Ein Brandbrief und das Ende der Ferien

Die Wilhelm-Carl-Straße: Am Ende der Sackgasse soll gebaut werden, die Anwohner protestieren.
Die Wilhelm-Carl-Straße: Am Ende der Sackgasse soll gebaut werden, die Anwohner protestieren. © Foto: Anne Laass
CAROLA EISSLER 10.09.2016

In den nächsten vier Wochen soll über einen Bauantrag in der Wilhelm-Carl-Straße entschieden werden, der bereits seit Frühjahr für Wirbel bei den Anwohnern sorgt. Der Streit ist auch im Sommerloch in eine neue Runde eingetreten. Worum geht’s? Ein Investor plant am Ende der Straße, die als Sackgasse und mit einer Wendeplatte endet, den Bau von zwei Doppelhäusern mit jeweils vier Wohnungen. Eine Erschließungsstraße sollte zudem zu den hinteren Bauplätzen führen. Das Prekäre: Das Gelände ist enorm steil. Die Anwohner befürchten Gefahren bei Glatteis, zudem sei anzunehmen, dass bei Starkregen das Wasser den Hang herabschieße und möglicherweise die Keller der unterhalb liegenden Häuser flute. Anstoß nehmen die Anwohner der Wilhelm-Carl-Straße auch an der Größe des geplanten Baus, der ihrer Ansicht nach mit 812 Quadratmetern Wohnfläche überdimensioniert ist. Aufgescheucht wurden die Anwohner nun durch einen zweiten Plan, der die Erschließungsstraße gar nicht mehr ausweist. Muss er auch gar nicht, sagt Erste Bürgermeisterin Jacqueline Lohde. „Eine Erschließungsstraße müsste ja erst für die Bebauung der hinteren Baufelder vorliegen.“ Für die vordere Bebauung sei eine Erschließungsstraße nicht relevant. Zudem, betont Lohde, habe der Investor die Anregungen der Anwohner aufgenommen und auf die Wünsche reagiert. Dass das Gebäude überdimensioniert sei, kann Lohde nicht nachvollziehen. Nicht die Wohnfläche sei entscheidend, sondern die Kubatur. Das Baufenster sei nur an einer Stelle überschritten worden. „Eine solche Genehmigung zur Überschreitung des Baufensters hatten wir schon viele Male in anderen Fällen erteilt.“

Die Anwohner wird dies kaum beruhigen, zumal der Brandbrief, der an den Stadtbaumeister Konrad Berger gerichtet war, von einer „erheblichen Störung der Harmonie in der Straße“ spricht. Und weiter heißt es: „Gerade durch eine solche exzessive und überdimensionale Bauweise wird die Spekulation angeheizt, sodass jetzt schon Quadratmeterpreise von bis zu 2500 Euro hier in Metzingen gezahlt werden. Wie soll der Normalbürger oder der Sozialschwache in Zukunft hier Eigentum erwerben können?“ Da wird wohl ein grundsätzliches Problem angesprochen, das weit über den Einzelfall in der Wilhelm-Carl-Straße hinausgeht.

Sportlich unterwegs waren in dieser Woche mehr als 55 Kinder und Jugendliche beim Handballcamp der TuS Metzingen. Dabei wurde nicht nur in der Halle trainiert, sondern auch draußen für die nötige Fitness gesorgt.

Eine gehörige Portion Fitness brauchen Lehrer und Schüler auch für den Schulstart am Montag. Doch davor können sie sich nochmals beim Open-Air-Kino am Samstagabend im Bauhofgelände entspannen. Oder beim Spendenlauf am Sonntagnachmittag im Stadion für den guten Zweck etliche Runden drehen. Der Erlös kommt der Notfallseelsorge im Landkreis Reutlingen zugute.

Dass allerorten wieder rege Geschäftigkeit herrscht, macht sich auch in unserer Redaktion bemerkbar. Das viel beschworene Sommerloch jedenfalls ist seit mehr als einer Woche vorüber, wesentlich früher als in den Jahren zuvor.