Neuhausen Ein Prosit den Weintrinkern

Die Mitglieder Weingärtnergenossenschaft können stolz auf das Geleistete sein. Foto: Norbert Leister
Die Mitglieder Weingärtnergenossenschaft können stolz auf das Geleistete sein. Foto: Norbert Leister
NORBERT LEISTER 28.01.2013
Die Hauptversammlung der Wengerter hat immer etwas Familiäres. Und dennoch ist die Genossenschaft ein Wirtschaftsbetrieb. Mit einer erfreulichen Umsatzsteigerung von mehr als vier Prozent.

Natürlich war die offizielle Verabschiedung von Max Hagmeyer nach 45 Jahren als Geschäftsführer der Weingärtnergenossenschaft (WG) der zentrale Punkt der Generalversammlung am Freitagabend (siehe unten stehenden Artikel). Allerdings waren die Zahlen, Daten und Fakten, die vor allem Jörg Waldner als Vorstandsvorsitzender und gleichzeitiger Nachfolger von Hagmeyer als Geschäftsführer präsentierte, von größtem Interesse für die Wengerter am Hofbühl.

Dabei hatten Metzingens Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler und Neuhausens Ortsvorsteherin Lilli Reusch in ihren Grußworten das Ergebnis schon vorweggenommen: "Gemeinsam können wir uns über ein erfolgreiches Jahr 2011/2012 freuen", hatte Reusch resümiert. Der Umsatz ist erneut gesteigert und zudem einer der Metzinger Weine als Bester in ganz Württemberg prämiert worden. Und das beweise eindeutig, "dass der eingeschlagene Weg steil nach oben zeigt", so Lilli Reusch.

In die gleiche Kerbe schlug Jörg Waldner: Das erreichte Ergebnis von knapp 930 000 Euro Umsatz sei ein hervorragendes. Zumal in ganz Deutschland im vergangenen Jahr 2,8 Prozent weniger Wein getrunken worden sei, der Umsatz in der Republik aber um 1,2 Prozent anstieg, so der Weingärtnergenossenschafts-Vorsitzende. Und die ersten Monate im laufenden Geschäftsjahr zeigen noch mehr Erfreuliches: Die Verkaufszahlen stiegen um fast neun Prozent an, "wenn das so weiter geht, geht uns der Wein aus", so Waldner. Für das Weinjahr 2012/2013 erwartet er ein Ergebnis von mehr als einer Million Euro Umsatz.

Im zurückliegenden Jahr wurden mit knapp 260 000 Flaschen Wein insgesamt 10 000 mehr verkauft als 2010/2011. Darunter waren 106 000 Liter-Flaschen - was eine Steigerung um 4000 Flaschen ausmache. Erfreulich sei das, weil die Jahre zuvor der Verkauf in dem Bereich stetig abgenommen hatte. Und die landesweite Entwicklung ebenfalls einen anderen Trend aufweise. Ebenfalls erfreulich: Die Abnehmerzahlen im Lebensmittelhandel. Da stieg der Anteil am Gesamtverkauf um 2,6 Prozent auf 19,2 Prozent. Abgenommen hat aber der Verkaufsanteil beim Fachhandel um 2,1 Prozent auf 26,7 Prozent. Ungefähr gleich geblieben ist hingegen der Anteil der Privatkunden mit 27,6 Prozent - "damit sind das mittlerweile unsere wichtigsten Abnehmer", so Jörg Waldner.

Insgesamt wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 350 000 Kilogramm Trauben bei der Genossenschaft von ihren Mitgliedern abgeliefert, "diese Menge sollte auch nicht weniger werden", betonte der WG-Geschäftsführer. Das Ziel für 2013 laute: 365 000 Kilogramm, was einen durchschnittlichen Ertrag von 125 Kilogramm pro Ar ausmache. Dabei müsse beachtet werden, dass "das Marktverhalten zu Weißwein tendiert", so Waldner. Wichtig wäre für die WG (gerade im Biosphärengebiet Schwäbische Alb) "Bio-Weine zu etablieren". Bisher würden 65 Ar biologisch bewirtschaftet, das Ziel laute 1 bis 1,5 Hektar. "Die ersten Bio-Weine werden aber erst 2015 eingeführt."

"Wenn wir weiter auf der Erfolgsspur bleiben wollen, gilt auch weiterhin Qualität vor Quantität", sagte der WG-Aufsichtsratsvorsitzende. "Ich richte meinen Dank an alle, die unseren Wein trinken", betonte Gerhard Fritz. Denn: "Ohne sie hätte all unsere Arbeit keinen Wert."