Hülben / Alexander Thomys

Bevor Gabriel Greiner auf die Zukunftsperspektive zu sprechen kam, blickte der Hülbener Feuerwehrkommandant zunächst auf das vergangene Jahr. 16 Einsätze bewältigten die ehrenamtlichen Brandbekämpfer, wobei sich schon beim ersten Einsatz Mitte Februar die neu angeschaffte Wärmebildkamera der Wehr bewährt hatte. Damals war es in einer Wohnung zu einer Rauchentwicklung gekommen, deren Ursache zunächst nicht feststellbar war. Erst mithilfe der Kamera konnte ein Defekt am Ofenrohr als Ursache ausgemacht werden. Im Mai folgte ein weiterer anspruchsvoller Einsatz, als ein Mountainbikefahrer im Gewann Steige stürzte. Zusammen mit der Bergwacht aus Bad Urach wurde der verletzte Biker aus unwegsamem Gelände gerettet. Als ideal erwies sich hierbei, dass die Wehr im Februar einen gemeinsamen Übungsdienst mit der Bergwacht abgehalten hatte. „So haben wir vor Ort gleich gewusst, was die Kameraden der Bergwacht brauchen und wie wir sie unterstützten können“, bilanzierte Greiner.

Ein Brand einer Gartenhütte am Bauwagen Dürrlau brachte am 19. Juni einen denkwürdigen Einsatz. Zwar war der Brand mit einem C-Rohr rasch abgelöscht, wegen der schwierigen Wasserversorgung an der Einsatzstelle wurde aber auch das alte Tanklöschfahrzeug (TLF) eingesetzt, zum letzten Mal überhaupt. Denn kurze Zeit später wurde es durch das neue Löschgruppenfahrzeug-Katastrophenschutz (LF 20 KatS) ersetzt, welches der Wehr am 12. Juni offiziell übergeben worden war.

In den Bereich kuriose Einsätze fällt eine Tierrettung am 9. Juli: Ein Mauersegler hatte sich in einem Dachgitter verfangen und wurde von der Wehr gerettet, was ihr eine Spende über 50 Euro von einem Tierfreund einbrachte. Am 27. Juli war die Wehr in Dettingen gefordert, sie rückte zur Überlandhilfe in den Hochwassereinsatz aus. Zuvor galt es am selben Tag bereits die Uracher Steige zu reinigen, auch hier waren heftige Niederschläge verantwortlich. „In Dettingen waren wir dann mit den Aufräumarbeiten bis in den Abend hinein beschäftigt“, berichtete Kommandant Greiner.

Insgesamt absolvierte die Wehr damit im vergangenen Jahr 285 Einsatzstunden. 2015 waren es nur 105. „Die hohe Zahl an Einsatzstunden ist vor allem dem Hochwasser geschuldet“, ergänzte Greiner, der zudem lobte: „Die Tagesverfügbarkeit war in diesem Jahr erfreulich gut.“ In Hülben gebe es viele Handwerksbetriebe, welche die Wehr unterstützen, erklärte Greiner. Insgesamt kann die Wehr auf 41 aktive Einsatzkräfte zurückgreifen, wobei neun Mann bereits an Veranstaltungen der Altersabteilung teilnehmen, die fünf Mann umfasst.Zwölf Kinder sind derzeit in der Kinderfeuerwehr tätig. Mit Sebastian Fetzer, Florian Dannecker und Marc Kanzleiter konnte die Wehr kürzlich drei Neuzugänge in der Einsatzabteilung begrüßen. „Wir sind froh und dankbar, dass wir immer wieder junge Leute in unsere Reihen aufnehmen können, auch wenn wir zur Zeit keine Jugendfeuerwehr haben“, berichtete Greiner. Letzteres soll sich in diesem Jahr ändern: Oliver Schwertle will mit weiteren Kameraden einen Neustart bei der Jugendfeuerwehr in Angriff nehmen.

Gemeinsame Übungen und Besprechungen mit dem DRK und der Feuerwehr Erkenbrechtsweiler sowie zahlreiche Übungsdienste und Fortbildungen prägten das Jahr bei der Hülbener Wehr. Bürgermeister Siegmund Ganser sprach daher auch von „unzähligen ehrenamtlichen Stunden“, welche die engagierten Wehrleute geleitet hätten. „Sie stehen auch zu ihrer Verantwortung und halten bei Einsätzen und Diensten zur Stange“, lobte Ganser, der von „großem Respekt für alle Helfer und ihre Familien“ sprach. Der Hülbener Feuerwehr attestierte der Schultes „bewährte und zukunftsfähige Strukturen“.

Erstmals war auch Kreisbrandmeister Wolfram Auch zur Korpsversammlung gekommen. Und Auch brachte ein dickes Lob für die „leistungsgerecht und leistungsfähig“ aufgestellte Wehr mit, ebenso wie für die Hülbener Entscheidungsträger in der Gemeinde und dem Gemeinderat: „In Hülben wurde in den vergangenen acht Jahren viel in eine zeitgemäße Feuerwehr investiert.“

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Einsätze hat die Freiwillige Feuerwehr Hülben im vergangenen Jahr absolviert. Für ihre Arbeit gab es während der Korpsversammlung auch Lob von Kreisbrandmeister Wolfram Auch.