Metzingen Die Jugend hat gesprochen

Metzingen / Michael Koch 14.12.2018

Der zehnte Metzinger Jugendgemeinderat (JGR) ist gewählt. Und wie schon bei all den Auflagen zuvor, haben sich die Jugendlichen in Sachen Wahlbeteiligung nicht mit Ruhm bekleckert. Dabei bestand diesmal durchaus berechtigte Hoffnung, nach zuletzt wegen der Bäderdiskussion aufregenden JGR-Monaten (siehe auch nebenstehenden Artikel „Die Woche“), mehr Schüler und Studierende an die Wahlurnen zu bekommen als üblich. Tatsächlich beteiligten sich aber nur 19,44 Prozent der Stimmberechtigten an der Abstimmung, also nicht einmal jeder Fünfte. 2016 hatte die Wahlbeteiligung noch bei 25 Prozent gelegen.

Ein Grund für den Rückgang ist das neue Wahlprozedere. Wahlberechtigt waren nun alle 12- bis 21-Jährigen und zusätzlich auch die Schüler der Gewerblichen Schule in Metzingen. Dadurch war die Zahl der Stimmberechtigten von 1665 auf 3272 gewachsen. Gerade an der Gewerbeschule war das Interesse an der Wahl aber besonders gering. „Rechnet man die Gewerbeschule heraus, dann liegt die Wahlbeteiligung bei 26,1 Prozent“, verkündete Metzingens Erste Bürgermeisterin Jacqueline Lohde gestern Abend im Sitzungssaal des Rathauses.

Die hier Versammelten interessierten sich allerdings weniger um die Wahlbeteiligung, als vielmehr um das nackte Ergebnis. Sehr positiv ist nämlich zu vermerken, dass sich für 18 Plätze im JGR immerhin 25 Kandidaten aufstellen ließen. Es gab schon Jahre, als die Stadtverwaltung nur mit Mühe für jeden Ratsstuhl einen Bewerber gefunden hatte. Somit mussten sich also sieben Jugendliche den Gesetzen der Demokratie beugen und unverrichteter Dinge wieder abziehen. Bei ihnen bedankte sich Jacqueline Lohde besonders, denn sie hätten die Wahl durch ihr Engagement ja überhaupt erst ermöglicht.

Drei Mal Gymnasium vorne

Als neue Stimmenkönigin zieht Lisa-Marie Koch in den JGR ein. Sie besucht ebenso das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium wie die zweitplatzierte Kathrin Heeger und der Dritte, Jason Ullah. Bester Nicht-Gymnasiast ist Fabian Sott, der inzwischen an der Universität Stuttgart studiert.

Alle Schulen vertreten

Egal wie, durch das Wahlprozedere ist sichergestellt, dass alle weiterführenden Schulen, an denen mindestens eine Wahlbeteiligung von zehn Prozent gegeben war, mindestens zwei Sitze erhalten. So finden sich auch Schüler der Schönbein-Realschule, Neugreuthschule und Seyboldschule in dem neuen Gremium wieder, nur die Gewerbeschule hat die Zehn-Prozent-Hürde nicht geschafft.

Wer von den 18 Gewählten künftig den Vorstand des Jugendgemeinderates bilden wird, das entscheiden die Jugendlichen mit einer internen Wahl unter sich. Zunächst lernen sie sich in einer Klausurkonferenz am 18. und 19. Januar gegenseitig besser kennen, außerdem besprechen sie dort die Themen, die sie in den kommenden beiden Jahren angehen möchten. Die erste JGR-Sitzung in neuer Besetzung ist dann gleich am 23. Januar.

„Ich wünsche euch viel Erfolg. Setzt euch für alle Jugendlichen in Metzingen ein, ich habe großes vertrauen, dass ihr das gut machen werdet“, gab Jacqueline Lohde den neuen JGR’lern mit auf den Weg.

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Jugendliche beteiligten sich an der Wahl zum zehnten Metzinger JGR. Wahlberechtigt waren 3272 Jugendliche. 

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