Riederich Ein willkommener Anfang

Das erhoffte Stimmergebnis für den Zusammenschluss der Voba und der Raiffeisenbank ist erreicht wurden
Das erhoffte Stimmergebnis für den Zusammenschluss der Voba und der Raiffeisenbank ist erreicht wurden © Foto: Thomas Kiehl
Riederich / Anne Laaß 16.05.2018

Die Vertreter der Volksbank Ermstal-Alb haben die Verschmelzung mit der Hülbener Raiffeisenbank beschlossen. Vorstandsvorsitzender Michael Schnitzler hoffte auf ein klares Zeichen in der Versammlung in der Riedericher Gutenberghalle. Und genau das wurde erreicht. Roland Röhrich vom Genossenschaftsverband Baden-Württemberg nahm die für beide Banken wichtige Abstimmung vor. Auf die Frage, ob alle mit einer öffentlichen Abgabe einverstanden seien, meldeten sich sechs der 219 Stimmberechtigten und legten ein Veto ein. Daraufhin gab es ein kurzes Raunen und an manchen Stellen gar Kopfschütteln. Ein Großteil der Anwesenden stimmte jedoch für die offene Wahl. Das Ergebnis: 99 Prozent stimmten in Riederich der Verschmelzung zu. Damit wird die Fusion rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres gültig.

Schnitzler bemerkte in seiner Rede, dass beide Banken nicht nur von den Kunden her, sondern auch menschlich zueinander passen. „Wir sind eine ehrliche Haut“, so der Vorstandsvorsitzende. Große Veränderungen bringt der Zusammenschluss für die Volksbank nicht, wie in der Versammlung mehrfach betont wurde. Die Genossenschaft werde den Vorgaben gerecht, wie Röhrich bei der Bekanntgabe des Prüfungsberichts erklärte. Die Kundengelder der Volksbank Ermstal-Alb sind um 18,4 Millionen Euro zurückgegangen, was eine Bilanzsumme von 1,39 Milliarden zur Folge hat (2016 waren es 1,43 Milliarden). Diese Entwicklung ist vom Vorstand gewollt, damit auf die Kundengelder keine Negativzinsen zu zahlen sind.

Eine weitere Kennzahl ist das Eigenkapital. Es macht unter anderem einen Teil der Rücklagen aus, und zwar 75 Millionen. Weitere 26 Millionen sind Geschäftsguthaben der Mitglieder. Wobei deren Anzahl im vergangenen Jahr rückläufig war, wie Schnitzler in seinem Bericht anmerkte. Die Kredite belaufen sich auf 802 Millionen Euro und sind um 34 Millionen im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Allein 63 Prozent sind von Privatpersonen aufgenommen worden. Die Zinserträge hingegen machen mit mehr als 70 Prozent den Großteil der gesamten Erträge aus und belaufen sich auf 32,9 Millionen. Hierbei gilt es zu beachten, dass die Ausschüttung eines Fonds von 1,5 Millionen Euro enthalten ist. Das eigentliche Zinsergebnis gehe jährlich um rund zwei Millionen zurück.

Gestiegen ist allerdings der Risikoaufwand. Betrug er 2016 noch knapp zwei Millionen, sind es im Vorjahr 8,1 Millionen Euro gewesen. Der Betrag hat sich unter anderem wegen der Abschreibungen auf Wertepapiere ergeben. Sie wurden, erklärte Schnitzler, so bewertet, wie sie zurückgezahlt werden, also mit 100 Prozent. Die Aufwendungen betragen somit 5,4 Millionen Euro. Man wolle einfach die Risiken der Zukunft vorweg nehmen, sagte Schnitzler. Alles in allem sei es ein zufrieden­stellendes Gesamtergebnis, das einen Überschuss von 2,5 Millionen Euro erwirtschaftet hat. Davon sollen 2,5 Prozent für die Dividende verwendet werden, sprich 653 805 Euro. Das sind für jedes Mitglied acht Euro weniger als im Vorjahr. Ausgezahlt werden soll sie bereits am 18. Mai, wie in der Versammlung beschlossen wurde. Je 936 500 Euro sind für die gesetzliche und andere Ergebnisrücklagen vorgesehen.

Neben der wichtigen Entscheidung, mit der Raiffeisenbank zu fusionieren, standen die Wahlen der Aufsichtsratsmitglieder an. Dieter Knupfer, Wilfried Gekeler, Jürgen Hailfinder, Harald Mader und Michael Winter stellten sich erfolgreich zur Wiederwahl. Hinzu kam die Wahl von Michael Schöner. Er wurde von der Raiffeisenbank vorgeschlagen und nun einstimmig bestätigt.

Ehrung in der Vertreterversammlung: Silber und Gold für Mitglieder

Drei Mitglieder sind im Laufe der Vertreterversammlung am Montagabend in der Gutenberghalle geehrt wurden. Bevor es dazu kam, verwies Mathias Juhl vom baden-württembergischen Genossenschaftsverband auf die Geschichte der Bank und damit auf Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Vor 200 Jahren geboren, entwickelte er die Unternehmensphilosophie der Banken. Es ginge um den langfristigen Mitgliedernutzen, so Juhl. Dieser Idee seien die drei Geehrten Ulrich Reusch (Vorstand), Helmut Herrmann und Werner Bächle (Aufsichtsrat) nachgekommen. Reusch und Bächle erhielten für ihr jahrelanges Engagement die silberne Ehrennadel sowie eine Urkunde. Herrmann bekam die Ehrenurkunde in Gold als Würdigung seiner Verdienste. Juhl fand lobende Worte für die Mitarbeiter, die die Genossenschaft verlassen werden. Alle seien integer, stünden mit beiden Beinen auf dem Boden und würden sich in der Region auskennen.

Ulrich Reusch merkte in seiner Dankesrede an, dass einer allein nicht so viel erreichen kann. Im Gremium habe es immer ein kollegiales Miteinander gegeben. Er dankte für das Mitgehen in schwierigen Zeiten und lobte das gegenseitige Vertrauen.

Helmut Herrmann trat spontan ans Rednerpult und betonte, dass es in 29 Jahren keine Kampfabstimmungen gab. „Es stand immer das Gemeinwohl an erster Stelle“.

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