Sirchingen / Alexander Thomys  Uhr
Ein Fuchs macht des Nächtens in Sirchingen fette Beute – und klaut Schuhe, die vor der Haustüre stehen. Mit einer kreativen Aktion weisen einige Bürger nun auf die ungewöhnliche Diebstahlgefahr hin.

Wenn die Schuhe im Sommer mitunter allzu deutlich nach dem Schweiß ihrer Besitzer riechen, oder wenn sie nach einem Sommerregen nass geworden sind, werden sie gerne einmal vor die Haustüre gestellt. In Sirchingen kann es dann schon einmal vorkommen, dass am nächsten Morgen nur noch ein Schuh vor der Tür auf den Besitzer wartet. Und sich der Fuchs den Zweiten geholt hat. Ob den Tieren der Duft gefällt? Oder ob die Jungtiere die Schuhe als Spielzeug gebrauchen, das ist wohl nicht so leicht herauszufinden.

Nach einer Weile tauchen die Schuhe wieder auf

Immer wieder freilich tauchen die Schuhe dann nach einer Weile in der Landschaft wieder auf. Um darauf aufmerksam zu machen, haben nun findige Bürger einen „Schuhbaum“ kreiert – daran die Schuhe aufgehangen und das ganze mit einem Hinweisschild garniert: „Fuchs – ,Trophäen’ von ‚hier’“ ist darauf zu lesen. Unserer Leserin Gabriele König hat diese Idee so gut gefallen, dass sie uns ein Bild davon zugeschickt hat. „Da hat sich jemand Gedanken gemacht“, lobt sie die Idee, die sie auch zum Schmunzeln gebracht hat.

Reich gedeckter Tisch lockt Wildtiere an

Für Sirchingens stellvertretenden Ortsvorsteher Fritz Goller ist der schuhliebende Fuchs kein außergewöhnliches Phänomen. „Das gibt es Jahr für Jahr – und nicht nur bei uns“, sagt Goller. Die findigen Tiere würden innerorts zu oft einen „reich gedeckten Tisch“ finden und seien deshalb immer näher am Menschen zu finden. Der Schuh-Diebstahl ist da nur ein Nebeneffekt. „Der Bürger weiß oft gar nicht mehr, wie die Natur funktioniert“, bedauert Goller. Problematisch seien die Füchse derweil nicht, meint der stellvertretende Ortsvorsteher. „Nur bei den Hühnerhaltern, da fehlt halt ab und zu ein Tier.“