Grafenberg Ein Riese muss weichen

Der zweithöchste Baum im Arboretum bei Grafenberg war von Schädlingen befallen.
Der zweithöchste Baum im Arboretum bei Grafenberg war von Schädlingen befallen. © Foto: Mara Sander
MARA SANDER 22.06.2016
Der zweithöchste Baum im Arboretum musste wegen Pilzbefall gefällt werden. Ein Motorsägenkünstler soll aus dem Stamm ein Kunstwerk machen.

 

Förster Thomas Vorwerk musste den zweithöchsten Baum im Arboretum bei Grafenberg fällen lassen, weil der von einem Pilz namens Hallimasch befallen war und langsam abstarb.

Die 93 Jahre alte große und 46 Meter hohe Große Küstentanne im Arboretum, der exotischen Baumsammlung in Florianwald auf Metzinger Gemarkung nahe dem Grafenberger Waldspielplatz, war zusammen mit dem etwa 49 Meter hohen Mammutbaum die sichtbare Doppelspitze des „Exotenwalds“.

Die „Große Küstentanne“ ist eine der schnellwüchsigsten und größten Tannenarten weltweit und im westlichen Nordamerika beheimatet, aber „leider war sie nicht mehr zu retten“, so der Förster, der nicht nur Revierförster in Grafenberg ist, sondern auch für den Staatswald und damit das Arboretum zuständig ist. Der Pilz Hallimasch, von dem einige Arten auch lebende Bäume befallen  und zum Absterben bringen, hat dem Baum schon seit Jahren zugesetzt, so dass dieser jetzt zu einer Gefahr für die Spaziergänger und Wanderer im Arboretum  wurde.

 Das Fällen des  zweithöchsten Baumes war dann allerdings absolute Maßarbeit, denn der Stamm mit einem Durchmesser von 87 Zentimeter fiel in dem dicht bewachsenen Exotenwald planmäßig exakt zwischen die anderen Stämme, ohne etwas zu beschädigen. Vier Meter Stamm sind stehen geblieben. „Das würde ein weiteres schönes Holzkunstwerk im Arboretum ergeben. Vielleicht finden sich ja Sponsoren und ein Motorsägenkünstler“, hofft  Förster Thomas Vorwerk. Der Förster würde sich über Angebote freuen, und zwar an Thomas_Vorwerk@kreis-reutlingen.de.

Eichhörnchen, Wildschwein und Eule haben ja schon einen Stammplatz im ersten Holzkunstwerk, das vielfach bewundert wird.