„Ach, wie war das immer schön“, erinnert sich eine Frau Mitte 30, „wochen- und monatelang haben wir für das Kinderfest Kostüme gebastelt und für die Aufführungen geprobt.“ Alle vier Jahre stehen in Neuhausen die Kinder und die Dorfgemeinschaft im Mittelpunkt, dann wenn die Vereine und die Verwaltung, Schulen, Kindergärten und Kirche gemeinsam zum Kinder- und Dorffest laden.

Alle sind dabei und feiern mit, egal, ob sie noch in Neuhausen wohnen oder ob sie weggezogen sind, wie die Dame, die zwischenzeitlich in Dettingen lebt, für die es aber keine Frage war, dass sie mit ihrem dreijährigen Sohn den Umzug anschaut und danach Spiel und Spaß im Sonnenschein genießt. An diesem Eifer und der Freude hat sich nämlich im Lauf der Jahrzehnte nichts geändert. So sind auch in diesem Jahr 500 Kinder am Samstag pünktlich um 13.15 Uhr am „Rebstöckle“ zum Umzug gestartet, hunderte von Menschen haben am Straßenrand auf sie gewartet, um ihnen zuzuwinken und zu applaudieren.

„Sommer“ war das Motto dieses Umzugs, und fantasievoll ist es umgesetzt worden. Schwimmer, Sonnenblumen, Gärtner, Marienkäfer, Fußballspieler und vieles mehr haben sie dargestellt. Eben alles, was zum Sommer gehört. Für die passenden Töne sorgten Musikkapellen, die ebenfalls mitliefen und auch einige Wägen waren echte Blickfänge. Sei es das historische Feuerwehrauto, der Mehrsitzer der Ortschaftsräte, der Kelternverein mit Rätschen und Spritzen, die  „Kirche in Bewegung“, die auf Rollern und Tandems mitfuhr, oder der Obst- und Gartenbauverein, dessen Anhänger von Rasenmähern gezogen wurden. Knapp eine Stunde später erreichte der Festzug die Hofbühlhalle, in der Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler das Kinder- und Dorffest offiziell eröffnete. Er dankte den Organisatoren, dass sie mit viel Einsatz und Engagement wieder zwei Tage Programm für alle Generationen ausgearbeitet hatten.

Der Samstagmittag war dem Nachwuchs gewidmet. Die Kinder führten in der Hofbühlhalle Tänze und Gesänge auf, von sinnlich bis turbulent reichte das Spektrum. Auf der Wiese der Uhlandschule waren Spielstationen en masse aufgebaut: Die Wagemutigen konnten Baumklettern oder Türme bauen, die Zielsicheren Mohrenkopf- oder Bogenschießen, für kleine Akrobaten gab es Fahrzeuge in allen Variationen, aber auch eine Seilerei, an der man sich, unterstützt von Ortschaftsräten,  selbst ein Hüpfseil herstellen konnte. Die Kleintierzüchter warteten mit einem Streichelzoo auf und oben im Festzelt sorgten die Vereine für Bewirtung. Bis 18 Uhr waren die Spielstationen aufgebaut und es waren so viele Kinder da, wie fast nie zuvor, erzählten die Helfer aus den Vereinen. Das sei schön so, meinte Ortsvorsteherin Lilli Reusch, denn das Kinderangebot ist das Herzstück des Festwochenendes.

Am Abend feierte dann die erwachsene Dorfgemeinschaft: Fröhlich und ausgelassen war die Stimmung, sie steigerte sich noch, als die Vereine zu unterhaltsamen Beiträgen ansetzten. Trachtengruppe, Posaunenchor, Ortschaftsrat und Kelternverein: Sie alle traten auf die Bühne, sangen Selbstgereimtes, parodierten und animierten. Das absolute Highlight bot, wie immer, die Feuerwehr. Sie hoben als „Die drei Tenöre“ ab, flogen und schwebten, mit Hilfe von Skistiefeln,  über dem Boden, die Zuschauer waren begeistert.

Am Sonntag ging es gleich weiter: Zuerst mit einem Gottesdienst im voll besetzten Festzelt und dann mit einem Frühschoppenkonzert der Hofbühlmusikanten. Das Wetter hat das ganze Wochenende mitgespielt und so ließen sich die Gäste auch am Sonntag nicht zwei mal bitten, im Schulhof zu speisen und am Nachmittag den Darbietungen der Jugendlichen zuzuschauen, die hatten vom Hip-Hop bis zum Zumba alles auf dem Kasten. Auch auf der Spielwiese war erneut Programm geboten, diesmal noch ergänzt durch die Handballer, die zum Zielwerfen einluden.

Die Besucher  waren mal wieder begeistert von dem Traditionsfest. Und auch die Veranstalter zeigten sich hochzufrieden. Schon früh mussten die Vereine nachordern, denn manches ging schnell zur Neige und an beiden Tagen sah man vor allem eines: glückliche Kinder und Erwachsene. Die Bilanz von Ortsvorsteherin Reusch: „Es war mal wieder ein rundum gelungenes Fest. Das tolle Wetter und die vielen Besucher waren die Belohnung für den großen Aufwand.“