Nicht nur wegen des Formel-Eins-Rennens waren die Metzinger Schüler an den Hockenheim-Ring gereist, sie sollten auch eine Auszeichnung für ihr soziales Engagement erhalten. In der Kategorie "Kinderprojekte" des Vereins Kinderwelten überzeugte das Brasilien-Projekt des DBG und wurde mit dem Kinderwelten-Award ausgezeichnet.

Dieses Gonzalinho-Projekt, das in Kooperation mit der St. Bonifatius-Gemeinde entstanden ist, feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Bereits 2002 hatten Jugendliche aus Metzingen das Projekt besucht und beschlossen, es mit Spenden zu unterstützen. Im Jahr 2008 errichteten sie dort einen Schülerhort, in dem brasilianische Kinder während ihrer schulfreien Zeit betreut werden.

Diese Betreuung soll die Kinder von den Straßen und kriminellen Milieus fernhalten, während ihre Eltern oft mehreren Arbeiten nachgehen, um den Unterhalt der Familie zu sichern. Auch einen Gemeinschaftsgarten haben die Metzinger in Zusammenarbeit mit den Brasilianern schon errichtet, ein Kletter- und Spielgerät soll noch folgen.

Ein vierwöchiger Austausch findet im Zwei-Jahres Rhythmus statt, zusätzlich leisten im Kinderhaus noch zwei Metzinger Schüler ein Freiwilliges Soziales Jahr ab. Auch in diesem Jahr freuen sich zwei Abiturienten auf das erlebnisreiche Jahr, das nun vor ihnen liegt. Moritz Ugo Fritz und Eva Kiesewetter haben sich im Bewerbungsverfahren durchgesetzt und werden zwölf Monate im Schülerhort verbringen. Sie wollen dort ihren Horizont erweitern und Kultur, Land und Leute besser kennenlernen. Aufgeregt und nervös sind die beiden schon alleine wegen der langen Flugreise, die ihnen bevorsteht, es wird ihre bisher längste sein. Dass das nicht die einzige Herausforderung ist, die sie zu bewältigen haben, ist ihnen aber durchaus klar, sie sind sich aber sicher, dass in Brasilien keine unlösbaren Probleme auf sie warten. An all den bevorstehenden Herausforderungen und Hindernissen wollen sie wachsen und lernen.

Auch ihre elf Mitschüler freuen sich auf die Zeit in Brasilien, obwohl sie ihre Sommerferien dafür opfern müssen. In den vier Wochen ihres Aufenthalts werden sie eine Woche auf Feldern arbeiten, die restliche Zeit aber in Caceres das Gonzalinho-Projekt unterstützen. Dies tun sie aber nicht nur durch ihre Arbeit vor Ort, sondern auch durch regelmäßige Geldspenden.

Gemeinsam mit der Bonifatius-Gemeinde sammeln sie Spenden, beispielsweise bei Benefiz-Konzerten, außerdem geht auch ein Teil der Einnahmen der Sternsinger an das Kinderhaus in Brasilien. Diese und andere Aktionen machen es der AG mittlerweile möglich, monatlich 660 Euro an das Gonzalinho-Projekt zu überweisen. Um auf den Austausch bestens vorbereitet zu sein, lernen die Schüler in der Brasilien-AG unter der Leitung von Katja Polnik nicht nur Interessantes und Nützliches über Land und Leute, sondern in erster Linie die Sprache, um dort nicht in verständnislose Gesichter zu schauen. Sollte es dennoch zu Verständnisschwierigkeiten kommen, sind die Schüler jeweils zu zweit bei Gastfamilien untergebracht und können sich sprachlich aushelfen. Auf diese Art und Weise lernen sie auch die brasilianische Mentalität, die dortigen Sitten und Gebräuche sehr schnell kennen.

Die Gymnasiasten sind zuversichtlich und freuen sich auf diese Reise und die Möglichkeit, vor Ort mitzuarbeiten und zu helfen.