Glems Die gleiche rauchige Stimme

Dean Barton spielte mit seiner Band Smokey-Kits im Glemser "Hirsch". Foto: lejo
Dean Barton spielte mit seiner Band Smokey-Kits im Glemser "Hirsch". Foto: lejo
Glems / JOACHIM LENK 02.04.2014
Hey, wo waren die vielen Smokie-Fans am Sonntag? Nicht mal 50 Leute verirrten sich in den "Hirsch", als es auf der Bühne die Hits von Smokie gab. Interpretiert von Dean Barton und seiner Band.

Barton und Smokie? Wer noch mal ist Barton? Richtig, der ehemalige Leadsänger mit dem Vornamen Alan. Der der nach dem Ausscheiden von Chris Norman 1986 Frontman der britischen Popband wurde und 1995 bei einem Autounfall ums Leben kam.

Jetzt steht wieder ein Barton am Mikro. Und zwar der Sohn des tödlich verunglückten Sängers. Er heißt Dean und hat die gleiche rauchige Stimme wie sein Vater und Chris Norman. Mit der Band "The Spirit of Smokie" tourt der 37-Jährige seit ein paar Jahren erfolgreich durch ganz Europa. Erst kürzlich traten er und seine Musikerkumpels bei den Olympischen Winterspielen in Sotchi auf.

In der fünfköpfigen Band spielen Andy Whelan, der langjährige Gitarrist von Chris Norman, und Graham Kearns mit, der schon bei Sad Café, Alan Barton und Sisters of Mercy den Bass zupfte. An den Keyboards sitzt Barney Brands, der schon mit Ex-Smokie-Gitarrist Alan Silson on Tour war. Und da ist noch Steve Dymond an den Trommeln, der den erkrankten Ron Kelly vertritt. Dieser Kelly saß in den 70er-Jahren an den Drums, als Smokie noch Smokey hießen, wechselte dann aber zu Steely Dan.

Laut Presseinfo steckt in dieser Band mehr Smokie als in der, die derzeit unter dem Originalnamen mit dem verbliebenen Smokie-Urgestein Terry Uttley durch Europa tourt. Und das ist wirklich nicht übertrieben. Im Gegenteil. Wer in letzter Zeit Smokie mit Leadsänger Mike Craft erlebt hat, wird dem Schreiber dieser Zeilen recht geben.

Schließt man die Augen wenn Dean Barton auf der Akustik-Gitarre die alten Hits wie "Living next door to Alice", "Needles and pins", "Don"t play your Rock"n"Roll to me" und "I"ll meet you at midnight" singt, glaubt man Chris Norman und seine Mannen von einst stehen auf der Bühne. Revival in höchster Vollendung. Da spürt man von musikalischen Geist von Smokie.

Barton ist, so wie einst sein Vater, mit so viel Spielfreude unterwegs, dass der Funke sofort überspringt. Beim ihm hat man das Gefühl, es macht ihm richtig Spaß auf der Bühne, auch wenn der erfolgsverwöhnte Sänger an diesem Abend in Glems nicht mal 50 Leute vor sich hat. Tags zuvor waren es 2 000, die ihm und seinen Jungs in Mechernich (Nordrhein-Westfalen) zujubelten.

Viel Beifall bekommt an diesem Abend auch Kulturkneipen-Chef Walter Dieterle, der für drei Songs hinter der Schießbude Platz nimmt, damit der Drummer die Keyboards spielen kann. Mit "Have you ever seen the rain" erinnern die Musiker nicht nur an Smokie, sondern vor allem an Creedence Clearwater Revival, die mit diesem Song vor mehr als vier Jahrzehnten einen Millionenseller in den Charts landeten. Weitere Höhepunkte während des zweistündigen Konzerts sind die Songs "Highways and heartaches", "My babys got" und "Small town boy". Songs, die Alan Barton kurz vor seinem Tod im typischen Smokie-Sound geschrieben hat und jetzt von einem Sohn Dean gänsehautfeelingmäßig gesungen werden.

Auf den Song "Stumblin in" warten die Fans an diesem Sonntagabend vergebens, den Chris Norman einst mit Suzi Quadro eingespielt hat. "Wir haben heute keine Sängerin dabei", entschuldigt sich Dean. "Wenn wir wieder mal in Glems spielen, bringen wir die Cousine von Chris mit. Die ist unsere Backgroundsängerin." Spitze, dann gibt es diesen Megahit von 1978 auch irgendwann im "Hirsch" zu hören. Man darf gespannt sein. Hoffentlich hat es sich dann auch zu den restlichen Smokie-Anhängern in der Region herumgesprochen, dass diese Band einfach ein Muss für die Fans von Hits wie "It"s your life", "Wild angels" und "Lay back in the arms of someone" ist.

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