Mächtige Stichflammen, Wolken aus Löschpulver, die Rettung von Verletzten aus einem Auto: Auf dem Gelände rund um das Heim der Freiwilligen Feuerwehr in Grabenstetten gab es am Sonntag einiges zu sehen und zu erleben. Die Wehr hatte erstmals zum Sicherheitstag am Feuerwehrhaus geladen und für die Schaulustigen ein prall gefülltes Programm geschnürt.

Dabei gab es nicht nur spektakuläre Schauübungen, sondern auch vorbeugende Tipps von Kommandant Andreas Müller und seiner Truppe. Dass man einen Fettbrand tunlichst nicht mit Wasser löschen sollte, mag sich herumgesprochen haben. Wie gefährlich zusammengezwirbelte Servietten sein können, wenn sie gedankenverloren im geschmolzenen Wachs des Teelichts versenkt werden, weiß aber sicher nicht jeder. Drauf kommen muss man auch erst mal.

Für Gefahren sensibilisieren, die verborgen im Alltag schlummern, ihnen begegnen, ohne noch größeren Schaden anzurichten: Das war Ziel des Grabenstetter Sicherheitstags, aber nicht das einzige. Mit zahlreichen Mitmach-Aktionen wollten die 31 Aktiven Lust machen auf den Dienst in der Wehr. Da konnten etwa mit dem Feuerlöscher Brände selbst bezwungen werden. Wer wollte, drehte als Beisitzer eine Runde im Feuerwehrauto, wieder andere genossen in luftiger Höhe den Panorama-Blick vom Rettungskorb der Drehleiter aus. Zurück auf dem Boden war es der Geschicklichkeits-Parcours der Jugendwehr, der den jungen Besuchern die Möglichkeit bot, sich mit Altersgenossen zu messen.

Früh übt sich, wer mal ein Großer werden will. Das gilt nicht nur für die aktuell 14 Mitglieder der Jugendfeuerwehr, sondern künftig auch für die ganz kleinen, die Löschis: So heißt die Kindergruppe, die am 24. September in Grabenstetten erstmals an den Start gehen wird. Als Teil der Grabenstetter Jugendabteilung wird sie nach jener in Reutlingen erst die zweite Kinderfeuerwehr im gesamten Landkreis sein.

Kinder von sechs bis zehn Jahren sind also künftig eingeladen, Feuerwehrluft zu schnuppern. Angeleitet durch ein speziell geschultes Betreuerteam, um Ideengeber und Jugendwart Stefan Dechert sowie Stefanie Strauss, liegt der Schwerpunkt dabei auf einer spielerischen Heranführung. Feuerwehrtechnik oder Brandschutzerziehung soll kindgerecht vermittelt werden, gleichwohl nur die zweite Geige spielen, erklärt Andreas Müller. Das Hauptaugenmerk liegt auf Spiel und Sport, Malen, Basteln oder auf gemeinsamen Ausflügen. Kurz, auf Spaß.

Den „Feuerwehr-Kindergarten“, wie ihn Müller nennt, bezeichnet er als Versuch. Ein Versuch, bereits in jungen Jahren Interesse an der Arbeit der Feuerwehr zu wecken und die Kinder an bürgerschaftliches Engagement heranzuführen. Er weiß: „Die Jugendarbeit wird immer wichtiger.“ Und sie trifft offenbar auf gute Resonanz. Sechs Voranmeldungen für die Kindergruppe gab es bereits binnen kürzester Zeit: „Ich hoffe, es werden noch mehr“, zeigte sich Müller optimistisch. In nächster Zeit will man dafür gezielt die Werbetrommel rühren. Den Anschauungsunterricht gab es ja bereits am Sonntag.