Metzingen Die, die Rumänien nicht vergessen haben

Trostlos sieht es aus in diesem rumänischen Krankenhaus. In manchen Zimmern stehen 20 aneinandergereihte Betten. Patienten, die in der Mitte liegen, müssen über die anderen drübersteigen, wenn sie raus wollen.
Trostlos sieht es aus in diesem rumänischen Krankenhaus. In manchen Zimmern stehen 20 aneinandergereihte Betten. Patienten, die in der Mitte liegen, müssen über die anderen drübersteigen, wenn sie raus wollen. © Foto: Privat
Metzingen / Von Peter Kiedaisch 09.10.2017

Hermannstadt gibt’s nicht mehr. Die ehemals deutsche Enklave auf dem Gebiet Rumäniens heißt heute Sibiu. Von den Siebenbürger Sachsen sind die meisten nach Deutschland ausgewandert. Die Häuser von damals stehen vielfach noch, doch die bröckelnden Fassaden sind als Spiegelbild dessen zu verstehen, wie erbarmungslos wirtschaftlicher Aufschwung einmal abgehängte Regionen im Tal der Armut zurück lässt.

Auf Stippvisite

Als im Jahre 2007 Rumänien Mitglied der EU wurde, war zumindest politisch die Nähe zwischen dem alten Siebenbürgen und dem modernen Westen wiederhergestellt. Zudem keimte in Rumänien Hoffnung auf. Es könnte ja sein, dass sich mit EU-Mitteln das Land aus seiner wirtschaftlichen Misere befreien könne. Das haben sich vielleicht auch Mitglieder des Metzinger Vereins Notnagel, den Dr. Otto Oertel viele Jahre als Gallionsfigur leitete, gewünscht. Die ehrenamtlichen Helfer des Vereins haben sich in Metzingen und darüber hinaus einen Namen gemacht, weil sie gebrauchte, aber gut erhaltene Kleidung oder Spielsachen für Kinder lastwagenweise nach Rumänien gefahren und dort karitativen Organisationen zur Verteilung an Bedürftige überlassen hatten. „Das können wir so gar nicht mehr leisten“, sagt Ute Kuch, die Sprecherin des Vereins. Wie auch?

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Notnagel Metzingen sucht Mitstreiter

Wer den Verein Notnagel unterstützen oder dort mitarbeiten möchte, schreibt eine E-Mail an „notnagel.metzingen@gmail.com“.