Kohlberg Die ganze Kraft einsetzen, um die Not der Kinder zu lindern

Michael Moll (Zweiter von rechts) in der Backstube mitten in Kathmandu beim Einlernen der einheimischen Angestellten.
Michael Moll (Zweiter von rechts) in der Backstube mitten in Kathmandu beim Einlernen der einheimischen Angestellten. © Foto: Oliver Keppeler
Kohlberg / Peter Swoboda 30.07.2018

Oliver Keppelers Aktivität in Nepal weitet sich immer mehr aus. Im Mai war er wieder für mehrere Wochen in dem asiatischen Land, um beispielsweise in der Hauptstadt Kathmandu eine Bäckerei zu eröffnen. Für dieses Projekt konnte er die Kohlberger Bäckerei Mayer gewinnen (wir haben berichtet).

Das Unternehmen hat seinen Bäckermeister Michael Moll  bei voller Bezahlung für mehrere Wochen dorthin entsandt, damit er Einheimische in die Kunst des Backens einlernen kann. Auf dem Programm stand sogar das Backen von schwäbischen Brezeln. Die neue Bäckerei soll Ausbildungs- und Arbeitsplätze anbieten. Das Ganze läuft unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“. Das gilt auch für die Kooperation, die „Asha 21“ mit einem Cafe´-Betreiber eingegangen ist. Auch hier werden Ausbildungs- und Arbeitsplätze geschaffen.

Die Kultur des Kaffeetrinkens setzt sich erst ganz langsam in Nepal durch. Und auch in diesem Bereich ist Oliver Keppeler tätig. Er importiert Kaffee nach Deutschland. Erst kürzlich hat er von nepalesischen Kaffee-Bauern drei Tonnen Kaffeebohnen gekauft. „Wir“, sagt der 40-Jährige, „bezahlen einen fairen Preis für gute Arbeit. Dies ist umso wichtiger, da die Inflation in Nepal galoppierend voranschreitet. Momentan liegt die Inflationsrate bei zehn Prozent. Das bedeutet, dass alles teurer wird, was die Nepalis natürlich an den Lebensmittelpreisen spüren. Aber auch für Keppelers Hilfsprojekte ist dies nicht einfach. „Die Preise für Baustoffe aller Art“, sagt er, „steigen ebenfalls.“

Betreute Einrichtungen

Auswirkungen haben die steigenden Preise auch auf die Kernaufgabe des Vereins „Asha 21“: Die Suche nach Patenschaften, die es bedürftigen Kindern ermöglicht,  in betreuten Einrichtungen zu leben und zur Schule zu gehen. Denn Bildung ist selbstredend auch in Nepal wichtig, damit die Kinder die Chance haben, aus dem ganzen Elend herauszukommen.

Viele Kinder leben auf der Straße. Fehlende Schulbildung, Mangelernährung und vermeidbare Krankheiten sind nur einige der Folgeerscheinungen. Besonders schlimm sei die Situation für Mädchen, die in Nepal „nichts wert“ seien. Viele würden in die Prostitution nach Indien verkauft. Der Vorteil seiner Hilfsprojekte liege darin, dass er mit Nepalis zusammenarbeite. „Damit“, so der 40-Jährige, „ist gesichert, dass das Geld da ankommt, wo es gebraucht wird.“ Mit seinen Kinderheimprojekten versucht  Keppeler der Notsituation entgegenzuwirken. Für 40 Euro im Monat konnte laut Oliver Keppeler bisher ein Kind in Nepal überleben, hat ein Dach über dem Kopf, wird medizinisch versorgt, kann zur Schule gehen, Schulgeld bezahlen und in einer großen Familie aufwachsen. Mittlerweile reicht dieses Geld aber nicht mehr aus. „Jetzt“, so Keppeler, „muss man schon das doppelte rechnen.“

Doch damit nicht genug. Offenbar traut die nepalesische Regierung dem Ganzen nicht so recht. Sie hat laut Oliver Keppeler Regularien erlassen, um sicherzustellen, dass Spendengelder auch wirklich bei den Bedürftigen ankommen. Immerhin hat der Kohlberger bei alledem auch Positives zu berichten: „In Nepal gibt es jetzt einen Mindestlohn.“

Bei seinem jüngsten Aufenthalt in Nepal sind er und vier weitere Mitstreiter auch nach Westnepal gefahren, wo das nächste Kinderhaus entstehen wird. Es soll 40 Kindern Platz bieten. „Das Interesse“, so Keppeler, „ist groß, wir haben schon eine Warteliste.“ Beim jüngsten Besuch hat er den Grundstückskauf über die Bühne gebracht, sodass es mit dem Bau bald losgehen kann. Nachdem die Aufgaben in Nepal immer mehr werden, wurde jetzt vor Ort die „Asha Nepal Foundation“ gegründet. „Hier stellen wir extra jemand ein“, so Oliver Keppeler, „der administrative Aufgaben übernimmt.“

Kontakt zum Verein „Asha 21“

Wer sich für die Arbeit des Kohlberger Vereins Asha 21 interessiert, kann sich über www.facebook.com/ Asha 21.org informieren. In Kürze wird auch die neue Homepage des Vereins ans Netz gehen: www. asha21.org.

Kontaktaufnahme zum Verein  Asha 21 ist auch möglich über den Ersten Vorsitzenden, Oliver Keppeler, Im Käppele 5, 72664 Kohlberg, Telefonnummer
(0 70 25) 84 16 54.

Wer den Verein Asha für seine Nepal-Hilfe direkt mit einer Geldspende unterstützen will, kann dies tun.

Konto: Asha21 e.V., Kreissparkasse Reutlingen, IBAN: DE10 6405 0000 0100 1110 02,
BIC: SOLADES1REU

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