Hülben: Als Vorsichtsmaßnahme hat die Gemeinde am Donnerstagmorgen die Niederwiesenhalle gesperrt. Eine Messung hat eine Schneehöhe von 40 Zentimetern  ergeben, statisch zugelassen ist das Dach für 50 Zentimeter. Da seit der letzten Berechnung allerdings zusätzlich nochmals eine Kiesschicht auf das Dach aufgetragen wurde, hat sich Bürgermeister Siegmund Ganser in Absprache mit der Feuerwehr und der benachbarten Schulleitung zur Schließung entschlossen. Geräumt werden soll das Dach am Freitagnachmittag durch Mitarbeiter des Bauhofes und der Feuerwehr. Weitere öffentliche Gebäude sind nicht gefährdet, weil sie kein Flachdach haben.

Bevölkerung nimmt die Lage gelassen

Obwohl der Räumdienst fast rund um die Uhr im Einsatz ist, „kommen wir kaum noch hinterher“, schildert Ganser die Situation im Ort. Zur Unterstützung wurde zusätzlich noch eine örtliche Firma mit Räumdiensten beauftragt. „Der Großteil der Bevölkerung nimmt die Lage gelassen. Wir haben nunmal im Augenblick eine Sondersituation, die nicht so ohne weiteres zu stemmen ist“, sagt Ganser. „Wir tun aber als Gemeinde alles, was wir können.“

Bildergalerie Winter in Hülben: Turnhalle wird gesperrt

Grabenstetten:

„Eigentlich herrscht jetzt Heiligabendstimmung – wenn man nicht fürs Wegräumen des Schnees zuständig ist“, sagt Bürgermeister Roland Deh. Sicherheitsbedenken für öffentliche Gebäude sieht er in seiner Gemeinde keine: Einerseits wegen fehlender Flachdächer, andererseits liege gerade die Falkensteinhalle so exponiert, dass der Wind dort auf dem Dach einen erheblichen Teil der Räumarbeiten übernimmt.

Bei allen Anstrengungen, die sein am Anschlag arbeitendes Bauhof-Team mit Unterstützung örtlicher Landwirte leiste: „Unterm Strich ist das doch ein normaler Winter. Früher war das jedes Jahr so mit dem Schnee.“ Allerdings hat der nasse Schnee zu Beginn der Niederschläge für Probleme gesorgt, entlang der Ortsdurchfahrt geht langsam der Platz für den geräumten Schnee aus. Dies sei aber kein exklusives Grabenstetter Problem.

Katastrophale Zustände? „Nur, wenn Lastwagen ohne Winterreifen, Stuttgarter oder Tal-Reutlinger zu uns hoch kommen, das kann zu Verkehrsproblemen führen“, sagt Deh mit einem Schmunzeln. Er plädiert für mehr Gelassenheit und Verständnis für die aktuelle Situation.

Römerstein: Arbeitsbeginn um 3.30 Uhr. Das erlebte kürzlich Römersteins Bürgermeister Matthias Winter, nachdem er zuvor wegen der Strohweiler Wasserversorgung schlaflose Nächte hatte. Nun besuchte er seinen Bauhof zum Start des Winterdienstes. „Was für mich ungewöhnlich ist, ist für die Kollegen unseres Bauhofs in diesen Tagen normal“, unterstreicht Winter den hohen Einsatz seiner Mitarbeiter im Bauhof. Diese lobt der Schultes für deren „unermüdlichen Einsatz“. Allerdings weiß er auch: Die Männer vom Bauhof „arbeiten am Anschlag“. Die Gemeinde hat deshalb reagiert, kurzfristig einen weitere Fahrer für die Räumfahrzeuge eingestellt und auch die Zahl der Subunternehmer, die im Auftrag räumen, auf drei erhöht. „Wir tun, was wir können“, fasst Winter die Lage zusammen. Wo gebahnt wird, gibt es indes das nächste Problem. „Wir wissen langsam nicht mehr, wohin mit dem Schnee“, so der Bürgermeister, der zugleich froh ist, dass die kommunalen Gebäude mit der Schneelast keine Probleme haben. „Es hat ordentlich Schnee, ja, aber damit kommen wir klar“, sagt Winter, der zugleich hofft, dass „alle das Winterwetter auch ein Stück weit genießen“ können.

St. Johann: Bürgermeister Florian Bauer hat seinem Bauhof-Team kürzlich zum Vesper überraschend Leberkäsweckle spendiert – für eine kleine Auszeit im stressigen Alltag. „Es ist großartig, was die Männer angesichts dieser Schneemassen täglich leisten, meistens zu Zeiten, wenn die meisten von uns noch im warmen Bett schlummern“, lobt Bauer. Derzeit seien Mitarbeiter und externe Dienstleister nahezu dauernd im Einsatz. „Wir suchen nach Flächen, wohin wir den Schnee abtransportieren können. Räumen an die Straßenränder wird bald nicht mehr ausreichen“, blickt Bauer voraus. Im Auge hat die Kispelgemeinde auch die Gemeindehalle und die Grund- und Werkrealschule. „Wir sind mit Statikern in Kontakt“, sagt Bauer angesichts der Schneelasten. Zu einer Sperrung kam es bis dato nicht.

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