Metzingen Eine musikalische Abenteuerreise

Metzingen / Anne Laaß 09.10.2018
Das Lehrer-Sinfonie-Orchester Südwürttemberg-Hohenzollern hat in der Stadthalle für mehrere hundert Grundschüler gespielt.

Die Stadthalle Metzingen wurde am Dienstagmorgen wohl zum  größten Klassenzimmer: Das Lehrer-Sinfonie-Orchester Südwürttemberg-Hohenzollern hat hier allein für die Grundschüler der Sieben-Keltern- und der Riedericher Gutenbergschule gespielt. Regelmäßig tritt das Orchester an einer anderen Schule auf. Vorgesehen war ein Konzert in Riederich. Aus Platzgründen wurde der Auftritt allerdings nach Metzingen verlegt.

Viola Ambacher, Musiklehrerin an der Gutenbergschule und selbst Teil des Orchesters, hat das Konzert organisiert. Ihr lag vor allem am Herzen, den Kindern einen Einblick in die Arbeit eines Orchesters geben zu können. Das aber nicht allein durchs Zuhören. Die Dritt- und Viertklässler sind teilweise die Hauptakteure auf der Bühne gewesen. Die Nervosität war den kleinen Schauspielern und Musikern anzumerken.

Fluch der Karibik

Dennoch zeigten sie beim Auftritt, was sie in den vergangenen Wochen geprobt hatten. Als die ersten Töne der Titelmelodie von „Fluch der Karibik“ von Klaus Badelt erklangen, schwebten die Mädchen der Klasse 3 d der Sieben-Keltern-Schule förmlich über die Bühne. In den Händen hielten sie bunte Tücher. Kurz darauf, als die Musik schneller wurde, tauchten die Jungs auf, die sich in einen Kampf mit den Piraten verstrickten. Belohnt wurde die szenische Darstellung mit reichlich Applaus aus den Zuschauerrängen.

Ebenfalls beklatscht und zwischenzeitlich kommentiert wurde die Instrumentenvorstellung. „Oh“, „Ah“ und „Cool“ riefen die Grundschüler, als sie die Kontrabässe, Geigen und Blasinstrumente sahen und auch hörten. Besonders beliebt war das Schlagzeug, aber auch die Vorstellung der Piccoloflöte und der Tuba. Wobei erst das gemeinsame Spiel die Kinder dazu brachte, auf ihren Stühlen hin und her zu schaukeln. Die Moderation des Konzerts übernahm Oliver Kliss, der kindgerecht erklärte, welches Stück als nächstes folgen würde und auch, welche Bedeutung die Musik überhaupt haben kann.

James Bond lässt grüßen

Nach der James-Bond-Melodie, die zu Beginn des Konzertes gespielt wurde, trat er in einem stilechten Anzug und mit Fliege auf die Bühne. Doch wie verdeutlicht man die Wichtigkeit der Musik? Ganz einfach: Die gleiche Szene, die von Kliss dargestellt wird, wird mit zwei unterschiedlichen Melodien untermalt. Einmal wirkt der Moderator beschwingt, als er einen Zettel aus seinem Jackett zieht, und beim zweiten Mal scheint es durch die Musik doch auf etwas Spannendes hinauszulaufen. Den Grundschülern war das einen Applaus wert.

„Der Film ist eigentlich ganz schön alt“, kündigt Kliss das nächste Stück an, und in der Stadthalle geht das Getuschel los. Scheinbar drehe sich alles um einen Mann, der eine schwarze Maske trägt, erklärt der Moderator weiter. Und schon sind die Hände in der Luft: „Star Wars“, hallt es aus den Zuschauerreihen. Das Orchester beginnt zu spielen, dadurch nimmt es Schüler und Lehrer mit auf eine Reise in eine weit entfernte Galaxis. Komponiert hat das Stück John Williams. Zurück im Hier und Jetzt steht die dritte Klasse der Gutenbergschule auf der Bühne. Die Schüler sind mit Kochmützen und Schürzen bekleidet, haben Töpfe, Kochlöffel, Waschbretter und Deckel in den Händen. Sie begleiten das Orchester beim „Kitchen Percussion March“ von Steven Rosenhaus. Mit gebührendem Applaus wird auch ihre Leistung von den Zuhörern gewürdigt. Danach wird es wild, denn es folgt eine Polka von Johann Strauss: „Unter Donner und Blitz“.

Auf in den Orient

Gleich danach findet sich das Publikum im Orient wieder: „Auf einem persischen Markt“ von Albert Ketèlbey. Die bunten, mit Pailletten geschmückten Kostüme der Riedericher Viertklässlerinnen, klirren bei jedem Schritt, während die Geschichte musikalisch vom Orchester untermalt wird. Es dreht sich alles um eine Prinzessin, die von einem Mann durch sein Flötenspiel in den Bann gezogen wird. Ein Kalif rettet sie jedoch, und die bunte Karawane zieht wohlbehalten von dannen.

Nachdenklich wird es mit dem letzten Stück des Konzerts: „Es ist ein Lied gegen den Krieg“, sagt Kliss. Als die ersten Töne von „Pomp and Circumstances“, komponiert von Edward Elgar, die Stadthalle durchfluten, tanzen die rund 500 Schüler nicht nur mit, sie singen auch und halten die eigens dafür gebastelten Fähnchen in die Höhe, auf denen verschiedene Landesflaggen zu sehen sind. Auf der Bühne begleiten derweil die Flötenkinder der Musikschule Metzingen mit Ute Studt das Stück.

Gleich zwei Zugaben

Doch das reichte dem Publikum noch nicht: Mit lauten Rufen und Applaus forderten sie gleich zwei Zugaben ein.

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Musiker des Lehrer-Sinfonie-Orchesters unter Leitung von François Förstel haben am Dienstag in der Stadthalle gespielt. Sie brachten den Grundschülern die Instrumentalmusik näher.

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