Neuhausen Die wimmelnde Welt im Wassertropfen

Neuhausen / Regine Lotterer 14.03.2018

Wasser ist ein ganz besonderer Stoff. Das haben am Montag Viertklässler der Neuhäuser Uhlandschule gelernt. Welche Lebewesen im nassen Element zu finden sind, erforschten die Mädchen und Jungen ganz professionell im Ökomobil. Dieses Gefährt ist ein Labor auf Rädern, das vom Regierungspräsidium Tübingen finanziert wird. Von März und Oktober ist es zwischen dem Schönbuch und dem Bodensee auf Achse.

Der erste Einsatz der Saison 2018 führte das Ökomobil nach Neuhausen, wo es von Regierungspräsident Klaus Tappeser, Metzingens Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler und Ortsvorsteherin Lilli Reusch gemeinsam mit den Jungs und Mädchen der Klasse 4c begrüßt wurde. Die Kinder hatten sich bereits im Unterricht mit dem Thema Wasser befasst und durften nun ihr Wissen ganz praktisch erweitern, schließlich ist das Ökomobil für derartige Unternehmungen bestens ausgerüstet. Die kleinen Naturforscher können unter anderem Mikroskope, Bestimmungsbücher und Ferngläser nutzen. Auch ­Wathosen sind an Bord, um sich im nassen Element ganz professionell zu bewegen. Neueste Errungenschaft des Ökomobils ist ein Endoskop, das es den Schülern erlaubt, einen Blick in Nistkästen, Steinritzen und Höhlen zu werfen.

Der Besuch des Gefährts soll die Kinder außerdem im Umgang mit der Natur sensibilisieren. Gleichzeitig geht es darum, den Schülern einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen nahe zu bringen. „Was in der Natur passiert, interessiert uns alle“, betonte Regierungspräsident Klaus Tappeser bei seinem Besuch in Neuhausen. Schließlich leide auch der Mensch, wenn es Pflanzen und Tieren nicht gut gehe. Als mahnendes Beispiel nannte er das Bienensterben. Ohne die Insekten würden die Pflanzen nicht bestäubt, weswegen den Menschen dann die Nahrungsmittel fehlten. Jedes Lebewesen, selbst wenn es noch so klein sei, erklärte Tappeser deshalb, nehme eine wichtige Funktion in der Natur wahr.

Dass manche Lebewesen nicht einmal mit bloßem Auge zu erkennen sind, erfuhren die Schüler dann wenig später. Nachdem sie Wasser aus einem Nebenarm der Erms geschöpft hatten, kam das nasse Element im Ökomobil unters Mikroskop. Danach genügte ein Blick durchs Okular, um den Kindern eindrücklich und sicherlich einprägsam zu zeigen, wie viel wimmelndes Leben in einem Wassertropfen zu finden ist.

Ökomobil ist seit 1987 auf Tour

In allen vier Regierungsbezirken des Landes Baden-Württemberg gibt es ein Ökomobil. Fürs Regierungspräsidium Tübingen ist Sabine Reußink Ansprechpartnerin, Konrad-Adenauer-Straße 20, 72072 Tübingen, Telefon (0 70 71) 757 38 05, E-Mail: oekomobil@rpt.bwl.de. Im Jahr 1987 wurde erstmals in Tübingen ein Lastwagen in ein rollendes Naturschutzlabor umgebaut und mit allem ausgestattet, was notwendig ist, um Neugier auf die Natur zu wecken, Zusammenhänge begreifbar zu machen und Eigeninitiative zu fördern. Das Tübinger Ökomobil spielte über lange Zeit hinweg die Vorreiterrolle in der mobilen Naturschutz- und Umweltbildung in Deutschland. Das Ökomobil kommt jeweils auf Einladung vor Ort, damit Kinder und Erwachsene die Natur vor der eigenen Haustür erleben und kennen lernen können. Innerhalb Baden-Württembergs ist der Besuch des Naturschutzlabors sogar kostenlos.

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