochwertiges Holz ist verarbeitet und ein Parkettboden verlegt – von dort aus geht es direkt in die Produktion.

Mit beruflichen und privaten Weggefährten, Gästen aus der Politik, Gemeinderäten und Vertretern von Vereinen und Organisationen, die von der Werkzeugfabrik unterstützt werden, wurde das Jubiläum und die Einweihung in großer und doch überschaubarer Runde gefeiert: Die 750 Gäste kamen im Lauf des Festtages zu unterschiedlichen Zeiten, auf einen Vortrag im Victoriasaal folgte dann eine Führung durch die Produktion und das firmeneigene Museum. Zum Abschluss kamen die Gäste zu einem Hock zusammen,  der Musikverein Hülben spielte.

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