Metzingen / swp

Sie sind zwischen 17 und 22 Jahre alt und heißen Clemens, Sebastian, Huberth, Burhan und Julien. Und sie wissen genau, was sie wollen. Sie wollen Modemacher werden. An der Modeschule Metzingen. „Davon können uns auch die vielen Mädchen nicht abhalten“, meinen sie schmunzelnd.

Die fünf jungen Männer sind im ersten Jahr der Ausbildung zum staatlich geprüften Modedesigner am Berufskolleg Mode und Design. Fünf Jungs in einer Klasse, das ist eher selten. Meistens sind es nur ein bis zwei Jungs. Der Rest sind Mädchen. Im Moment sind in der gesamten Modeabteilung zehn Prozent Jungen. Die Tendenz ist aber steigend. Immer mehr Jungs interessieren sich für Mode. Und sie stehen auch dazu.

„Mir war noch nie egal, was ich anziehe“, sagt zum Beispiel Clemens. „Am meisten gefällt mir das Entwerfen und Nähen. Seit Kindergarten-Tagen weiß ich, dass dunkle Farben Seriosität ausstrahlen und genauso zum bequemen Spaziergang einladen können.“ Sebastian ergänzt: „Ich möchte neue und interessante Sachen machen. Und ich möchte diese Sachen zeigen können.“

„Mode fasziniert mich einfach“, sagt Huberth. „Seit ich mich erinnern kann“, fügt er noch hinzu. Für Burhan ist es die eigene Interpretation von Mode, auf deren Spuren er ist. „Gerade hier in Metzingen in der Outletcity lasse ich mich gerne inspirieren“, sagt er. Julien hat seine ganz eigene Ansicht: „Ich liebe die Mode und alles, was dazugehört. Natürlich auch das Nähen.“ Dies gilt übrigens für alle. Jeder hat entweder eine Nähmaschine zu Hause oder eine Möglichkeit, über den Unterricht hinaus zu üben. Und sie nähen alle gerne, das versichern sie glaubhaft.

Da können sie auch auf eine Reihe von Vorbildern zurückgreifen. Nicht nur, dass viele international bekannte Modedesigner Männer sind, auch direkt an der Modeschule Metzingen gibt es solche Vorbilder. So nimmt der ehemalige Schüler Tim Labenda mittlerweile an den großen Fashion Shows in Berlin und Mailand teil und steht aktuell für „Fashion made in Germany“. Seine neue Kollektion kann man seit diesem Jahr sogar in der Outletcity in Metzingen kaufen.

Dies ist ein weiterer Grund, warum die fünf Metzinger Mode-Jungs auch nach acht Stunden an der Nähmaschine oder beim Zeichnen immer noch mit Leidenschaft dabei sind.

Und da lassen sie sich auch nicht von den vielen Mädchen irritieren, die um sie herum sind. „Wir fühlen uns wohl, sehr wohl“, betonen sie unisono. Und sie sind begeistert von der Ausbildung und können sie nur weiterempfehlen. Und zwar Jungs und Mädchen, wie sie es auch in diesen Tagen sowohl bei der Binea-Bildungsmesse in Reutlingen, wie auch beim Open Day der Modeschule in Metzingen gemacht haben.

Denn auch im nächsten Schuljahr bietet der Bereich „Mode und Design“ wieder den Abschluss „Staatlich geprüfter Modedesigner“/„Staatlich geprüfte Modedesignerin“ im Dreijährigen Berufskolleg Mode und Design an. In einer freiwilligen Zusatzprüfung kann dazu noch der Gesellenbrief zum Maßschneider/zur Maßschneiderin erworben werden, und Realschulabsolventen können darüber hinaus die Fachhochschulreife erwerben. Also drei Abschlüsse in einer Ausbildung. Bewerbungsschluss ist der 1. März. Dennoch sollte man sich bei Interesse so schnell wie möglich anmelden, da zur Bewerbung auch eine Mappe mit zehn Zeichnungen gehört, die man vorher noch anfertigen muss.

Infos: Gewerbliche Schule Metzingen, Max-Eyth-Straße 5, 72555 Metzingen, Telefon (0 71 23) 9 65 50, www.modeschule-metzingen.de.