Kirche Die Kirche mitten ins Leben holen

Aus dem Raum der Altpietisten in der Uracherstraße haben die Mitarbeiter des Sondaytreffs mit ihrem Leiter Daniel Haas ein gemütliches Café gemacht.
Aus dem Raum der Altpietisten in der Uracherstraße haben die Mitarbeiter des Sondaytreffs mit ihrem Leiter Daniel Haas ein gemütliches Café gemacht. © Foto: Anja Weiß
Dettingen / Von Anja Weiß 12.01.2018

Die Kirchen leiden allerorten unter Mitgliederschwund, da heißt es mit neuen Konzepten und Ideen gegenzusteuern. Auch in Dettingen, wo viele Menschen noch im Glauben verwurzelt sind, überlegt man sich, wie es gelingen kann, neue Angebote zu schaffen, die möglichst viele ansprechen. Eines dieser Angebote ist der Sonday-Treff, den der CVJM seit längerem anbietet. Er versteht sich als Ergänzung zu den etablierten Angeboten vor Ort. Jeden Sonntag findet um 11.15 Uhr ein Gottesdienst statt, im Anschluss besteht die Möglichkeit, gemeinsam Mittag zu essen oder noch etwas zu unternehmen. „Wir wollen dort sein, wo die Menschen sind, wir wollen die Kirche ins Leben holen“, erklärt Daniel Haas, Leiter des  Sonday-Treffs. So geht es in den Predigten eher um praktische Themen, außerdem will man den Teilnehmern ermöglichen, Glauben und  Leben am Sonntag und im Alltag zu teilen. Gerade für Menschen, die bisher wenig Bezug zur Kirche haben, soll es durch solche Gottesdienstformen leichter sein, dazuzukommen, wenn es passt oder einen das Thema interessiert.

Der Sondaytreff ist gefragt

Und das Angebot wird angenommen, regelmäßig kommen 50 bis 70 Teilnehmer zu den Treffs, eine Lobpreisband, die „Sons `n Daughters“,  gestaltet die Musik im Gottesdienst und es werden immer wieder Events angeboten. Dabei ist es den Veranstaltern ein Anliegen, keine Konkurrenz zu den bestehenden Gruppen zu sein, sondern diese zu ergänzen und mit ihnen zusammenzuarbeiten. So steht man nicht nur mit der eigenen Kirchengemeinde im regen Kontakt, sondern auch mit anderen Kirchen wie den Methodisten oder den Baptisten. Vor einigen Wochen ist  ein weiterer Treffpunkt an den Start gegangen in den Räumen des altpietistischen Gemeinschaftsverbands in der Uracher Straße. Diese standen, abgesehen von der Bibelstunde am Sonntag zu der noch rund 15 Altpietisten zusammenkommen, leer.  Darum haben sich die Mitarbeiter vom Sondaytreff mit ihnen  in Verbindung gesetzt und die waren angetan von den Vorschlägen.  Denn auch die Altpietisten suchen nach Innovationen für die Zukunft, erzählt Daniel Haas. Im neuesten Magazin der Gemeinschaft geht es schwerpunktmäßig darum, wie es gelingen kann, neue Gemeindeformen zu etablieren. Eine Möglichkeit, die dort erwähnt wird: „Wenn die Menschen nicht mehr in die Kirche kommen, muss die Kirche zu ihnen gehen.“  Genau das versucht der Sondaytreff im Haus der Apis nun. Die alten Stuhlreihen wurden abgebaut, stattdessen haben die ehrenamtlichen Helfer Wirtshausstühle gekauft, sie abgeschliffen und neu gestrichen. Es wurden Tische, eine Sofaecke und eine moderne Kaffeemaschine besorgt. Aus dem eher sterilen Raum, in dem übrigens vor rund 40 Jahren die Kreissparkasse untergebracht war, wurde so eine gemütliches Café, das für besondere Veranstaltungen bestens geeignet ist.

Start mit einer „Auszeit“-Reihe

Um auszutesten,  wie es angenommen wird, wurde Ende vergangenen Jahres eine Reihe „Auszeit“ angeboten, die Möglichkeit zum Innehalten und Genießen geboten hat. So war  die Autorin Nicola Vollkommer für eine Lesung zu Gast oder eine Band für einen Auftritt. Die Resonanz war gut, wie Daniel Haas erzählt, viele Besucher sind gekommen, die Sitzplätze sind knapp geworden und es war auch so manches neue Gesicht vor Ort, was die Veranstalter besonders freut. Im Januar ist dann der Musiker Matthias Flad aufgetreten, angeboten wurde da wieder was Neues, nämlich ein Liederabend mit gutem Vesper und das nur für Männer, der wurde generationsübergreifend angenommen, erzählt Haas. Ab dem morgigen Sonntag wird der Raum dann für die Allianzgebetswoche genutzt (siehe Infokasten), eine gemeinsame Reihe von CVJM, Kirchengemeinde und Gemeinschaftsverbänden.

Danach will man sehen, wie und wann es weitergeht. „Es wäre schon unser Traum, dies fortzuführen“, sagt Haas, „der Raum bietet viele Perspektiven“. Auch an weiteren Ideen fehlt es nicht, so könnte es Spieleabende geben, weitere Auszeiten mit Musik, Vorträgen oder Lesungen. Oder auch nur ein Raum, um gemeinsam etwas zu erleben,  und ein Stück des Lebens und des Glaubens zu teilen. Die Chancen, dass es weitergeht, stehen übrigens gut, zwar wisse man noch nichts Konkretes, aber es gebe positive Signale von Seiten der altpietistischen Gemeinschaft, dass das Café weiterbestehen bleibt.

Am Sonntag startet die Allianz-Gebetswoche

Die internationale Gebetswoche der evangelischen Allianz geht in dieser Woche vom 14. bis 20. Januar. Das Motto lautet „Als Pilger und Fremde unterwegs“. Verschiedene Gruppen und Teams aus CVJM, Kirchengemeinde und Gemeinschaftsverbänden gestalten Angebote zum Innehalten und Beten. Ganz unterschiedliche Orte dienen dabei als Treffpunkt: Da ist zum einen das neu gestaltete Café im Api-Haus, aber auch der Sitzungssaal im Rathaus oder das CVJM-Haus.
Das Programm im  Überblick:

14. Januar, 11.15 Uhr, Auftaktgottesdienst im Api-Haus.
15. bis 19. Januar, jeweils 6 Uhr im Api-Haus: Frühgebet und Kaffee.
15. Januar, 19.30 Uhr: Allianzgebetsabend.
16. und 18. Januar, jeweils 14.30 Uhr im Api-Haus: Allianzgebet am Nachmittag.

15. Januar, 19.30 Uhr, Api-Haus: Allianzgebetsabend.
16. Januar, 19.30 Uhr, CVJM-Haus: Jugendgebet
17. Januar, 11.30 Uhr: Mittagsgebet (CVJM-Haus); 14.30 Uhr: Gebetsspaziergang (Treffpunkt CVJM-Haus); 19.30 Uhr, Api-Haus: Gebet für weltweite Mission.
18. Januar, 9.30 Uhr, Api-Haus: Eltern im Gebet; 11.30 Uhr: Mittagsgebet, 19.30 Uhr: Gebet im Rathaus.
19. Januar, 19.30 Uhr, CVJM-Haus: gesungene Gebete.  
20. Januar, 19.30 Uhr, CVJM-Haus: Worship-Night

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