Metzingen / Luisa Scheurer Drei Männer hatten sich wegen Diebstahls vor dem Amtsgericht in Reutlingen verantworten müssen.

Am Mittwoch kam es im Amtsgericht Reutlingen zu einer Verhandlung gegen drei Männer, die im September 2018 im Metzinger Outlet Waren im Wert von rund 1700 Euro entwendet hatten. Angeklagt wurden sie in sechs Fällen des gemeinschaftlich organisierten Diebstahls in besonders schwerem Fall. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes hatte die Männer im September 2018 in einem Sportbekleidungsgeschäft beim Stehlen beobachtet und daraufhin die Polizei verständigt. Die Diebesbande nutzte eine präparierte Einkaufstasche, die mit Aluminium ausgekleidet war, für ihren Fischzug. Wegen der Aluminiumbeschichtung hatte das Alarmsystem beim Verlassen der Geschäfte nicht angeschlagen. Die Männer stahlen unter anderem in den Läden Ralph Lauren, Calvin Klein, Adidas, Nike, Diesel und Guess. Darunter Kleidung, Schuhe, Geldbeutel und Parfüms. Die Beute wollten die Täter untereinander aufteilen und verkaufen.

Der mutmaßliche Kopf der Bande wollte sich von dem Geld Betäubungsmittel kaufen, da er zum Zeitpunkt des Diebstahls drogenabhängig war. Die beiden anderen Männer hatten Geldprobleme. Alle drei Täter gestanden bereits kurz nach der Festnahme und bekannten sich schuldig. Die Polizei stellte beim Durchsuchen des von den Männern genutzten Autos einige Tüten mit nicht bezahlter Ware sicher. Auch die Aufnahmen der Sicherheitskameras der bestohlenen Geschäfte zeigten ein klares Bild und entlarvten die Täter. Der mutmaßliche Kopf der Bande wurde nicht das erste Mal straffällig. Bereits mehrere Einträge und Vorstrafen finden sich in seiner Strafakte, unter anderem bereits drei wegen Diebstahls. Die anderen Täter waren bislang strafrechtlich unauffällig und konnten so mit einer etwas milderen Strafe rechnen.

Richter Eberhard Hausch verurteilte die beiden bislang nicht straffällig gewordenen Männer zu einer einjährigen, zur Bewährung ausgesetzten Haftstrafe. Zusätzlich müssen beide eine Geldstrafe von jeweils 2000 Euro an eine vom Gericht ausgewählte Einrichtung zahlen.

Suche nach Therapieplatz

Der mutmaßliche Kopf des Trios bleibt zunächst in Haft und muss eine Strafe von einem Jahr und zehn Monaten absitzen. Seine Strafe wird wegen seiner kriminellen Vergangenheit nicht zur Bewährung ausgesetzt. Er hatte sich bereits vor der Verhandlung mit seinem Anwalt um einen Platz für eine Suchttherapie beworben. Wenn er diesen erhält, darf er von der Haft in eine stationäre Therapieeinrichtung wechseln, und seine restliche Strafe wird dann zur Bewährung ausgesetzt.

Alle Angeklagten hatten sich während der Verhandlung für ihre Tat entschuldigt und betonten, dass sie in Zukunft nicht mehr straffällig werden wollen.

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Jahr Haft, zur Bewährung ausgesetzt, war die Strafe für zwei der drei Täter. Zudem müssen beide zusätzlich eine Geldstrafe von jeweils 2000 Euro an Einrichtungen zahlen.