Die Kelten kommen. So heißt es auf einem großen Plakat am keltischen Gräberfeld am Burrenhof. Und auf diese Ankunft wollen die Gemeinden Hülben, Grabenstetten und Erkenbrechtsweiler vorbereitet sein. Deshalb haben die drei Gemeinderats­gremien, die zusammen die Verbandsversammlung des „Zweckverband Region am Heidengraben“ bilden, weitere Planungsschritte zur Umsetzung des „Erlebnisfeld Heidengraben“ auf den Weg gebracht. Denn es könnte jetzt sehr schnell gehen.

Am 18. Dezember haben die beteiligten Bürgermeister, Landräte und weitere Verantwortliche eine Besprechung im Kultusministerium in Stuttgart. Von dort soll im Rahmen der Umsetzung des Keltenkonzeptes der Großteil der Finanzierung des Erlebnisfeldes erfolgen. Die Unterstützung des Landes ist zwar bereits zugesagt, die Höhe der Summe ist allerdings noch offen. „Die Jahreszeit würde passen, aber noch kann die frohe Botschaft nicht verkündet werden“, sagte Roland Deh als Verbandsvorsitzender am Dienstagabend. Die Hoffnung, dass es am besagten 18. Dezember zur großen Bescherung kommen könnte, besteht allerdings.

Kostenrahmen abstecken

Nach der derzeitigen Grobplanung wird mit Kosten zwischen 4,6 und 4,8 Millionen Euro für die neue Touristenattraktion in unmittelbarer Nähe zum Burrenhof gerechnet. Die drei Kommunen haben seinerzeit rund 1,3 Millionen Euro (60 Euro pro Einwohner über drei Jahre) in einen Topf gezahlt, davon sind aktuell noch 740 000 Euro übrig. Mehr können die Kommunen derzeit nicht aufbringen. Deswegen hofft man jetzt auf das große Präsent aus der Landeshauptstadt.

„Unsere Vorleistungen stoßen in Stuttgart auf eine sehr positive Resonanz und dienen beispielgebend für andere Projekte“, ergänzte Hülbens Schultes Siegmund Ganser. Deswegen schreiten die drei Kommunen weiter voran. Neben dem Kelten-Erlebnis-Pfad, an dessen Umsetzung derzeit gearbeitet wird und der Mitte 2020 eröffnet  werden soll (wir haben berichtet), wurden jetzt auch Planungsphasen für das Erlebnisfeld vergeben. Damit soll eine verlässliche Kostenkalkulation entstehen.

Baubeginn 2021

Um die Finanzierung für das Land einfacher zu machen, sind in den vergangenen Wochen verschiedene Förderanträge, sogar auch an den Bund, gestellt worden. Damit wird dem Land ermöglicht, die erforderliche Summe aus verschiedenen Töpfen zu generieren. Ziel ist es, 2021 mit der Umsetzung zu beginnen, Träumer wagen gar zu hoffen, dass der Spatenstich  bereits mit der Einweihung des Erlebnispfades Mitte 2020 über die Bühne gehen könnte.

Da in der Verbandsversammlung auch neue Gemeinderatsmitglieder vertreten sind, gab Dr. Gerd Stegmaier einen kurzen Überblick über die Funde in der jüngsten Grabungsperiode im Sommer und über den aktuellen Stand der Kelten-Forschung.

Sein Fazit: Beim Heidengraben handelt es sich um die größte keltische Siedlung auf dem europäischen Festland, die Funde nehmen „eine spektakuläre Entwicklung“, eine außergewöhnliche Grabenanlage soll im Laufe des kommenden Jahres visualisiert werden.

Die Mitglieder des Verwaltungsrates


Die Verbandsversammlung des „Zweckverband Region am Heidengraben“ hat den Verwaltungsrat neu gewählt. Der Rat hat nun folgende Mitglieder: Sven Laderer, Michael Schön (Vertreter: Vanessa Zintgraf, Steffen Buck, alle Erkenbrechtsweiler), Martina Lehmann, Rolf Mößmer (Vertreter Wolfgang Klingler, Ulrich Wahl, alle Grabenstetten), Rolf Christner, Julian Kuder (Vertreter Traugott Kraiser, Jochen Kuder, alle Hülben).