Riederich Eine lebendige Gemeinschaft lässt es krachen

An diesem Samstag wird es in Riederich wieder gen Himmel lodern, das Sonnwendfeuer.
An diesem Samstag wird es in Riederich wieder gen Himmel lodern, das Sonnwendfeuer. © Foto: Privat
Riederich / ANGELA STEIDLE 15.06.2016
90 Jahre liegen zwischen dem jüngsten und ältesten Mitglied des Schützenvereins. Die Riedericher sind aktiv: Am Samstag wird Sonnwende gefeiert.

Wenn Volker Wellhäußer, Vorstand der Riedericher Schützen, über die Sonnwendfeier des Traditionsvereins mit seinen rund 150 Mitgliedern erzählt, gerät er ins Schwärmen: "Bei gutem Wetter spielen die Kinder in den Obstwiesen unterhalb des Schützenhauses, die Eltern genießen im Freien bis in die Nacht den Sonnenuntergang vor dem Albtrauf und den beleuchteten Hohen Neuffen. Ein traumhaftes Panorama."

Bereits am Freitagabend 17 Uhr bauen die Schützen mit Unterstützung der "Oldies" vor dem Vereinsheim das Sonnwendfeuer auf. Das unbelastete Material hierfür kommt wie immer aus der Ortschaft. Die Außenbewirtung und die Stockbrot-Grillstation werden am Samstag, 18. Juni, ab 18.30 Uhr betrieben. Drei Runden Böllerschießen gehören in Riederich unbedingt zum Prozedere. Mit dem letzten Böller-Salut wird dann gegen 22 Uhr das große Feuer entzündet. Ein "Schauspiel, das in der Dämmerung richtig was her macht. Das hat Flair.", berichtet Volker Wellhäußer. Im Verein gibt es dafür eine extra Böllerschützen-Formation. Viele Familien und Stammgäste des Schützenvereins freuen sich schon das halbe Frühjahr auf das einzigartige Schauspiel in Halbhöhenlage. Für den Verein ist es eine gute Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Wellhäußer: "Es ist eine super Atmosphäre da oben. Wir zeigen als Teil der Gemeinde, dass hier was los ist. Man kommt ins Gespräch und kann sich über den Sport informieren". Noch vor zehn Jahren, erinnert sich der Vorstand, war das Sonnwendfeuer eine Geschichte mit Festzelt, Jugendturnier, viel Brimborium und riesen Vorleistung. Etwas abgespeckt und ohne sportliche Herausforderung hat die Feier jetzt eher den Charakter eines geselligen Traditionsfestes mit spektakulären Hauptdarstellern, in fußläufiger Entfernung zum Ort. Wenn es am Samstagnacht vom Waldrand her ordentlich kracht, ist das auch ein Zeichen dafür, dass die Riedericher Schützen eine überaus lebendige Gemeinschaft sind: Von der Luftpistole über die großkalibrige Pistole bis zum Luftgewehr, Kleinkalibergewehr, Vorderlader und Bogenschießen sind alle gängigen Disziplinen auch in Mannschafts- und/oder Einzelwettbewerben vertreten.

Der aktive Kern der Schützen misst zwischen 35 und 50 Jahren. Das jüngste Mitglied ist ein halbes Jahr alt, das Älteste 91.

Wie bei den Nachbarvereinen mangelt es auch den Riedericher Schützen an Nachwuchs: "Mit dem Luftgewehr darf man erst ab zwölf Jahren anfangen", so Volker Wellhäußer, "die meisten Jugendlichen entscheiden sich schon früher für Ihren Sport, sind von der Schule vereinnahmt und anderen Hobbys". Das große Plus beim Schießsport: Erfolgreich ist nur, wer eine ruhige Hand hat und sich auf seine Sache konzentrieren kann.

Mit dem Vorstandswechsel vor drei Jahren wurde bei den Schützen in Riederich ein neues Ausbildungssystem für Jugendliche und Quereinsteiger eingeführt: Wer sich ernsthaft für den Sport interessiert, bekommt im Verein einen Paten zugeteilt, der den Neuling unter seine Fittiche nimmt. Bisher haben die Schützen mit dem individuellen System nur gute Erfahrungen gemacht.

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