Reden, zuhören, etwas lernen und sich ganz einfach essend amüsieren – so umschreibt Gerhard Göhner das Ziel des Frühstücks für Ehrenamtliche. Nicht zuletzt sollen dabei die in der TuS engagierten Übungsleiter über die Grenzen ihrer Abteilungen in Kontakt kommen, denn bei 3000 Mitgliedern, davon allein 1500 Kinder und Jugendliche, in 17 Abteilungen kann man sich nicht kennen. Da ist auch Vorsitzender Gerhard Göhner keine Ausnahme, auch er stoße immer wieder auf neue Gesichter: „Wo sind Sie aktiv?“, fragt er eine junge Frau bei der persönlichen Begrüßung. „Ich engagiere mich seit September bei den Schwimmern“, erklärt sie und setzt sich an einen freien Platz. An den Tisch gesellt sich kurze Zeit später eine weitere Frau dazu: „Ist hier noch ein Plätzle frei für eine einsame Kampfsportlerin?“, fragt sie. Und damit gibt‘s auch gleich ein Gesprächsthema, interessiert fragen die anderen TuS’ler am Tisch nach der Teakwondo-Abteilung – deren Existenz ist durchaus nicht allen bekannt.

Es gibt Neues zu entdecken

 Neues entdeckt auch ein Vertreter der Fußballabteilung, als er die Vereinsbroschüre durchblättert: „Da kann ich ja etwas für meinen Rücken machen“, meint er überrascht mit Blick auf das umfangreiche Angebot der Abteilung Fitness- und Gesundheit. Dort gibt es auch ein relativ neues Angebot für Demenzkranke: „Es gilt, immer wieder Lücken zu schließen, personell wie auch hinsichtlich der Angebote“, so Göhner. Um sich vor allem Jugendlichen zu öffnen, gibt es seit Kurzem unter dem Dach der TuS die urbane Tanzschule, Sebastian Petrascu, als Breakdancer in der Szene als Seba bekannt, führt ein in die Welt des Breakdances, Hiphop und Capoeira: „Das Angebot kommt gut an“, weiß Göhner, vor allem junge Männer mit Migrationshintergrund spreche man damit an. Sowieso sei die TuS international aufgestellt und das nicht nur im Fußball, so haben drei junge muslimische Frauen eine Übungsleiterlizenz.

Doch deren Engagement täusche über den eigentlichen Ist-Zustand hinweg: „Es fehlt an der Basis und damit an ehrenamtlichen Nachwuchs insgesamt“, bedauert Göhner, die jungen Leute würden Metzingen zu Ausbildung oder Studium heute früher verlassen als einst. Und auch das zweite wichtige Standbein der mithelfenden Mütter breche zunehmend weg: „Immer mehr müssen arbeiten.“

 Deshalb sei er positiv überrascht, dass sich in den Abteilungen doch immer wieder neue Leute einbringen würden. So konnte die Abteilung Klettern wieder belebt werden, weil Angelika Gollmer die Leitung und damit Verantwortung übernommen hat: „Ich bin selbst leidenschaftliche Kletterin“, teilte sie bei der Vorstellungsrunde mit. „Ich habe dann nachgefragt, ob ich die vakante Stelle übernehmen kann.“ Jetzt ist sie ein aktives Mitglied der großen TuS-Gemeinschaft – zu ihr gehören Boxer ebenso wie Herzsportler und Handballer sowieso. Es wird Tanzsport betrieben und geturnt, Volleyball gespielt, Tischtennis und auch Badminton. Die Abteilung feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen, das wird am 22. März mit einem Länderspiel Deutschland gegen die Schweiz sportlich gefeiert.

 150 Übungsleiter haben die Abteilungen offiziell gemeldet, 60 von ihnen waren zum Brunch in die Stadiongaststätte gekommen: „Es freut mich, dass so viele da sind“, meinte denn auch Vorsitzende Jacqueline Lohde. „Denn es ist schwierig, alle unter einen Hut zu bekommen.“ In der Tat waren viele Sportler am Samstag bei Wettkämpfen oder im Training. „Aber da wir das Frühstück jedes Jahr organisieren, kommt auch jeder Mal zum Zug“, weiß Gerhard Göhner.

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Übungsleiter haben die Abteilungen der TuS Metzingen offiziell gemeldet, 60 von ihnen sind zum Brunch für Ehrenamtliche in die Stadiongaststätte gekommen.