Metzingen Die Schule mit dem Dino

2002 haben die Schönbein-Realschüler mit der Künstlerin Margarethe Hummel eine Europakarte gestaltet, die dieser Tage aufgefrischt worden ist.
2002 haben die Schönbein-Realschüler mit der Künstlerin Margarethe Hummel eine Europakarte gestaltet, die dieser Tage aufgefrischt worden ist. © Foto: Thomas Kiehl
Metzingen / Regine Lotterer 18.07.2018

Die mit dem Dino. Vier Worte reichen Rektor Jürgen Grund in der Regel aus, um zu erklären, für welche Schule er die Verantwortung trägt. Tatsächlich ist das riesige Dinosaurierskelett im Eingangsbereich der Schule inzwischen zu einem Wahrzeichen geworden, das Besucher so schnell nicht wieder vergessen. Geschaffen haben es Schüler einst während eines Projekts. Wie kreativ die Kinder und Jugendlichen sind, die den Unterricht im Neugreuth besuchen, lässt sich indessen an zahlreichen Stellen im Gebäude ablesen. Zumal viele Schülergenerationen im Laufe der Jahre ihre Spuren in der Realschule hinterließen. Der Bau im Neugreuth entstand 1971/72, gegründet worden ist die Realschule allerdings schon 1967/68. Damals war sie noch in den Räumen der heutigen Sieben-Keltern-Schule angesiedelt.

Talente erproben

Als Namenspatron für die neue „Mittelschule“ wurde damals der in Metzingen geborene Entdecker des Ozons, Christian Friedrich Schönbein, erkoren, dem die heutige Schülergeneration gerade ein Denkmal setzt. Im Rahmen der Projektwoche entsteht ein überdimensionaler und begehbarer Kopf des Chemikers. Im Inneren illustrieren Bilder verschiedene Stationen aus dem Leben Schönbeins. Das Werk bleibt der Schule auch nach dem Festakt am Donnerstagabend erhalten, der geladenen Gästen vorbehalten ist. Dafür ist am Freitag jeder ab 14 Uhr auf dem Schulgelände willkommen, um Geburtstag zu feiern und die Ergebnisse der Projektwoche zu bewundern, die seit Montag läuft. Sie bietet den Realschülern vielfältige Möglichkeiten, ihre Talente und Interessen zu erproben. Die Persönlichkeit der Schüler zu entwickeln, ihnen die Grundlagen für ein verantwortungsvolles, selbstbestimmtes Leben mitzugeben, das gehört zu den Hauptaufgaben der Schönbein-Realschule, wie Rektor Jürgen Grund erklärt.

Eine gute Vorbereitung aufs Berufsleben gehört deshalb zu den tragenden Säulen im Schulprofil. Für die herausragende Arbeit in diesem Bereich erhielten die Metzinger jetzt auch das so genannte Boris-Siegel. Hinter dem Zertifikat für mustergültige Berufsorientierung stehen unter anderem die IHK, die Baden-Württemberg-Stiftung und der Handwerkstag. Pionierarbeit auf diesem Feld leisteten die Metzinger nicht zuletzt im IT-Bereich. 1998 gab es für die damalige Modell-Realschule 100 000 Mark, um Computer-Ausrüstung zu kaufen und zu installieren.

Mit der Wirtschaft verzahnt

Außerdem hat die Realschule inzwischen Bildungspartnerschaften mit 15 Betrieben abgeschlossen. Die Firmen sind im Schulalltag präsent, deren Vertreter kommen beispielsweise in den Unterricht oder laden Schüler zu sich ins Unternehmen ein, die auf diese Weise direkte Einblicke ins Wirtschaftsleben erhalten.

Unter der jüngsten Partnerschaftsvereinbarung mit dem Kirchentellinsfurter Unternehmen Schüschke Solid Solutions ist die Tinte gerade erst getrocknet. Das 70-Mitarbeiter-Unternehmen stellt spezielle Waschbecken für Flugzeuge her. Technologie, die die Realschule auch in den Chemieunterricht einbauen kann. Zumal die Realschule auch auf ein starkes naturwissenschaftliches Profil verweisen kann. Unter anderen findet sich im 2004 errichteten Erweiterungsbau in jedem Klassenzimmer ein Schrank, in dem sich eine Grundausstattung für naturwissenschaftliche Experimente befindet.

Frisch saniert ist außerdem der Chemiesaal, er ist nun so gestaltet, dass die Schüler selbst problemlos experimentieren und auf diese Weise den Schulstoff praktisch erfahren und begreifen können. Physik- und Biologiesaal werden ebenfalls in diesem Sinne umgebaut. Ohnehin sind die Klassenräume inzwischen mit Beamer und einer Dokumentenkamera ausgestattet, um die Schüler bestmöglich unterrichten zu können.  „Von der Stadt Metzingen werden wir wirklich vorbildlich unterstützt“, betont Jürgen Grund. Auch beim Regierungspräsidium fühle sich die Schule in den besten Händen.

Bereicherung für alle

Der Sprache des westlichen Nachbarlandes widmet die Realschule ebenfalls große Aufmerksamkeit. Bereits in der sechsten Klasse erhalten die Schüler jeweils zwei Wochenstunden Französischunterricht. „Uns ist Spracherwerb wichtig“, betont Jürgen Grund. Außerdem hilft das den Schülern, rechtzeitig ihre Talente zu entdecken, um sich in der siebten Klasse für ein Wahlpflichtfach zu entscheiden, das sie zugleich auf die Berufswelt vorbereiten kann.

Eine Bereicherung für die ganze Schulgemeinschaft ist die inklusive Kooperationsklasse der Dreifürstensteinschule Münsingen, die seit vergangenem Herbst an der Realschule angesiedelt ist. Die sieben Kinder erhalten pro Woche mindestens zehn Stunden gemeinsam Unterricht mit einer Regelklasse, etwa in Religion, Sport, Kunst und Musik. In anderen Fächern lernen die Kinder getrennt.

Schulfest am Freitag

Zum Abschluss der Projektwoche präsentiert sich die Realschule am Freitag ab 14 Uhr. Unter anderem gibt es eine Modenschau, Tanzvorführungen und einen Spendenlauf, der Erlös geht an Kinder in Entwicklungsländern.

Momentan besuchen 630 Kinder und Jugendliche die Realschule im Neugreuth, Rektor ist seit 2014 Jürgen Grund. Vom Gründungsjahr 1968 bis 1987 fungierte Karl Zeeb als Schulleiter, ihm folgte von 1988 bis 2013 Bernhard Mohr. Ein Jahr leitete Konrektorin Bettina Haag die Geschicke der Schule.

Im Jahr 2007 entstand die Mensa im Neugreuth, an die auch eine Außenstelle der Stadtbücherei angegliedert ist. Zahlreiche AGs bereichern die Arbeit der Schule, ebenso wie ein Förderverein und die Schulsozialarbeit. Außerdem gehören Klassenfahrten zum Profil. Für die Sechser geht es ins Schullandheim, die Neuner fahren traditionell nach Berlin.

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