Die Lage spitzt sich zu, keine Frage. Nicht mehr alle Eltern können sich ihren Wunschkindergarten aussuchen, fast alle Plätze sind belegt. Dennoch betonte Bürgermeister Bernd Welser: „Wir sind in Bempflingen und Kleinbettlingen noch immer in einer recht komfortablen Situation. Wir kommen ohne Warteliste aus.“  Das, so Welser, sei in vielen anderen Kommunen und vor allem den Städten, schon seit längerem nicht mehr der Fall.

Knapp, aber noch ausreichend

Die Zahlen, die Hauptamtsleiter Michael Kraft am Montag dem Gemeinderat vorlegte, machten dennoch deutlich, dass die Gemeinde reagieren muss auf die stetig steigende Nachfrage nach Betreuungsplätzen. Wie jedes Jahr hat die Verwaltung zum Jahresende 2018 den Bedarf abgefragt und auf Grundlage dessen wird nun die Planung für das kommende Kindergartenjahr 2019/20 gemacht. In den Kindergärten, also für Kinder ab drei, reichen die Plätze aus, wenn auch nur knapp, wie Kraft erklärte. Nicht alle Kinder kommen wohl in ihren Wunschkindergärten unter, aber keiner muss warten, denn in Kleinbettlingen und im Hanflandweg gibt es noch Puffer.

Um alle Kinder unterzubringen, wird es jedoch notwendig, den so genannten „Korridorbereich“ zu belegen. Dieser Korridor ist die Zahl zwischen empfohlener und maximal zulässiger Kinderzahl für einen Kindergarten. Der Gemeinderat hat vor einigen Jahren beschlossen, von der Möglichkeit einer Belegung nur im Ausnahmefall Gebrauch zu machen. Nun ist dieser Fall eingetreten und wenn sich die Zahlen weiter ähnlich entwickeln, müsste man überlegen, die Regelung zu ändern.

Prekärer ist die Lage im Bereich der Kinderkrippen für Unter-Dreijährige. Die aktuell gemeldeten Kindern können noch alle aufgenommen werden, und das sogar in der Wunsch-Einrichtung. Allerdings ist die Krippe „Auf Mauern“  im Oktober 2019 voll belegt und Kleinbettlingen im Februar 2020. Die Verwaltung geht davon aus, dass bis Sommer 2020 weitere Anmeldungen eingehen. Zumal die Kinder, die bis dahin kommen können, heute noch gar nicht geboren sind. „Diese Entwicklung wird man aufmerksam beobachten müssen“, so Kraft. Auch Welser ist davon überzeugt, dass „wir auf lange Sicht nicht um eine weitere Krippengruppe herum kommen“. Die WKB-Gruppe (Workshops Kindergärten Bempflingen) hat Mitte Januar getagt und dabei den Vorschlägen der Gemeinde zugestimmt. Auch mit der vollen Nutzung der Korridorplätze waren sie einverstanden. Außerdem haben Krippenkinder künftig kein Vorrecht mehr bei der Kindergartenaufnahme und die Öffnungszeiten werden im nächsten Kindergartenjahr nicht verändert, die Nachfrage dafür war zu gering.

Wie genau es weitergeht, damit wird sich der neue Gemeinderat, der im Mai gewählt wird, dann in einer seiner ersten Sitzungen, also wahrscheinlich gleich nach der Sommerpause, befassen müssen. Damit es auch künftig keine Wartelisten  für die Kindergärten- und -krippen in der Gemeinde gibt.

Kindergartenplätze in der Gemeinde 2019/20


Insgesamt gibt es in Bempflingen und Kleinbettlingen für das kommende Kindergartenjahr 154 Plätze in Kindertageseinrichtungen, 20 davon sind für Kinder unter drei. Im Hanflandweg gibt es 1,5 Gruppen mit 33 bis 37 Plätzen für über Dreijährige. „Auf Mauern“ bietet 44 bis 50 Plätze sowie 20 Plätze für Ein- bis Zweijährige. Im Kindergarten in Kleinbettlingen gibt es 33 bis 37 Plätze im Kindergarten und zehn Plätze in der Krippe.