Auch gestandene Läufer kann man immer mal wieder überraschen. So war Lorenz Baum (LAV Stadtwerke Tübingen) doch ein bisschen verblüfft, als ihm gesagt wurde, dass Simon Stützel beim Ermstal-Marthon über die halbe Distanz gemeldet ist. „Der hat die beste Zeit stehen. Ihn kann man deshalb in der Favoritenrolle sehen“, sagt Lorenz Baum. Damit hat er ein Problem los und auch seinen WG-Genossen Timo Göhler aus der Schusslinie genommen. Egal, wie es am Sonntag, 14. Juli, auch kommen mag: Der Halbmarathon ist so gut besetzt wie noch nie.

Schnellste WG Tübingens

Lorenz Baum bringt seinen unmittelbaren Nachbarn mit an den Start nach Metzingen. Mit Timo Göhler stellt er die vielleicht schnellste WG Tübingens – was die Mittel- und Langstrecken angeht. Der halbe Ermstal-Marathon bildet für das Duo den Startschuss für die Vorbereitung auf den Berlin-Marathon am Sonntag, 29. September. „Das ist als Einstieg gedacht“, verrät Baum den Plan, vermeidet aber die Vokabel „locker“, die in diesem Zusammenhang gerne verwendet wird. Locker geht es nicht einmal im Training zu, auf der Rennstrecke gleich zwei Mal nicht. Zumal Timo Göhler im Vorfeld ja schon zum Ausdruck brachte, sich mit dem Streckenrekord beschäftigen zu wollen. Der steht seit 2009 bei 1:10,46 Stunden, wird gehalten von Markus Ruopp. Auch Simon Stützel hat sich dahingehend schon geäußert – und Lorenz Baum macht einfach mit.

Der Elektriker, der sich demnächst zum Techniker weiterbilden wird, steht angesichts der „Mitläufer“ ziemlich unter Strom. „Markus Ruopp ist den Rekord damals fast im Alleingang gelaufen. Jetzt gibt es zumindest Drei, wobei ich nicht weiß, wer sonst noch auftaucht, die sich gegenseitig puschen können. Da wackelt die Bestmarke schon bedenklich.“ Das ist der Gruß von Lorenz Baum an den Veranstalter, schon einmal die ausgelobte Prämie auf die Seite zu legen. Sein Favorit ist Stützel, Göhler kann an einem guten Tag sehr viel reißen. Und Lorenz Baum? Der auch.

Nahe an der Bestzeit

Der rannte bei der diesjährigen Halbmarathon-DM in Freiburg in 1:07,04 auf Platz 13. „Das war nahe an der Bestzeit“, so der 29-Jährige, der selbige bei 1:06,55 verortet. Das ist also deutlich unter den 1:10, die endlich fallen sollen. Es schwirren aber auch noch andere Zeiten durch Baums Hirn. Sein Marathon-Debüt in Frankfurt wurde im vergangenen Jahr nach 2:21,40 Minuten abgewunken. „Das hat gut funktioniert“, sagt Baum ganz bescheiden, der sich auf sieben Trainingseinheiten pro Woche beschränken muss. Jetzt geht die Reise nach Berlin. Auch dafür besteht ein detaillierter Plan. „Die Strecke ist schneller.“  Das heißt: Lorenz Baum will die 2:20 knacken. Einen ersten Anlauf nimmt er am 14. Juli zwischen Metzingen und Bad Urach.