Kultur Die offene Bühne sorgt für Begeisterung

Viele Künstler betraten die offene Bühne und boten abwechslungsreiche Musik auf hohem Niveau.
Viele Künstler betraten die offene Bühne und boten abwechslungsreiche Musik auf hohem Niveau. © Foto: Anja Weiss
Von Anja Weiß 10.03.2017

Es war ein Versuch und ob er funktionieren würde, da waren sich Peter Gries, Inhaber des Bistro Mühle, und der Dettinger Musiker Carl W, alias Karlheinz Weiß,  nicht sicher. Eine offene Bühne für Künstler aller Sparten haben sie erstmals angeboten, ob und wie viele überhaupt die Gelegenheit nutzen würden, um sich zu präsentieren, war die spannende Frage. Gleich vorweg: Sie taten es und zwar gleich acht an der Zahl und dies in unglaublicher Vielfalt und Qualität. Somit war die Premiere am Donnerstag ein voller Erfolg.

Jungstars und alte Hasen

Von der Jungmusikerin, die selbst geschriebene Songs präsentierte, über bekannte Musikgrößen der Region bis zum Gitarristen, der sonst nur im stillen Kämmerlein spielt,  reichte das Spektrum. Gefragt und gefordert war vor allem Kreativität. Eigen oder auf eigene Weise interpretiert sollten die Darbietungen sein, erklärte Weiß. Dieses Ziel wurde erreicht. Auch die Bandbreite war enorm, von der Schwabenhymne bis zum Rockklassiker war allerlei zu hören. Den Auftakt bestritt Carl W. Allerdings nicht mit seinem bekannten Programm aus der „Onemanrockshow“, sondern er reiste in seine musikalische Vergangenheit. Schwäbische Stücke aus der Zeit mit der Band „Schabernack“ gab er zum Besten, „das letzte Mal live gespielt habe ich diese 1992“, berichtete er, sie sind immer noch aktuell und eingängig. Von ihm übernahmen Dominik Scheu und Sören Ahlborn das Mikro. Die spielen sonst zu dritt als „Acoustic Malt“, allein dadurch wurden ihre gecoverten Rocksongs neu interpretiert. Beide sind versierte Musiker, Dominik Scheu singt und spielt Gitarre, Sören Ahlborn greift zusätzlich zur Mundharmonika und ist seit 30 Jahren in der ganzen Region ein gern gehörter Sänger.

Eine Bühne hat der nächste Musiker seit sage und schreibe 40 Jahren nicht mehr betreten. Eigentlich schade, wie bei seinem Auftritt schnell klar wurde. Jürgen Schimpf, von Beruf Konrektor der Schillerschule, spielte auf seiner E-Gitarre drei Stücke, eines davon seiner Frau gewidmet, die ihm auch zu Hause eine treue Zuhörerin ist.

Mit Lea Reister war eine junge Nachwuchsmusikerin zugegen, gerade mal 19 Jahre jung, begeisterte mit selbstverfassten Liedern mit herausragenden Texten.  Nach ihr trat das Duo „SaHaRa“ auf. Sandra Linsenmayer und Hans-Rainer Seelig interpretieren Rock- und Popsongs, und das nicht nur aus dem deutschen und englischsprachigen Raum, sondern auch auf österreichisch und schwäbisch. Zum großen Finale taten sich Ahlborn, Scheu und Weiß zusammen, unterstützt zusätzlich von dem Dettinger Bassisten Martin Baumann und heizten den Gästen nochmals so richtig ein.

Die offene Bühne in Dettingen wird eine Fortsetzung finden, denn den Künstlern bereiteten ihre Kurzauftritte Freude und das Publikum war begeistert. „Ich bin echt baff, wie gut die Qualität ist“, sagte eine Besucherin, „und wie abwechslungsreich dieser Abend war“. Bistroinhaber Peter Gries war am Ende dieses Abends mehr als zufrieden. „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass so viele kommen“, sagte er, „das war super, wir machen weiter.“ Ein Zauberer hatte im Vorfeld Interesse bekundet, dann aber doch keine Zeit. Wer weiß, vielleicht betritt er die nächste offene Bühne: Die geht am 1. Juni an den Start.

Nächste offene Bühne am 1. Juni

Die „Offene Bühne „im Dettinger Bistro Mühle in der Uracher Straße geht weiter, und zwar am Donnerstag, 1. Juni, von 20 Uhr an. Wer Lust hat, kann mitmachen. Anmelden kann man sich vorab unter info@carlw.de. Erlaubt sind alle Arten der Kunst, ob nun Kleinkunst, Literatur oder Musik, lediglich Schlagzeug ist nicht möglich, und wer zur E-Gitarre greift, sollte dies dezent tun.

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