Als es im Herbst vergangenen Jahres im Metzinger Gemeinderat um die Neuverpachtung der Jagdreviere ging, gab es Diskussionen um die künftige Entschädigung von Schwarzwildschäden. Nun hat der Ortschaftsrat Neuhausen in seiner jüngsten Sitzung einmütig der Einrichtung eines Schwarzwild-Schadensfonds zugestimmt. „Wir haben jetzt“, sagt Ortsvorsteherin Lilli Reusch, „eine einigermaßen gerechte Lösung gefunden, nachdem wir uns intensiv mit der Sache beschäftigt hatten.“ Es musste eben ein Kompromiss gefunden werden. Noch im Oktober des vergangenen Jahres hatte die Stadtverwaltung im Zuge der Neuverpachtung der Jagdreviere ein Papier vorgelegt, nach dem die Jäger künftig allein für die Wildschweinschäden aufkommen hätten müssen.  Die bisherige Regelung besagt, dass die Stadt einen Teil des Schadens übernimmt. Laut Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler wäre die Stadt auch weiterhin bereit, bei besonders hohen Schäden einen Teil der Kosten zu übernehmen.

Mit dieser Planung zeigten sich nicht alle Stadträte einverstanden. Auch die Jäger übten Kritik und taten diese in einem Brief, der allen Fraktionen zugesandt wurde, kund. Daraufhin lud die Stadtverwaltung alle Beteiligten zu einem Gespräch, aus dem heraus die Idee des Fonds  entstanden war.

Wie Daniela Wucher von der Finanzverwaltung in der Ortschaftsratssitzung erklärte, soll der Fonds das Risiko der Jäger minimieren. Die Stadt verpflichtet sich freiwillig, Schäden, die durch Schwarzwild verursacht wurden, ab einer Höhe von 80 Prozent der Pachthöhe zu übernehmen. Oberstes Ziel ist es allerdings, Schäden durch Schwarzwild zu vermeiden, weshalb  ein Ausgleich aus dem Schadensfonds  an Bedingungen geknüpft ist. Da ist zum einen die Erfüllung des jährlichen Mindestabschussplans für Schwarzwild und zum anderen die jährliche Teilnahme des Jagdbogens an mindestens einer revierübergreifenden Drückjagd. Der Schwarzwild-Schadensfonds wird zunächst für die Dauer von sechs Jahren eingerichtet. Nach drei Jahren ist eine erste Überprüfung vorgesehen. Mittel aus dem Fonds werden jährlich nach Ablauf eines Jagdjahres auf Antrag und Nachweis  gewährt.

Am kommenden Montag, 21. Januar, befasst sich der Ortschaftsrat Glems  mit der Einrichtung des Schwarzwild- Schadensfonds’.

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Wildschweine müssen die Metzinger Jäger jährlich zur Strecke bringen. Dieser Abschussplan gehört zu den Bedingungen, um einen Ausgleich für Schwarzwild-Schäden zu bekommen.