Neuhausen Eine Anlaufstelle weniger

Antje Greif schließt für immer das Büro ab, Ute Kern-Waidelich und Reiner Fritz nehmen das MIT-Schild ab.
Antje Greif schließt für immer das Büro ab, Ute Kern-Waidelich und Reiner Fritz nehmen das MIT-Schild ab. © Foto: Mara Sander
Neuhausen / MARA SANDER 02.03.2015
Dem Ende des Projekts Metzinger Beratungsstelle für Inklusion und Teilhabe in Neuhausen folgt mangels finanzieller Mittel noch keine Fortsetzung. Allerdings hofft man, dass es doch irgendwie weiter geht.

Gestern hat Antje Greif von der Metzinger-Beratungsstelle für Inklusion und Teilhabe (MIT) zum letzten Mal die Tür zu ihrem Arbeitsplatz, der sich im Büro für ambulantes Wohnen der Behindertenhilfe Neckar-Alb der Bruderhaus Diakonie befand, in der Metzinger Straße 11 in Neuhausen abgeschlossen.

Für Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen sowie für Reiner Fritz von der Bruderhaus-Diakonie und Ute Kern-Waidelich vom WIM-Förderverein und ehrenamtliche Inklusionsbeauftragte, fehlt damit eine wichtige Ansprechpartnerin zum Thema Inklusion.

Greif hatte seit März 2011 besonders Beratungen in Einzelgesprächen und für Stadtverwaltung, Vereine und Kirchen, Elternstammtisch, Mitarbeit in Arbeitskreisen und bei Projekten, Organisation von Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit übernommen.

Diese Arbeit können die beiden nicht zusätzlich noch übernehmen. Darum hoffen sie, dass sich eine Möglichkeit finden wird, an das bisherige Projekt anzuknüpfen, das von Anfang an auf drei Jahre festgelegt und um ein Jahr verlängert worden war. Die Hälfte der Finanzierung hatte die Paul Lechler Stiftung übernommen, die andere Hälfte haben sich Bruderhaus-Diakonie und WIM-Förderverein geteilt, um das Projekt als Ganzes anzustoßen. Das ist zwar gut gelungen, aber es fehlt nun die Fortsetzung als fester Bestandteil. "Inklusion ist Aufgabe von Kommune und Gesellschaft. Inklusion geht nicht zum Nulltarif", stellt Reiner Fritz klar, dass hier nur ein zeitlich begrenzter Weg gezeigt wurde, wie es laufen kann. Nun aber ist die Kommune gefragt dort anzusetzen, wo das Projekt nun aus finanziellen Gründen enden musste. "Das Bewusstsein ist da und sollte jetzt nicht fallen gelassen werden", so Kern-Waidelich zur Verankerung des Themas Inklusion im Bewusstsein der Menschen.

Von den drei Säulen Beratung, Begleitung und Vernetzung fallen jetzt momentan entscheidende Tätigkeiten weg. Die Inklusionsbeauftragte kann nur grundlegende Informationen und Hilfestellungen geben, "aber ein weiterführendes Angebot und Krisenintervention werden schwierig."

Auch die Beratung für Vereine und Gruppen könne nicht mehr in der gewohnten Intensität erfolgen. Alle Beteiligten hoffen darauf, dass im geplanten Familienzentrum eine neue Möglichkeit für die Inklusionsarbeit geschaffen wird, wobei Förderanträge rechtzeitig gestellt werden müssten. Das MIT-Projekt könne als Anstoß gesehen werden, eine entsprechende Stelle zu schaffen, denn es gebe noch viel zu tun.

"Barrierefrei" sei bei weitem nicht nur als ebenerdiger Zugang oder mit Aufzug zu verstehen, erklären die drei im Pressegespräch. Es umfasst weit mehr, von "leichter" Sprache bis zum Lösen von Problemen für Hörgeschädigte.

Jemand muss sich darum kümmern, dass nicht nur Ideen entstehen sondern auch weiter entwickelt und umgesetzt werden, und da fehlt jetzt Antje Greif ganz besonders. Auch wenn allen Beteiligten immer klar war, dass es ein zeitbegrenztes Projekt ist, haben sie doch gehofft, dass eine feste Einrichtung daraus wird.

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