Römerstein Die Ziele sind weiter im Visier

Der NER-Vorstand wurde ohne Gegenstimme entlastet.
Der NER-Vorstand wurde ohne Gegenstimme entlastet. © Foto: Privat
Römerstein / swp 15.06.2018

Die Genossenschaftsmitglieder der Neue Energie Römerstein (NER) haben jüngst im evangelischen Gemeindehaus Böhringen die diesjährige Mitgliederversammlung abgehalten.

Der Sitzung vorangegangen war ein Vortrag über den hydraulischen Abgleich von Heizanlagen durch einen Hersteller von Heizörperventilen. Informiert wurde darüber, inwiefern sich abgestimmte Heizanlagen positiv auf den Verbrauch auswirken. Die Vorstandsmitglieder Hans Sigel, Hans Roth und Christian Class stellten im Anschluss die Ergebnisse des abgelaufenen Jahres vor. Hervorzuheben sei der zweite Bauabschnitt, insbesondere in der Ortsmitte, nachdem noch vor dem Winter 2016/17 die Heizzentrale II in Betrieb genommen werden konnte. Rund dreißig Hausbesitzer haben die Option eines Anschlusses an das Nahwärmenetz wahrgenommen.

Die Bauarbeiten sind trotz einer nicht geplanten Erweiterung des Holzhackschnitzellagers und dem Kauf der EnBW-Heizzentrale im geplanten Kostenrahmen geblieben. Vom Finanzierungsaufwand von rund fünf Millionen Euro verbleiben nach Abzug der KFW-Zuschüsse und den Beiträgen der Anschlussnehmer rund 1,9 Millionen Euro an Darlehen, die es in den nächsten Jahren zu tilgen gilt.

Mit fossilen Brennstoffen freier Energie werden in Böhringen derzeit 201 Haushalte versorgt. Da in den nächsten Jahren mit dreißig weiteren gerechnet werden kann, wird das Ziel von 230 Anschlüssen vermutlich erreicht.

Wichtig für die Steigerung der Wirtschaftlichkeit des Netzes war zudem der Umstand, dass im Jahr 2017 neben dem Anschluss des zweiten Biogasbetriebes im Elbeweg eine Einigung mit der EnBW bezüglich einer Übernahme der kleinen Heizzentrale bei der Schule erreicht werden konnte. Mit Schule und Turnhalle hat die NER nun einen weiteren Großabnehmer, der zum wirtschaftlichen Erfolg beitragen soll.

Für die Unterstützung bedankte sich der Vorstand bei den anwesenden Gemeindevertretern. Die Übernahme gilt für beide Seiten als gewinnbringend und soll langfristig zu einer deutlichen Heizkosteneinsparung frei von fossilen Brennstoffen führen. Der Vorstand verwies in diesem Zuge auf die positiven Zahlen der NER in den vergangenen beiden Jahren. Die Genossenschaft könne als Gewerbesteuerzahler mit weiterem Steigerungspotential betrachtet werden. Das positive Ergebnis ist nicht zuletzt auch auf die kostengünstige Organisation zurückzuführen, die vor allem auf Ehrenamtliche und nur wenig auf Minijobber zurückgreift.

In Bezug auf das Nahwärmenetz hat der Vorstand angekündigt, sich weiterhin um eine größere Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit zu bemühen. Inwieweit dem Wunsch Rechnung getragen werden kann, auch südlich der B28 das Nahwärmenetz zu erweitern, wird sich erst nach weiteren Untersuchungen und Gesprächen mit den Grundstückseigentümern sowie den dort ansässigen Gewerbebetrieben klären. Für 2018 sind bislang keine weiteren Großinvestitionen geplant. Stattdessen soll es sich um ein Jahr der Konsolidierung handeln.

Im übrigen Verlauf der Versammlung konnte der Aufsichtsratsvorsitzende den letzten Bericht des Prüfungsverbandes bekanntgeben, der dem Vorstand und Aufsichtsrat eine insgesamt geordnete Geschäftsführung bescheinigte. Vorgestellt wurde außerdem der Jahresabschluss für 2017. Trotz hoher Investitionen wurde das Jahr mit einem Überschuss von 10 000 Euro abgeschlossen.

Gegen Ende der Versammlung hat Bürgermeister Winter die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat vorgenommen, die wie erwartet ohne Gegenstimmen erfolgte.

201

Haushalte werden in Böhringen derzeit mit Energie frei von fossilen Brennstoffen versorgt. In den kommenden Jahren kann mit dreißig weiteren Anschlüssen gerechnet werden.

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