Metzingen / Von Luisa Scheurer

Zahlreiche Schüler bekamen gestern die Chance auf ein Speed-Dating-Bewerbungsgespräch mit mehreren Firmen ihrer Wahl. Organisiert von der Dialogmanufaktur und der Wirtschaftsförderung Metzingen konnte das Azubi-Speed-Dating zum ersten Mal in diesem Rahmen in der Mensa der Neugreuthschule stattfinden.

Rund 23 Unternehmen suchten das Gespräch mit den Schülern, um sich die Chance auf neue Azubis und Praktikanten nicht entgehen zu lassen.

Jeder interessierte Schüler hatte im Vorfeld die Möglichkeit, sich bei maximal vier Firmen der Wahl für ein zehnminütiges Gespräch zu bewerben. Neben den Stadtwerken Metzingen, dem Landratsamt Reutlingen und Borchers Südwest waren unter anderem die Bundespolizei, die Kreissparkasse Reutlingen und die BHG Autohandelsgesellschaft dabei.

Selina Schenk, Ausbilderin der Kreissparkasse Reutlingen, erhoffte sich viel von den Gesprächen: „Es ist eine tolle Chance für die Schüler.“ Kurz zuvor hatte sie ein Gespräch mit einer jungen Dame, der sie umgehend einen Praktikumsplatz anbot. „Sie hat so einen tollen Eindruck gemacht.“ Wenn es im ersten Moment gut passen würde, würden die Schüler unter anderem zu Vorstellungsgesprächen und zu den Einstellungstest eingeladen werden.

Auch Regina Stramm, Fachberaterin für Kindertageseinrichtungen bei der Stadt Metzingen, sieht das Azubi-Speed-Dating positiv. Sie möchte Ausbildungsplätze und FSJ-Plätze speziell für den Bereich Erzieher füllen. „Diese Veranstaltung ist eine schöne Möglichkeit, die Schüler in den Beruf zu begleiten.“ Sie achte bei den Gesprächen vor allem auf die Selbstdarstellung und Haltung der Schüler. Aber auch darauf, wie offen sich die Schüler zeigen würden, und wie gut sie sich artikulieren könnten. „Bei einem guten ersten Eindruck laden wir die Schüler zu einem Vorstellungsgespräch und einer Hospitanz bei uns ein“, erklärt sie.

Für die Schwestern Lisa und Lena Knecht, die dieses Jahr ihren Abschluss machen, sind die Bewerbungsgespräche erfreulich verlaufen. „Zuerst war ich schon nervös, aber das hat sich dann schnell gelegt. Mir wurde sogar schon ein Praktikumsplatz angeboten,“ freut sich Lisa. Ihre Schwester Lena hat von der Bundespolizei eine positive Rückmeldung mit der Empfehlung auf eine Bewerbung bekommen. „Ich bin sehr zufrieden, und mir hat das Speed-Dating unglaublich viel gebracht. Man kann ganz offen mit den Vertretern der Unternehmen sprechen, und die Noten spielen keine so große Rolle wie sonst,“ sagt Lena.

Genau das soll das Ziel der Veranstaltung sein. Matthias Nowotny, Geschäftsführer der Dialogmanufaktur, möchte, dass die Schüler für die Zukunft sensibilisiert werden und neue Perspektiven durch die Gespräche erhalten können. „Es ist vor allem auch eine wichtige Erfahrung für die Schüler, dass sie mehr Selbstvertrauen bekommen und ihre eigenen Stärken erkennen können,“ beschreibt es Nowotny. Für ihn ist es wichtig, dass die Schüler einen authentischen Erstkontakt mit den Unternehmen bekommen könnten und auch andere Berufsarten, die sie vorher nicht kannten, in Betracht ziehen würden. „Das Schönste für mich ist, wenn die Schüler nach den Gesprächen mit den Unternehmen wieder mit einem breiten Grinsen den Raum verlassen. Allein dafür lohnt sich diese Veranstaltung schon.“

Unter anderem nahmen die Schönbeinrealschule, das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium, die Neugreuthschule, die Gewerbliche Schule (alle Metzingen) sowie die Georg-Goldstein-Schule aus Bad Urach an der Veranstaltung teil.

Auch Jürgen Grund, Schulleiter der Schönbeinrealschule, betonte die gelungene Zusammenarbeit mit den Veranstaltern. Für ihn ist die Veranstaltung die Möglichkeit, junge Menschen in die Zukunft zu begleiten. „Diese Veranstaltung ist sehr wertvoll, und sie ist für beide Seiten, für die Unternehmen sowie für die Schüler, ein absoluter Zugewinn,“ erklärt Grund.